Nach dem erfolgreichen Test gegen die Schweiz

Kühne Eishockey-Träume vor Olympia - Kahun: „Wollen etwas Großes erreichen“

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Dominik Kahun (vorne) ist pünktlich zu Olympia in Topform.

Olympia kann kommen: Die deutsche Nationalmannschaft hat sich bei ihrer Generalprobe in sehr ansprechender Verfassung präsentiert. Das 2:1 gegen die Schweiz machte Lust auf mehr.

München - Riesige Vorfreude sowieso - und auch ein Fünkchen Hoffnung auf ein deutsches "Miracle on Ice": Mit großer Lust und kühnen Träumen im Gepäck starteten die deutschen Eishockey-Cracks am Mittwoch zu ihrem Olympia-Abenteuer nach Südkorea. "Wir wollen etwas Großes erreichen. Ich kann's kaum erwarten, endlich da zu sein", sagte der Münchner Dominik Kahun, der mit seinem Siegtreffer beim einzigen vorolympischen Härtetest in der Schweiz noch einmal für Rückenwind sorgte.

Das 2:1 nach Verlängerung war für die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) eine echte Anschubhilfe für das Olympia-Comeback nach acht Jahren. Die Schmach vor Sotschi ist längst vergessen, in Pyeongchang möchte die Mannschaft von Bundestrainer Marco Sturm ihre Schokoladenseite zeigen. "Wir haben eine super Truppe, es funktioniert alles sehr gut. Einer ist für den anderen da, das macht uns aus", betonte Kahun.

22 Olympia-Debütanten im deutschen Eishockey-Kader

Den langen Flug von München nach Seoul, die anschließend noch dreistündige Busfahrt in den Olympiaort empfanden die DEB-Cracks keineswegs als Strapaze, viel zu groß ist die Begeisterung für das weltgrößte Wintersportfest. "Jetzt darf ich endlich selbst mitmachen", sagte der routinierte Nürnberger Patrick Reimer mit spürbarer Aufregung - trotz seiner bereits 35 Jahre einer von 22 Olympia-Debütanten im Kader (Eishockey bei Olympia 2018: Das ist der Kader der deutschen Nationalmannschaft).

Lediglich Verteidiger Christian Ehrhoff, Kapitän Marcel Goc und Torhüter Dennis Endras haben schon Olympia-Erfahrung. Da allerdings waren mit der Teilnahme der Stars aus der nordamerikanischen Topliga NHL die Voraussetzungen andere. Von vornherein war Deutschland eher Teil der Kulisse eines großen Spektakels, diesmal "rutscht man vielleicht näher ran", wie Goc sagte.

„Fakt ist, dass wir jede Mannschaft schlagen können“

Die DEB-Auswahl, das klingt unterschwellig heraus, liebäugelt ein wenig mit einem ganz besonderen Turnier. Auch wenn die Vorrunde mit Weltmeister Schweden (16. Februar), Auftaktgegner Finnland (15. Februar) und Norwegen (18. Februar) knallhart wird. "Fakt ist, dass Schweden und Finnland in unserer Gruppe auch ohne NHL-Stars einfach besser sind. Fakt ist aber auch, dass wir jede Mannschaft schlagen können", sagte Bundestrainer Sturm.

Bei den Eidgenossen verfestigte sich dieser Eindruck nach den Toren von David Wolf (26.) und eben Kahun (65.), zumal die Schweizer Öffentlichkeit wegen der NHL-Absage über eine Jahrhundertchance ihrer Mannschaft auf eine Medaille spricht. "Ich würde sagen, Generalprobe bestanden. Wir haben verdient gewonnen und können jetzt den Schwung mitnehmen", kommentierte Goc den Erfolg.

Aus den Birken und Pielmeier überzeugen im Tor

Auch die vermeintliche Schwachstelle auf der Torhüterposition war als solche nicht erkennbar. Zunächst Münchens Danny Aus den Birken und später auch Ingolstadts Timo Pielmeier erledigten ihren Job souverän. "Wir haben drei gute Männer hinter uns", findet Goc und bezog auch seinen Mannheimer Kollegen Endras mit ein, der am Dienstag nur Zuschauer war.

Die Vorzeichen sind also nicht zuletzt wegen der Vertragsverlängerung von Sturm bis 2022 positiv. Er hat das DEB-Team seit dem Amtsantritt im Sommer 2015 wiederbelebt und einen bisher erfolgreichen Weg eingeschlagen. Die vorläufige Krönung könnte Pyeongchang werden. "Wir gehen in die Spiele und wollen gewinnen", machte Ehrhoff klar.

SID

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