Kerber und Lisicki weiter

Petzschner scheitert in Runde zwei

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Philipp Petzschner war der einzige deutsche Tennisprofi bei Olympia.

London - Die deutschen Medaillenhoffnungen Angelique Kerber und Sabine Lisicki sind in die 2. Runde des olympischen Tennisturniers eingezogen. Philipp Petzschner musste hingegen die Segel streichen.

Nachdem Kerber und Lisicki zum Auftakt bereits gemeinsam im Doppel triumphiert hatten, setzten sich die Fed-Cup-Spielerinnen auch im Einzel durch. Während allerdings Wimbledon-Halbfinalistin Kerber bis zur Aufgabe ihrer Gegnerin stark spielte, zitterte sich Lisicki auf ihrer selbsternannten Lieblingsanlage zum Sieg gegen eine international unbekannte Tunesierin. Ausgeschieden ist dagegen Philipp Petzschner (Bayreuth).

„Ich habe mich richtig wohl gefühlt“, sagte die Weltranglistensiebte Kerber, die das Match gegen Petra Cetkovska bis zur Verletzung ihrer Gegnerin klar dominiert hatte. Die Tschechin war beim Stand von 6:1, 3:0 für Kerber umgeknickt und musste aufgeben. „Das tut mir wirklich leid für sie, weil ich sie gut kenne. Einerseits ist es schade, da ich gerne zu Ende gespielt hätte, andererseits habe ich gewonnen - und nur das zählt“, sagte Kerber, die nun auf Timea Babos (Ungarn) trifft. Die 24-Jährige knüpfte nahtlos an die herausragenden Vorstellungen vom Grand Slam in Wimbledon an. Vor drei Wochen war die Kielerin im Londoner Südwesten zum zweiten Mal ins Halbfinale eines Majorturniers eingezogen. Auf dem Weg dorthin hatte Kerber ihre olympische Doppelpartnerin Lisicki im Viertelfinale bezwungen.

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Lisicki, Weltranglisten-17. aus Berlin, wird sich steigern müssen, wenn sie ihre gute Bilanz in Wimbledon beibehalten will. 2010 und 2012 stand sie im Mekka des Tennissports im Viertelfinale, 2011 erreichte die 22-Jährige sogar das Halbfinale. In der ersten Olympia-Runde hatte Lisicki gegen die erst 17-jährige Ons Jabeur allerdings mehr Probleme, als ihr lieb war. Erst nach 1:49 Stunden gewann die haushohe Favoritin gegen die Nummer 297 der Weltrangliste 4:6, 6:0, 7:5. Die Partie war am Sonntagabend im ersten Satz beim Stand von 3:4 unterbrochen worden, nachdem Lisicki auf dem feuchten Boden ausgerutscht war. „So eine Schrecksekunde bleibt in den Knochen“, sagte Lisicki nach der Fortsetzung: „Der Respekt war auch heute noch da, ich bin vorsichtiger gelaufen und hatte dadurch keinen Rhythmus.“ In Runde zwei trifft sie auf die starke Kasachin Jaroslawa Schwedowa. „Das wird schwer, aber ich kann mich ja nur steigern. Vielleicht traue ich mich dann ja, besser zu laufen“, sagte Lisicki. Bereits am Tag zuvor hatte Julia Görges (Bad Oldesloe) für die große Überraschung gesorgt und Wimbledonfinalistin Agnieszka Radwanska (Polen) aus dem Turnier geworfen. Die 24-Jährige spielt nun gegen Varvara Lepchenko (USA).

Im Herreneinzel ist dagegen der einzige deutsche Teilnehmer in Runde zwei gescheitert. Philipp Petzschner, durch die Absage des Kroaten Ivo Karlovic ins Feld nachgerückt, verpasste gegen den Weltranglistenachten Janko Tipsarevic (Serbien) eine Überraschung und verlor 6:3, 3:6, 4:6. „So eine Niederlage tut weh. Ich hatte meine Chancen. Gerade möchte ich mich nur vergraben“, sagte Petzschner.

sid

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