Nyman siegt - Zepnik als DSV-Lichtblick

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Steven Nyman (Archivfoto)

Gröden - Der Amerikaner Steven Nyman hat überraschend die verkürzte Weltcup-Abfahrt in Gröden gewonnen. Bei den Deutschen gab es einen Lichtblick.

Als für Steven Nyman seine lange Leidenszeit zu Ende gegangen war, sahen die deutschen Abfahrer endlich wieder ein mattes Licht am Ende des Tunnels. Während der Amerikaner Nyman bei der völlig verrückten Weltcup-Abfahrt von Gröden seinen ersten Sieg nach sechs Jahren und vielen Verletzungen feierte, machte ein 24-Jähriger dem Deutschen Skiverband (DSV) leise Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Philipp Zepnik, Sportsoldat aus Halblech, belegte bei seinem zweiten Weltcup-Einsatz Rang 21.

„Ich habe oben mitbekommen, dass da noch viele Junge reingefahren sind“, erzählte Zepnik. Ein gewisser Marvin van Heek, 21 und bisher nie besser als 42. in einem Speed-Rennen, sorgte als Achter etwa für das beste Abfahrtsergebnis eines Niederländers überhaupt.

Zepnik ging als Viertletzter ins Rennen, „und mein Servicemann hat gesagt: “Wenn du jetzt nicht riskierst...'„. Zepnik riskierte - und war auf der wetterbedingt verkürzten `Saslong“ nur 1,19 Sekunden langsamer als Nyman. „Das war ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte er. Im neuen Jahr muss er trotzdem wieder im Europacup ran.

Er habe stark von den im Rennverlauf immer besseren Bedingungen profitiert, gab Zepnik offenherzig zu, „aber man muss es auch erst runterbringen“. Das tat er - anders als mancher Teamkollege. Andreas Sander aus Ennepetal (+1,27) erreichte mit Platz 25 immerhin sein bestes Saisonergebnis, ärgerte sich aber zurecht. „Das war nicht so gut. Ich weiß nicht, ob so eine Chane noch einmal kommt“, sagte er. Sander war als 37. kurz vor Nyman (39) gestartet.

Stephan Keppler aus Ebingen (1,65) hatte als 25. Starter noch mit Schneefall zu kämpfen und verpasste die Punkteränge als 32. knapp. „Das war eine fehlerfreie Fahrt, aber ich war nicht schnell. Es lag am Ski“, sagte er. Marvin Ackermann (Bad Waldsee/2,00) kam auf Platz 41. Nyman, der den Klassiker schon vor sechs Jahren gewonnen hatte, setzte sich vor dem Slowenen Rok Perko (0,19) durch. Dritter wurde Weltmeister Erik Guay aus Kanada (0,24).

Für Nyman war sein wilder Ritt über „Mauer“, „Kamelbuckel“ und „Ciaslat-Wiese“ ein Befreiungsschlag. Im vergangenen Jahr riss er sich die Achillessehne, bestritt kein einziges Rennen. Im November 2007 stand er als Zweiter in Beaver Creek/USA zum letzten Mal auf dem Podium. „Ich hatte viele Probleme in den letzten Jahren, da ist es schön, hier zu stehen. Das ist mein Rennen hier. Natürlich hatte ich Glück, aber ich bin auch gut gefahren“, sagte er.

Die dritte Abfahrt des Winters stand kurz vor der Absage, konnte erst mit zwei Stunden Verzögerung gestartet werden. Zwischenzeitlich erwog die Jury, erstmals seit Kitzbühel 1999 eine Sprintabfahrt mit zwei Durchgängen durchzuführen. Als es bald nach dem Start wieder zu schneien begann, unterbrach Renndirektor Günter Hujara die Abfahrt nach elf Startern für rund 20 Minuten. Nyman profitierte, hörte es doch nach den Top-30-Läufern wieder auf zu schneien.

sid

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