Kritik an Olympia-Ort Sotschi

Deutsche Biathlon-Staffel von 20 auf 2

+
Erik Lesser als Startläufer überzeugte nicht.

Sotschi - Am Anfang sah es nach einem Desaster aus. Die deutschen Biathleten waren im Staffelrennen von Sotschi 20. und damit Letzte. Aber dank einer famosen Aufholjagd kam das Quartett noch auf Rang zwei.

Erst Letzte, dann strahlende Zweite: Die deutschen Biathleten sind zum Abschluss des Olympia-Tests in Sotschi mit der Staffel auf Rang zwei gelaufen. In der erstmals ausprobierten Besetzung Erik Lesser, Andreas Birnbacher, Arnd Peiffer und Benedikt Doll musste sich das deutsche Quartett am Sonntag nur den überlegenen Russen geschlagen geben. Bei seinem Staffel-Debüt verteidigte der gleich als Schlussläufer eingesetzte Youngster Doll dank einer bravourösen Schlussrunde die beste Saisonplatzierung. Bei den Damen überraschte derweil Neu-Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle mit Rang sechs im Sprint.

„Das hat schon Spaß gemacht. Am Schießstand habe ich aber die Nervosität nicht ganz rausbekommen“, sagte der 22-jährige Doll, der nach dem Zieldurchlauf völlig ausgepumpt von seinen Teamkollegen in die Arme genommen wurde. Mit einem strahlenden Lächeln stellten sich die Vier dann aber schnell den Fotografen. Zuvor hatte Doll auf der Zielgeraden den verzweifelten Angriff des Tschechen Ondrej Moravec abgewehrt. Anfangs sah es noch nach einem Debakel aus. Denn Lesser vermied gerade so die Strafrunde, hatte zudem Probleme beim Nachladen und war zwischenzeitlich Letzter. „Der Ärger ist jetzt natürlich verraucht“, sagte der 24-Jährige erleichtert. Seine drei Teamkollegen machten dank starker Leistungen seinen Fauxpas wett.

Zehn Nachlader für deutsche Staffel

„Wir waren hier, um zu lernen und uns das anzuschauen. Wir sollten den Schwung von dem heutigen Rennen mitnehmen und mit so einer Motivation ins nächste Jahr gehen“, resümierte Männer-Coach Mark Kirchner, der zudem den zweiten Platz von Birnbacher im Einzel und Rang sechs im Sprint durch Lesser positiv bewertete. In der Staffel leistete sich Deutschland zehn Nachlader und hatte 38,3 Sekunden Rückstand auf Russland.

Im gigantischen Biathlon-Stadion „Laura“ in den Bergen des Nordkaukasus freute sich Evi Sachenbacher-Stehle diebisch über das beste Weltcupergebnis ihrer noch jungen Biathlon-Karriere. Erstmals schoss die zweimalige Langlauf-Olympiasiegerin im Konzert der weltbesten Skijäger fehlerfrei. „Die Null im Wettkampf, toll“, sagte 32-Jährige hocherfreut nach ihrem erst siebten Weltcupauftritt: „Ich bin glücklich.“ Überzeugen konnte auch Laura Dahlmeier als Siebte. „So richtig angekommen bin ich noch nicht. Aber langsam gewöhnt man sich daran, neben den Stars beim Frühstück zu sitzen“, meinte die 19-Jährige nach ihrem auch erst vierten Weltcuprennen.

Miriam Gössner im Bikini - und weitere Bilder der Biathlon-Beauty

Miriam Gössner im Bikini - und weitere Bilder der Biathlon-Beauty

Während Sachenbacher-Stehle und Dahlmeier im Sprint fehlerfrei blieben, haderte Miriam Gössner wieder mal mit ihrem Schießen. Neun Fehler leistete sie sich insgesamt in Einzel und Sprint. „Auch wenn man das jetzt nicht glaubt, ich habe eigentlich ein gutes Gefühl am Schießstand. Aber ich bin mir sicher, dass ich das bis Olympia in den Griff kriege“, sagte Gössner, der die schweren Strecken entgegen kommen: „Hier kann ich meine Stärken ausspielen. Ich freue mich auf die Spiele.“

Die Loipen in 1430 Meter Höhe sorgten derweil für viel reichlich Kritik. Viele Stürze zwangen die Organisatoren zu Änderungen an der Strecke. „Die Drei-Kilometer-Runde ist aus meiner Sicht eine Katastrophe. Die Stürze sind blöd für unseren Sport, denn da liegt die Hälfte der Leute auf der Nase und am Anstieg sehen sie auch aus, als würden sie das erste Mal Skilaufen. Es ist blöd, so eine Strecke zu machen und ich hoffe, dass sie noch was optimieren“, kritisierte Peiffer.

Einen Rekord stellte Martin Fourcade auf. Durch die Siege im Einzel und Sprint schaffte der Franzose in einer Saison 16 Podestplätze. Nach dem Gesamtweltcup und der kleinen Kristallkugel im Einzel sicherte sich Fourcade auch die Disziplinwertung im Sprint.

dpa

Kommentare