Kein Glück in Philadelphia

Ohlbrecht scheitert in der NBA

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Tim Ohlbrecht hat offenbar nichts mehr zu lachen in der NBA.

Köln - Tim Ohlbrecht ist auch bei seinem zweiten Anlauf in der NBA gescheitert. Die Philadelphia 76ers sind nicht mehr an seinen Diensten interessiert und haben sich von ihrem deutschen Spieler getrennt.

Der amerikanische Traum? Für Tim Ohlbrecht ist er womöglich endgültig geplatzt. Nach dem gescheiterten ersten Anlauf in Houston wollte er in Philadelphia bei den 76ers sein Glück versuchen. Mit großen Hoffnungen im Gepäck reiste der deutsche Basketball-Nationalspieler in die einstige US-Bundeshauptstadt. Dort sollte endlich der entscheidende Karriere-Schritt gelingen. Doch erneut geriet er ins Stolpern. Wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichten, hat der Klub den Vertrag mit dem 25 Jahre alten Center aufgelöst. Eine offizielle Bestätigung der Sixers steht allerdings noch aus.

„Natürlich bin ich enttäuscht. Aber ich habe mir nichts vorzuwerfen, habe meine Leistung angeboten“, sagte Ohlbrecht zu bild.de. Sein Name wird nun am Freitag auf der offiziellen „Waiver List“ stehen. Theoretisch könnte ihn nun jeder NBA-Klub verpflichten, allerdings müsste der neue Arbeitgeber seinen Drei-Jahres-Vertrag aus Philadelphia übernehmen. Doch wer nimmt einen, der es bei zwei Klubs nicht geschafft hat? Die Prognosen sind daher alles andere als rosig. Dabei hatte Tim Ohlbrecht alles für eine erfolgreiche Zukunft in der nordamerikanischen Profiliga NBA getan. Er strich sogar die Teilnahme an der Europameisterschaft in Slowenien.

Das erste Jahr in den USA hatte Tim Ohlbrecht enorm beeindruckt, bis heute denkt er immer wieder an die Vertragsunterzeichnung in Houston. „Die Zeit bei den Rockets war toll“, sagt er rückblickend: „Zwei Wochen lang bin ich aufgewacht mit dem Gedanken: Ich gehe jetzt zum NBA-Training.“ Durchsetzen konnte sich der 2,10-m-Mann in der Ölmetropole aber nicht.

Drei Spiele machte er im März und April für die Texaner, ganze zwölf Minuten stand Ohlbrecht auf dem Parkett. Houston schob ihn ab, doch zum Glück übernahm Philadelphia den bis 2015 laufenden Vertrag. Eine zweite Chance also für den 84-maligen Nationalspieler. Doch auch dort musste der ehemalige Bundesligaprofi in den Vorbereitungsspielen meist zuschauen, Cheftrainer Brett Brown setzte kaum auf die Dienste Ohlbrechts.

Seinen einzigen Einsatz für die 76ers bestritt Ohlbrecht in einem Europa-Gastspiel beim spanischen Erstligisten Bilbao Basket. 11:35 Minuten Spielzeit und zwei Punkte standen am Ende zu Buche, Philadelphia gewann mit 106:104. Coach Brown war dies offenbar zu wenig.

Seine Erwartungen hatte Ohlbrecht nach den Erfahrungen in Houston wohlwissend gedämpft. Er war auf der Hut. Bescheiden erklärte er: „Ich versuche, mich zu etablieren und meine Rolle zu finden.“ Harte Arbeit war angesagt, Träumerei total fehl am Platz. Offenbar zurecht.

Sollte sich wirklich kein neuer NBA-Klub für Tim Ohlbrecht finden, bliebe es bei vier deutschen Spielern in der stärksten Liga der Welt: Superstar Dirk Nowitzki (Dallas Mavericks), Dennis Schröder (Atlanta Hawks), Elias Harris und Chris Kaman (beide Los Angeles Lakers). Die Saison in der NBA startet Ende des Monats.

SID

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