Dem Nürburgring droht die Insolvenz

Köln - Dem Formel-1-Rennen auf dem Nürburgring droht das Aus. Die EU-Kommission will der Nürburgring GmbH eine beim Land Rheinland-Pfalz beantragte Rettungshilfe nicht genehmigen.

Das berichtete die Rhein-Zeitung am Dienstag. Dabei geht es um 13 Millionen Euro. Die Besitzergesellschaft, die sich zum größten Teil in Landesbesitz befindet, ist finanziell in Schieflage geraten und benötigt zusätzliche Unterstützung. Die Kommission in Brüssel jedoch habe dem Bericht zufolge weitere Zahlungen als unzulässig abgelehnt. Der SPD-Landesregierung war ein solcher Beschluss am Dienstag allerdings nicht bekannt. „Wir sind natürlich in Verhandlungen mit der EU-Kommission“, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Marc Wensierski dem Blatt. Bis Ende Juli indes muss eine Entscheidung fallen.

Das Land Rheinland-Pfalz hat das Projekt „Nürburgring 2009“ mit 330 Millionen Euro unterstützt. Ministerpräsident Kurt Beck hatte das Darlehen stets als Strukturhilfe für die Eifel-Region verteidigt. Laut Rhein-Zeitung soll der Kredit bei der landeseigenen Investitions- und Strukturbank (ISB) gestundet werden. Sollte die EU-Kommission tatsächlich die Beihilfe des Landes als unerlaubt einstufen, steht die GmbH vor der Insolvenz.

Angeblich ist die Gesellschaft mit 413 Millionen Euro verschuldet. Insgesamt sei der Ring-Komplex mit dem Hotel, dem Freizeitpark, Restaurants und Veranstaltungshallen nur noch 126 Millionen Euro wert. Die Entscheidung der Kommission könnte der Schlussstrich unter ein unwürdiges Kapitel in der Geschichte der Rennstrecke sein. Die Landesregierung hatte versucht, für den Nürburgring private Geldgeber zu finden und war an dubiose Investoren geraten.

Finanzminister Ingolf Deubel trat im Zuge der Affäre zurück, Nürburgring-Geschäftsführer Walter Kafitz wurde später gefeuert. Die Staatsanwaltschaft Koblenz erhob im Februar gegen sie und weitere Beteiligte Anklage wegen Untreue beziehungsweise Beihilfe zur Untreue.

SID

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