"Furchtbare Nacht" für Nowitzki und die Mavericks

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Dirk Nowitzki musste sich gegen die San Antonio Spurs den Basketball hart erkämpfen.

San Antonio - Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks haben bei den San Antonio Spurs die 22. Saisonniederlage einstecken müssen. Der Deutsche leistete sich ein Spiel voller Fehlwürfe. Die Playoffs wackeln.

Nach einer „furchtbaren Nacht“ schlich Dirk Nowitzki geknickt vom Parkett. Die letzten zwölf Würfe hatte der Basketball-Superstar der Dallas Mavericks im Texas-Duell bei den San Antonio Spurs allesamt verfehlt - eine Katastrophe für den Titelverteidiger der NBA, der doch so abhängig ist von seinem deutschen All-Star. Die Konsequenz aus Nowitzkis Fehlschüssen: Die Mavs unterlagen dem Dauerrivalen im Westen 87:104 und müssen mehr denn je um die Play-off-Teilnahme zittern.

Nach der Schlusssirene haderte Nowitzki mit seinem Auftritt: „Ich hatte eine furchtbare Nacht. Ich habe den Ball einfach nicht mehr untergebracht. Viele meiner Schüsse waren zu kurz.“ Die Spurs hatten sich allerdings auch bestens auf den Final-MVP der vergangenen Saison eingestellt. Matt Bonner und Neuzugang Boris Diaw, der erst einen Tag zuvor aus Charlotte nach San Antonio gekommen war, bearbeiteten Nowitzki mit allen ihnen zu Verfügung stehenden Mitteln. Der 33-Jährige zeigte ungewohnte Durchsetzungsschwächen unter dem Korb und pflückte nur zwei Rebounds. „Diaw hat einen großartigen Job gemacht. Egal wer da draußen war, wir waren richtig aggressiv“, sagte Spurs-Coach Gregg Popovich.

Die Teamkollegen konnten Nowitzki, der insgesamt 16 Punkte erzielte und nur fünf seiner 21 Würfe traf, erneut nicht helfen. 17 Spiele vor den Play-offs zeigte sich umso deutlicher, dass die Mavs vom Schussglück ihre Ausnahmespielers abhängig sind. Einzig Jason Terry stemmte sich mit 18 Punkten gegen die Niederlage.

Gar nicht zum Einsatz kam der frühere Lakers-Star Lamar Odom, der vor der Saison als Hoffnungsträger verpflichtet worden war. Nachdem er bei der Niederlage gegen seinen Ex-Klub von den Dallas-Fans gnadenlos ausgebuht worden war, ließ ihn Trainer Rick Carlisle über die gesamte Spieldauer auf der Bank. „Für alles gibt es ein erstes Mal“, sagte Odom, der sich nicht erinnern konnte, in seiner 13-jährigen NBA-Karriere einmal fit auf der Bank gesessen zu haben. Trotz allem versucht er positiv zu bleiben: „Wie es aussieht, kommen wir in die Play-offs. Hoffentlich kommt dann meine Zeit.“

So gut wie sicher in der Endrunde sind dagegen die Spurs als Zweiter im Westen. Neben der herausragenden Defensive überzeugte Danny Green mit 18 Punkten als bester Werfer. Fünf weitere Akteure punkteten zweistellig, unter anderem All-Star Tim Duncan, der mit 15 Punkten und zwölf Rebounds sein 725. „Double-Double“ der Karriere hinlegte.

Besser als San Antonio sind derzeit nur die Oklahoma City Thunder in Form. In einem denkwürdigen Spiel bezwang der Spitzenreiter der Western Conference die Minnesota Timberwolves nach zweimaliger Verlängerung 149:140. Russel Westbrook (45) und Kevin Durant (40) erzielten zusammen 85 Punkte für Oklahoma. Dieses Kunststück hatte das Duo in dieser Saison bereits gegen die Denver Nuggets geschafft. Zuvor hatte das Traumduo der Chicago Bulls Michael Jordan und Scottie Pippen 1996 in einem Spiel jeweils mehr als 40 Punkte geschafft.

„Das war ein Spiel, das wohl noch eine Weile wiederholt werden wird. Es hat jedenfalls Spaß gemacht, dabei gewesen zu sein, es war ganz schön nervenaufreibend“, sagte Durant.

Für Minnesota kämpfte Kevin Love mit 51 Punkten vergebens gegen die Niederlage. Unterstützung bekam er von der Bank: Jose Barea (25) und Anthony Tolliver (23) punkteten deutlich besser als die eigentlichen Starter der Timberwolves, die mit 23 Siegen bei 26 Niederlagen die Play-offs langsam aus den Augen verlieren. Love war direkt nach der Schlusssirene herzlich egal: „Diese Niederlage ist egal. Wir brauchten solch ein Spiel. Es ist zwar hart, aber jetzt können wir nach Hause fahren, um dort zu gewinnen.“

sid

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