Wegen der Wind-Verhältnisse

Olympia 2018: Austragung des Slopestyle-Finals von Snowboarderinnen kritisiert 

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Jamie Anderson gewann Gold. 

Unter fragwürdigen Bedingungen gewinnt Snowboarderin Jamie Anderson aus den USA Gold im Slopestyle. Silvia Mittermüller gehört zu den Opfern der widrigen Verhältnisse.

Pyeongchang - Die Fahrt zum zweiten Gold wurde zum Schaulaufen. Noch ehe Jamie Anderson im Finale des Slopestyle-Wettbewerbs der Snowboarder ihren zweiten Lauf über Hindernisse und Rampen begann, war ihr klar: Ich bin Olympiasiegerin. Die Amerikanerin hatte im ersten Finaldurchgang grandios vorgelegt, die Konkurrenz konnte trotz hohen Risikos nicht mehr kontern. Anderson erfuhr davon oben am Start des Parcours, klatschte sich überrascht mit beiden Händen auf den Helm - und fuhr entspannt als erste Snowboarderin einem zweiten Olympiagold entgegen.

Die große Favoritin war die würdige Siegerin eines fragwürdigen Wettbewerbs. Starker Wind beeinträchtigte die Boarderinnen vor allem bei den hohen Sprüngen,Silvia Mittermüller (Unterhaching) musste bereits nach dem Training vor den beiden Finalläufen auf einen Start verzichten: Eine Windböe habe sie erwischt, "ich war deshalb zu kurz und habe mir am Knie weh getan", schrieb sie auf Twitter und ergänzte. "Ich habe alles versucht ... ob es die richtige Entscheidung war? Ich weiß es nicht." Einen Gefallen hat sich die ohnehin erkrankte Mittermüller kaum getan.

Der Sieg der 27 Jahre alten Anderson war unstrittig. Sie legte im ersten Durchgang 83,00 Punkte vor, das zwang die Konkurrenz im zweiten Durchgang alles zu riskieren - bei widrigen, zum Teil unberechenbaren Bedingungen. Belohnt für ihren Mut wurden am Ende Laurie Blouin (Kanada), Weltmeisterin 2017, mit Silber (76,33 Punkte) sowie Enni Rukajärvi (Finnland/75,38), 2014 in Sotschi Zweite hinter Anderson bei der Olympia-Premiere des Slopestyle-Wettbewerbs, mit Bronze. Andere hatten weniger Glück.

Medaillenanwärterin Silje Norendal aus Norwegen etwa war nach dem Wettbewerb mit den Nerven völlig am Ende. "Ich war sehr irritiert darüber, dass das Finale gefahren wurde", sagte sie und berichtete unter Tränen: "Ich wollte mich einfach da oben nur noch hinsetzen und weinen. Mein Körper hat zwei Stunden lang gezittert, weil ich Angst hatte zu fahren." Sie fuhr dann doch, wurde nach einem wackeligen Vortrag Vierte und klagte bei Eurosport Norwegen: "Ich weiß gar nicht mehr, was während des Laufs passiert ist, weil ich Angst um mein Leben hatte."

Die Aufregung der Snowboarderinnen war umso verständlicher, weil am Sonntag bei ähnlichen Windverhältnissen die Qualifikation gestrichen worden war. Und während der Wettbewerb dann am Montag mit 75-minütiger Verspätung gestartet wurde, war im etwas weiter östlich gelegenen Yongpyong der Riesenslalom der Frauen bereits abgesagt worden - wegen des starken Windes.

SID

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