Ein Kriegsschiff sorgt für Sicherheit

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Mit diesem Kriegsschiff soll die Sicherheit bei den olympischen Spielen in London gewährleistet werden

London - Knapp drei Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele in London wird das Thema Sicherheit immer aktueller. Scotland Yard beschwichtigt, Olympia sei sicher wie der Tower selbst.

Ein Kriegsschiff auf der Themse, Flugabwehrraketen auf den Dächern und insgesamt 46.000 Soldaten, Polizisten, Personenschützer und Geheimdienstler - London ist während der Olympischen Spieler (27. Juli bis 12. August) vermutlich der sicherste Ort der Welt. Einzeltäter, Terrorzellen, Attacken aus der Luft und aus dem Wasser, Protestler, Demonstranten - Britannien ist für alles gerüstet. „

„Die größte Sorge gilt dem sogenannten einsamen Wolf“, sagt Sicherheitsexpertin Margaret Gilmore: „Eine Einzelperson oder eine kleine Gruppe, vielleicht mit gemeinsamer Ideologie und Al-Kaida als Mentor.“ Leute, die bislang unbekannt sind, allein agieren, nicht in einem Ausbildungslager in Pakistan, Afghanistan oder Somalia waren - und deshalb ganz einfach nicht auf dem Radarschirm sind.

Ein solcher einsamer Wolf, den die britische Polizei im Mai festnahm, ist nach Medienberichten im April und Mai mindestens fünfmal unbehelligt mit dem Zug durch den Londoner Olympiapark gefahren. Der 24-Jährige aus Somalia, den die Behörden der Al-Kaida nahestehenden al-Schabab-Miliz zuordnen, trug zum Zeitpunkt seiner Verhaftung allerdings eine elektronische Fußfessel, die es ermöglichte, jeden seiner Schritte zu verfolgen. Mit der Fahrt durch den Olympiapark in Stratford im Londoner Osten hatte der als „CF“ bezeichnete Mann mehrfach gegen seine Bewährungsauflagen und die auferlegten Reisebeschränkungen verstoßen.

Kleidung für unsere Olympia-Stars ist da

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Damit so etwas nicht noch einmal passiert, wurde im Hinblick auf Olympia nachgerüstet. Der britische Geheimdienst MI5 hat nunmehr 3800 aktive Mitarbeiter rund um die Spiele im Einsatz - doppelt so viele wie nach den New Yorker Terroranschlägen vom 11. September 2001. Außerdem werden die Spiele von 13.500 Soldaten der Army, Navy und Luftwaffe sowie von 12.500 Polizisten und 16.000 privaten Sicherheitsleuten bewacht.

Die Militäreinheiten probten den Ernstfall bereits im Mai. Unter dem Codenamen „Exercise Olympic Guardian“ wurde unter anderem ein Terrorangriff aus der Luft vergleichbar mit dem vom 11. September simuliert. Im Anschluss an diese Übung wurden auf der Themse vor Greenwich im Südosten Londons der Hubschrauberträger HMS Ocean, das größte Schiff der britischen Kriegsmarine, postiert und Luftabwehrraketen an sechs strategisch wichtigen Punkten der Hauptstadt installiert. Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg übernahm die Royal Air Force die Hoheit im Luftraum über London.

Sicherheitsexpertin Gilmore gibt dennoch zu, dass ein Restrisiko immer bleibt. „Es ist unmöglich, hundertprozentige Sicherheit zu garantieren“, sagte die 56-Jährige: „Aber man kann alles tun, um das Risiko so gering wie möglich zu halten und der Welt zu zeigen: Wir sind bereit. Das haben wir getan.“ Scotland Yard beruhigt die Athleten und Gäste aus aller Welt mit einem royalen Vergleich: „Bei uns sind Sie sicher wie die Kronjuwelen im Tower.“ Na dann.

SID

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