Winterspiele in Pyeongchang

Ski Alpin bei Olympia 2018: Das ist der deutsche Kader 

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Wollen bei Olympia 2018 Medaillen einfahren: Die deutschen Hoffnungen Thomas Dreßen (l.) und Viktoria Rebensburg.

Wer geht für Deutschland auf Medaillenjagd? Wir verraten Ihnen, welche Skiprofis im Kader für Olympia 2018 in Pyeongchang stehen.

Die Winter-Olympiade ist für Skisportler ein Highlight, in dessen Genuss sie nicht allzu oft kommen. Nur alle vier Jahre wird der prestigeträchtige Wettbewerb ausgetragen, die Kriterien für eine Nominierung sind streng. Die Winterspiele 2018 finden im südkoreanischen Pyeongchang statt. 

Plätze im Kader der deutschen Ski-Nationalmannschaft sind naturgemäß heiß umkämpft. Um sich für das Saison-Highlight in Asien zu qualifizieren, müssen die Rennläufer im Weltcup einmal einen Platz unter den ersten Acht belegen, oder sich zweimal unter den besten 15 Athleten einreihen - so erfordert es die Olympia-Norm des Deutschen Skiverbandes (DSV). Einmal für die Spiele qualifiziert, entscheiden dann die Trainer vor Ort, welche Athleten sie in welchem Rennen einsetzen. Jedoch auch bei diesem Prozedere gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel.

Wir verraten Ihnen, welche Ski-Alpin-Asse sich bereits für Olympia 2018 qualifiziert haben.

Nach frühem Rückschlag macht ein Senkrechtstarter Hoffnung für Olympia 2018 in Pyeongchang

Den ersten großen Rückschlag mussten die Verantwortlichen um Alpin-Chef Wolfgang Maier bereits zu Saisonbeginn verkraften. Die große deutsche Medaillenhoffnung Felix Neureuther zog sich bei einer Trainingsfahrt im November einen Kreuzbandriss zu und musste seinen Olympia-Traum frühzeitig zu den Akten liegen. Nach dem Ausfall des 33-Jährigen, der kürzlich die ehemalige Biathletin Miriam Gössner geheiratet hat, wird das große deutsche Aushängeschild in Pyeongchang fehlen.

DSV-Chef Maier Wolfgang Maier hofft auf deutsche Medaillen in Pyeongchang.

Nichtsdestotrotz wird der DSV eine schlagkräftige Truppe zu Olympia 2018 entsenden. Vor allem Josef Ferstl ließ in dieser Saison mit seinem Sieg im Super-G in Gröden aufhorchen. Aktuell liegt der bereits 29-jährige Senkrechtstarter im Disziplinen-Weltcup auf Rang vier und darf in Südkorea zum erweiterten Favoritenkreis gezählt werden. 

Olympia 2018 in Pyeongchang: Techniker bangen um Straßer

Zwei weitere deutsche Speed-Spezialisten haben sich im laufenden Ski-Winter in guter Form präsentiert. Andreas Sander hatte sich das Olympia-Ticket mit konstanten Leistungen bereits frühzeitig gesichert, Teamkollege Thomas Dreßen buchte seinen Flug nach Südkorea mit einem fulminanten Ritt bei der Abfahrt von Beaver Creek; am Ende landete der Garmischer auf einem sensationellen dritten Rang.

In den technischen Disziplinen fehlt nach dem Wegfall von Neureuther der absolute Medaillenkandidat. Der WM-Zweite von 2015, Fritz Dopfer, präsentierte sich nach langer Verletzungspause zuletzt jedoch wieder in aufsteigender Form, Newcomer Alexander Schmid überraschte mit Rang sechs im Riesenslalom von Val d´Isere. Stefan Luitz hatte auch in dieser Saison bereits mit einer Podestplatzierung aufhorchen lassen, bevor auch ihn ein Kreuzbandriss sämtlicher Medaillenchancen beraubte. Der hoch veranlagte Linus Straßer hat die Olympia-Norm bisher nicht erfüllt. „Er wäre jemand, der in die besten Fünf fahren kann von seinem Potenzial“, gibt Alpin-Chef Maier die Hoffnung noch nicht auf.

Olympia 2018 in Pyeongchang: Termine und Zeitplan im Überblick

Deutsches Ski-Team bei Olympia 2018 in Pyeongchang: Diese Männer sind bereits qualifiziert

Abfahrt/Super-G: Josef Ferstl, Andreas Sander, Thomas Dreßen

Slalom/Riesenslalom: Felix Neureuther, Stefan Luitz (beide verletzt), Fritz Dopfer, Alexander Schmid

Fazit: Nach dem Ausfall von Neureuther fehlt dem deutschen Herren-Team ein klarer Medaillenkandidat. Dass sich auch noch Luitz verletzt hat, wiegt auch im Hinblick auf den Teamwettbewerb schwer. Die aufstrebende Speed-Garde um Dreßen und Ferstl könnte durchaus für positive Überraschungen sorgen.

Olympia 2018 in Pyeongchang: Findet Rebensburg rechtzeitig in die Spur?

Ganz anders ist die Lage im Team der Damen. Zwar ist man in der Breite wohl nicht so kompakt aufgestellt wie im Herren-Lager, doch wissen die DSV-Ladies mit Viktoria Rebensburg eine absolute Gold-Kandidatin in ihren Reihen. Auch wenn die 28-Jährige zuletzt schwächelte und kränkelte, hat sie zu Saisonbeginn bewiesen, dass man sie vor allem im Riesenslalom auf dem Zettel haben sollte. Die ersten beiden Wettbewerbe in Sölden und Killington hatte Rebensburg für sich entschieden. Da die Kreutherin auch in den Speed-Disziplinen zur erweiterten Weltspitze gehört, liegt sie derzeit im Gesamt-Weltcup auf einem starken fünften Platz.

Im Schatten von Rebensburg hat sich Slalom-Spezialistin Christina Geiger mit ihrem achten Platz im Slalom von Lienz ihr Olympia-Ticket einigermaßen stressfrei gesichert. Ob der 27-Jährigen in Südkorea allerdings Medaillenchancen eingeräumt werden dürfen, scheint fraglich. Ihr letzter Podestplatz im Weltcup liegt über sieben Jahre zurück. Beim Olympia-Slalom von Vancouver 2010 belegte Geiger Rang 14, die Spiele in Sotschi 2014 verpasste die Oberstdorferin.

Christina Geiger stand im Weltcup bereits auf dem Podium.

Olympia 2018 in Pyeongchang: Eine 21-Jährige sorgt für Furore

Marina Wallner ließ zu Saisonbeginn im Slalom aufhorchen, sucht aber seit einigen Wochen nach ihrer Bestform. „Ich mach mir selber den Druck und will vorne mitfahren. Das Selbstbewusstsein ist momentan leider nicht ganz so bei 100 Prozent“, erklärte die 23-Jährige. Bis zum Abflug nach Pyeongchang bleiben ihr jedoch noch einige Schwünge, um die Sicherheit zurückzugewinnen.

Zwei weitere DSV-Damen, die in Südkorea für Furore sorgen wollen sind Kira Weidle und Lena Dürr. Die erst 21-Jährige Weidle fuhr ihre Olympia-Norm zwar im Riesenslalom ein, dass sie aber auch Abfahrtsski bändigen kann, bewies die Newcomerin in Cortina d´Ampezzo, als sie beim Sieg der Italienerin Sofia Goggia den neunten Rang belegte. Dürr hatte ihr Ticket mit Rang sechs gleich im allerersten Weltcup-Slalom des Jahres gebucht. Seither lassen Spitzenergebnisse jedoch auf sich warten.

Deutsches Ski-Team bei Olympia 2018: Diese Damen sind bereits qualifiziert

Abfahrt/Super-G/Riesenslalom: Viktoria Rebensburg, Kira Weidle

Slalom/Riesenslalom: Lena Dürr, Christina Geiger, Marina Wallner

Fazit: In Südkorea wird sich bei den DSV-Damen alles auf Viktoria Rebensburg konzentrieren. Ob Alpin-Boss Maier mit einer Medaille beglückt wird, hängt wohl maßgeblich davon ab, ob die Riesenslalom-Spezialistin rechtzeitig zu ihrer Sicherheit findet. Das Quartett um Weidle könnte sich bei guter Tagesform um Plätze in den Top-10-Regionen bewerben.

Wettbewerbe vor Olympia 2018 in Pyeongchang: Hier könnten DSV-Athleten ihr Ticket noch lösen

Herren:

Datum

Ort

Disziplin

20.01.18

Kitzbühel

Abfahrt

21.01.18

Kitzbühel

Slalom

23.01.18

Schladming

Slalom

27.01.18

Garmisch-Partenkirchen

Abfahrt

28.01.18

Garmisch-Partenkirchen

Riesenslalom


Damen:

Datum

Ort

Disziplin

20.01.18

Cortina d´Ampezzo

Abfahrt

21.01.18

Cortina d´Ampezzo

Super-G

23.01.18

Kronplatz

Riesenslalom

27.01.18

Lenzerheide

Riesenslalom

28.01.18

Lenzerheide

Slalom


Die wichtigsten Informationen zu Olympia 2018 in Pyeongchang haben wir in unserem Übersichtsartikel für Sie zusammengefasst.

lks

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