Nürnberg bekommt WTA-Turnier

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Wer in Nürnberg antritt (Foto: Sabine Lisicki), ist noch unklar

Nürnberg - Das WTA-Tennisturnier in Stuttgart ist nicht mehr allein auf dem Wettkampfkalender der Damen-Profitour: Schon in diesem Jahr kommt auch Nürnberg hinzu.

Nürnberg wird noch in diesem Jahr zum zweiten deutschen Standort eines Tennisturniers auf der Damen-Profitour. Die fränkische Metropole erhält eine der begehrten WTA-Lizenzen von der österreichischen Agentur MatchMaker Communication, wie Vermarkterin Sandra Reichel am Freitag der Nachrichtenagentur dpa sagte. Die mit 235 000 Dollar dotierte Sandplatzveranstaltung soll vom 8. bis 15. Juni über die Bühne gehen und das Turnier in Barcelona ersetzen. Die Spielerinnenorganisation WTA bestätigte per Twitter den Wechsel.

„Das ist ein sehr positives Zeichen. Wir freuen uns natürlich riesig, dass es eine weitere Bühne für die deutschen Tennis-Damen geben wird, um sich im eigenen Land zu präsentieren“, sagte Bundestrainerin Barbara Rittner im französischen Limoges einen Tag vor der Fed-Cup-Partie in der Weltgruppe II gegen Frankreich.

Vor allem aus finanziellen Gründen kam das Aus für die spanischen Ladies Open, die eigentlich im April ausgetragen werden sollten. Rasch musste Ersatz her - die Vermarkter entschieden sich für Nürnberg. „Das ist eine große Sache für uns und Nürnberg“, kommentierte Reichel, deren Agentur auch die österreichischen WTA-Events in Linz und Bad Gastein organisiert. „Im deutschen Damentennis gibt es einen unheimlichen Boom. Es war an der Zeit, dass Deutschland nach Stuttgart ein zweites WTA-Turnier bekommt.“

Offen ist allerdings noch, auf welchem Gelände gespielt werden soll. Favorisiert ist der traditionsreiche Tennis-Club 1. FC Nürnberg, dessen Herrenteam auch in der Tennis-Bundesliga mitmischt. Mit der guten Infrastruktur und insgesamt zwölf Sandplätzen sei die Tennisanlage des Vereins wie gemacht für solch ein großes Turnier, sagte Reichel. Spätestens in der kommenden Woche sollen finale Gespräche mit den Vereinschefs geführt werden.

Franz-Josef Wich, der die Verhandlungen für den FCN führt, glaubt an einen Kompromiss. „So ein Turnier wäre eine sehr reizvolle Aufgabe. Es existiert auch schon eine Absichtserklärung, aber es sind noch keine Verträge unterschrieben“, sagte er der dpa und erklärte: „Wir haben natürlich auch gewisse Vorstellungen.“ Neben Finanzierungsfragen geht es beispielsweise auch um den Zeitraum des Vertrages. „Wir möchten hier nicht nur einmal ein WTA-Turnier haben und kommendes Jahr womöglich schon wieder vom Plan verschwunden sein“, sagte Wich.

Ob im Juni aber wirklich zahlreiche Weltklassespielerinnen der Einladung nach Nürnberg folgen, ist noch nicht abzusehen. Die späte Turniergeburt macht es schwierig, weil viele Profis schon anderswo zugesagt haben. Zudem ist in der Woche auch ein Turnier in Birmingham angesetzt. Großer Vorteil der Briten: Dort wird auf Rasen gespielt und nicht wie in Nürnberg auf Sand. Allein das dürfte kurz vor dem Rasenhighlight Wimbledon für die Besten ein Argument sein, eher auf die Insel zu reisen - auch wenn die Fed-Cup-Spielerinnen Julia Görges, Annika Beck und Anna-Lena Grönefeld am Freitag andeuteten, dass das Turnier für sie „infrage kommt“. Sabine Lisicki dagegen dürfte eher ihren Lieblingsbelag Rasen vorziehen.

dpa

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