Nowitzkis ganz spezielle Weihnachtsfeier

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Dirk Nowitzki mit der Trophäe zum Gewinn der NBA-Saison

Dallas - Am Sonntag um 13.13 Uhr Ortszeit wird Dirk Nowitzkis Traum endlich Wirklichkeit, die verspätete Zeremonie ist für ihn der Höhepunkt einer ganz speziellen Weihnachtsfeier.

Es ist der Moment, dem Dirk Nowitzki seit Monaten wie ein kleines Kind entgegenfiebert. Bislang hat der Star der Dallas Mavericks nur in seinen Träumen auf dem glänzenden Parkett der ausverkauften Arena gestanden und mit großen Augen verfolgt, wie das Meisterbanner im Scheinwerferlicht unter die Hallendecke gezogen wird. Am Sonntag um 13.13 Uhr Ortszeit wird aus dem Traum endlich Wirklichkeit, die verspätete Zeremonie ist für Nowitzki der Höhepunkt einer ganz speziellen Weihnachtsfeier.

„Wir hätten liebend gerne am 1. November das Banner hochgezogen und die Ringe bekommen. Aber es gab eben diese kleine Verspätung“, sagte Nowitzki. Wegen des Lockouts in der Basketball-Profiliga NBA musste sich der frisch gekürte „Sportler des Jahres“ in Geduld üben, die um fast zwei Monate verlängerte Wartezeit hat die Vorfreude auf den besonderen Tag aber noch einmal vergrößert.

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„Das Auftaktspiel kann gar nicht schnell genug kommen“, sagte Nowitzki vor dem Duell mit Finalgegner Miami Heat am Sonntag (19.30 Uhr MEZ). Das erste Banner der Klubgeschichte soll endlich an seinen Platz. Wenn Nowitzki künftig in Erinnerungen schwelgen will, muss er im American Airlines Center nur ganz leicht den Blick heben. Und der 33-Jährige wird das sicher regelmäßig tun. „Wir werden es dort bis zum Ende der Karriere sehen - für den Rest unseres Lebens.“

Wenn die minutengenau durchgeplante Feier als Overtüre zum Saisonauftakt über die Bühne geht, werden allerdings viele Meisterspieler nicht dabei sein. Dallas hat das Team in den letzten Wochen kräftig umgebaut. So sind in Tyson Chandler (New York Knicks), J.J. Barea (Minnesota Timberwolves) und Caron Butler (Los Angeles Clippers) drei wichtige Bausteine ausgetauscht worden. Nowitzki wird sie nicht vergessen. „Sie werden immer wie eine Familie für mich sein, egal wo sie spielen.“

Gar nicht mehr auflaufen wird Peja Stojakovic, der Serbe hat zur Enttäuschung von Nowitzki seine Basketballschuhe an den Nagel gehängt. Mit „Air Canada“ Vince Carter und Lamar Odom sind zumindest zwei große Namen gekommen. Trainer Rick Carlisle weiß, dass die Mavs durch den Umbruch vor einer großen Herausforderung stehen. „Wenn fünf wichtige Spieler nicht mehr da sind, muss man sich neu aufstellen“, sagte der 52-Jährige. Vor allem von Odom und Carter verspricht sich Carlisle eine Menge: „Sie waren schon in einigen Kriegen und wissen, worum es geht.“

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Die Meisterringe sind wegen der eigenwilligen Vorstellungen des exzentrischen Klubbesitzers Mark Cuban noch immer nicht fertig, doch die Gedanken der Mavericks kreisen schon um neue Schmuckstücke. Nowitzki hält eine erfolgreiche Titelverteidigung für machbar. „Wir waren auch im letzten Jahr nicht der Favorit. Deshalb weiß niemand, was passieren wird“, sagte der wertvollste Spieler (MVP) der Finalserie.

Glaubt man den Wettquoten, sind die Mavericks tatsächlich wieder ein Außenseiter. Setzt man einen Euro auf Dallas, bekommt man bei Anbieter bwin 11,00 Euro ausgezahlt. Immerhin mit vier Mannschaften ist beim Meistertipp weniger zu holen. Titelfavorit ist Miami (3, 25) vor den Los Angeles Lakers (6,25), den Chicago Bulls (8,00) und den Oklahoma City Thunder (9,50).

Die Konkurrenz ist stark, die Mission wird verdammt schwer. Das weiß Nowitzki. Vor allem, weil es in der vergangenen Saison teilweise wie von selbst lief. „Im letzten Jahr hat es einfach funktioniert. Die Chemie war großartig“, sagt Nowitzki rückblickend. Doch auch die neuen Mavericks gefallen dem Würzburger. „Das Team ist ähnlich aufgestellt mit einigen älteren Jungs, die in dieser Liga so ziemlich alles erlebt haben.“

Odom gehört zu dieser Kategorie. Der Neuzugang hat mit den L.A. Lakers das Kunststück geschafft, zweimal nacheinander Meister zu werden. Deshalb bereitet der beste sechste Mann der abgelaufenen Spielzeit die Mavericks vorsorglich auf schwere Zeiten vor. „Die Titelverteidigung ist echt hart“, weiß Odom.

In die gleiche Kerbe schlägt der Trainer. „Unsere Gegner werden an die Grenzen gehen, weil sie gegen den Champion spielen“, sagt Carlisle. Der Erfolgscoach, als Spieler 1986 Meister mit den Boston Celtics, kennt das gut. „An jedem Abend gibt es ein Meisterschaftsspiel. Ich versuche, die Jungs darauf vorzubereiten.“

sid

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