Nowitzki kommt - Bauermann vor schwieriger Mission

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ARCHIV - Die deutschen Nationalspieler Chris Kaman und Dirk Nowitzki während der Olympischen Spiele in Peking beim Spiel China gegen Deutschland (16.08.2008).

Frankfurt/Main - Das Warten hat ein Ende: Nach drei langen Jahren kehrt Superstar Dirk Nowitzki an diesem Dienstag in den Kreis der deutschen Basketball-Nationalmannschaft zurück.

Die Ankunft des NBA-Champions sorgt in der DBB-Auswahl zwei Wochen vor Beginn der Europameisterschaft für Aufbruchstimmung und hat bei den Fans schon im Vorfeld der nahezu ausverkauften Testspiele in Bamberg, Bremen, München und Berlin einen Hype ausgelöst.

"Ich habe in den letzten beiden Jahren immer versprochen, dass ich dabei bin, wenn es bei der EM um die Olympia-Qualifikation geht - um es den Jungen zu ermöglichen. Da in letzter Sekunde zurückzuziehen, wäre nicht gut gewesen. Ich hätte schon gern länger Pause gemacht, aber jetzt mache ich das Beste daraus", hatte Nowitzki im Vorfeld seine Zusage begründet.

Bundestrainer Dirk Bauermann sieht den 33-Jährigen von den Dallas Mavericks jedoch nicht als Heilsbringer und warnt vor übertriebenen Erwartungen. "Bei der EM werden 26 NBA-Profis spielen. Nur die Mannschaften werden ihre Ziele erreichen, die am besten als Einheit funktionieren", sagte Bauermann der Nachrichtenagentur dpa.

Der Coach steht vor der Herausforderung, Nowitzki und dessen NBA-Kollegen Chris Kaman (Los Angeles Clippers) innerhalb kürzester Zeit zu integrieren. "So etwas dauert normalerweise monatelang. Wir haben zwei Wochen, um ein Team zu werden, und müssen die knappe Zeit daher intensiv nutzen", sagte Bauermann vor dem Supercup am Wochenende in Bamberg.

Natürlich erhofft sich der 53-Jährige von Nowitzki auch einen kräftigen Schub auf dem Weg zur EM vom 31. August bis 18. September in Litauen, bei der die DBB-Auswahl mindestens Rang sechs anpeilt. Damit würden sich Nowitzki & Co. die Chance auf die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2012 in London erhalten.

Auf den mit allen Wassern gewaschenen NBA-Profi wartet eine extreme Umstellung. Er muss vor allem wieder schnell lernen, wie seine Mitspieler ticken. "Solche Prozesse, bis das Spielverständnis da ist, dauern. Er muss lernen, den Jungen zu vertrauen", erklärte Bauermann.

Doch auch Nowitzkis Mitstreiter haben in den kommenden Tagen einiges zu lernen. "Sie müssen Verantwortung übernehmen und sich etwas trauen. Das wird eine schwierige Sache für die jungen Spieler, denn viele von ihnen haben bisher weder mit Dirk noch mit Chris zusammengespielt", sagte der Bundestrainer.

Vom letzten Auftritt Nowitzkis im DBB-Trikot bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking sind nur noch sechs Kollegen übrig geblieben. Damals kassierte das deutsche Team beim 57:106 gegen die USA die zweithöchste Pleite in der Länderspielgeschichte. Ähnliche Erfahrungen will Nowitzki sich und seinen Kollegen im Sommer 2011 ersparen: "Hoffentlich spielen wir eine Riesen-EM, dann passt das."

Von Eric Dobias, dpa

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