Nowitzki lässt auch Bauermann staunen

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Dirk Nowitzki (l.) & Co. jubeln

Siauliai - Mit dem Auftaktsieg gegen Israel hat die deutsche Nationalmannschaft bei der Basketball-EM Selbstvertrauen für die anstehenden Spiele getankt. Auch Dirk Bauermann staunte über seinen Star.

Der Bundestrainer kam wieder einmal aus dem Staunen nicht heraus. „Manchmal muss man sich kneifen, wenn man sieht, wie Dirk Nowitzki den Schalter umlegen kann“, sagte Dirk Bauermann nach dem mühelosen Auftaktsieg der deutschen Basketballer bei der EM in Litauen. Beim 91:64 (40:26) gegen Israel zeigte der NBA-Champion aus Dallas eine hervorragende Vorstellung, aber auch die Mannschaft hinter Nowitzki funktionierte.

„Die Jungs haben das toll hinbekommen. Wir waren von Anfang an sehr konzentriert und haben die Dinge umgesetzt, die wir uns vorgenommen hatten“, stellte Bauermann nach dem gelungenen Auftakt zufrieden fest. Tatsächlich war das Konzept des Bundestrainers gegen den Außenseiter aus Israel voll aufgegangen. Nowitzki und sein NBA-Kollege Chris Kaman wurden im Angriff als Fixpunkte gesucht, übernahmen in der Anfangsphase die gesamte Verantwortung und brachten damit die ganze Mannschaft ins Spiel.

„Dirk und Chris haben selbstlos Basketball gespielt und die freien Leute gesucht“, lobte Bauermann: „Beide haben viel Vertrauen in ihre Mitspieler gezeigt. Das ist ein wichtiges Signal.“ Beim wichtigen Auftakt konzentrierte sich über weite Strecken nicht alles auf die beiden Stars, das Kollektiv war der Schlüssel zum Erfolg.

„Wir haben einfach gut zusammengespielt. Es waren schöne Ballstaffetten dabei. Wenn alle treffen wie heute, ist einiges drin“, glaubt Nowitzki. 25 Punkte verbuchte der 33-Jährige als bester Werfer eines einseitigen Spiels. Nach der schwierigen Vorbereitung mit verspätetem Einstieg war der Star zum richtigen Zeitpunkt voll da.

Alles gefiel dem Würzburger beim mühelosen Sieg gegen die überforderten Israelis aber nicht. „Wir müssen hinten noch ein bisschen besser stehen. Wir haben ein paar Fehler gemacht. Aber du kannst nicht 40 Minuten fehlerfrei spielen.“

Ein Sonderlob von Nowitzki, der in Siauliai wegen seiner Auszeichnung als wertvollster Spieler der NBA-Finalserie von den deutschen Fans immer wieder mit „MVP“-Rufen angefeuert wurde, erhielt Kaman. „Er ist eine Macht in der Zone“, sagte Nowitzki. Im Spielberichtsbogen fand sich die Bestätigung: 18 Punkte und 10 Rebounds standen für den Center der Los Angeles Clippers zu Buche.

Kaman analysierte den Auftakt eher nüchtern. „Wir hatten ein Spiel, das haben wir gewonnen. Also bin ich glücklich“, erklärte der 28-Jährige: „Das bringt uns unserem Ziel einen Schritt näher.“

Mit der deutschen Mannschaft will der gebürtige Amerikaner im kommenden Jahr an den Olympischen Spielen teilnehmen, mindestens Platz sechs muss in Litauen her, um im Rennen um das Ticket für London zu bleiben. Der Erfolg gegen Israel war bei der schwierigen Mission nicht mehr als ein Anfang. „Das gibt uns Selbstvertrauen. Aber diese Gruppe ist brutal schwer. Wir haben einen langen Weg vor uns“, sagte Bauermann: „Die Jungs wissen, dass man den Sieg nicht überbewerten darf.“

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Erleichterung war dem Bundestrainer aber dennoch anzumerken. „Das erste Spiel ist immer schwierig“, sagte Bauermann. Den Beweis dafür lieferte am ersten Tag der Endrunde die Konkurrenz. Titelverteidiger Spanien mühte sich zu einem schwer erkämpften 83: 78 gegen Außenseiter Polen, auch Frankreich zeigte einen Stotterstart. Im Duell der deutschen Vorrundengegner setzte sich das Team um NBA-Star Tony Parker in einem bis kurz vor dem Ende offenen Spiel mit 89:78 gegen Lettland durch.

Die deutsche Mannschaft war gewarnt, entsprechend konzentriert ging man am Abend zu Werke. Drei der vier ausstehenden Vorrundenspiele, in denen es noch gegen schwere Brocken wie Italien, Frankreich und Serbien sowie Lettland geht, finden ebenfalls zu später Stunde statt. Nowitzki kann damit gut leben. „Es ist gut, dass wir abends spielen. Ich bin kein Vormittags- oder Nachmittagsmensch. Abends zu spielen, bin ich auch aus der NBA gewohnt.“

sid

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