Nowitzki: "Der Lockout hat mich gerettet"

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Dirk Nowitzki

Dallas - Für Dirk Nowitzki kam der Lockout zur rechten Zeit. Nach Meisterschaft und EM fühlte sich der deutsche Superstar ausgebrannt. Nun ist er wieder voller Tatendrang.

Dirk Nowitzki ist locker und gelöst. Sonst eher zurückhaltend, präsentierte sich der deutsche Basketball-Superstar am Medien-Tag seiner Dallas Mavericks bestens gelaunt, posierte mit der Meistertrophäe und blödelte mit seinen neuen Teamkollegen rum. Nowitzki ist froh, nach 149 Tagen Arbeitskampf zwischen Klubbesitzern und Spielern kann das „German Wunderkind“ endlich die Mission Titelverteidigung angehen.

Dabei kam Nowitzki die Zwangspause nicht ungelegen. „Der Lockout hat mich gerettet“, sagte der 33-jährige in einem Telefon-Interview und ergänzte: „Ich war schlichtweg ausgebrannt. Wenn nach der Europameisterschaft gleich die Saison in der NBA gestartet wäre, dann wäre ich ganz bestimmt ziemlich nah dran an einem Burn-out gewesen.“

Davon ist elf Tage vor dem Saisonstart am 25. Dezember in einer Neuauflage des Finales gegen die Miami Heat nichts mehr zu spüren. Zwar sei die Motivation am Anfang „verdammt schwer gewesen“, mittlerweile fühlt sich Nowitzki aber wieder wohl und verspürt Eine Riesenlust, mit den Mavericks erneut etwas Großes zu erreichen: „Wir wollen mit den Dallas Mavericks den Titel verteidigen. Das wäre wirklich das Allergrößte.“

Die Texaner müssen bei ihrer Mission allerdings eine große Fluktuation im Team wegstecken. Allzu viele „Meister“ sind im Mavericks-Team nicht mehr dabei: Tyson Chandler, Caron Butler, Rudy Fernandez, JJ Barea und Corey Brewers sind weg. Im Gegenzug wurden in der verkürzten und hektischen Transferphase der achtmalige All-Star Vince Carter, Lamar Odom, „free agent“ Delonte West und der Ex-Bayreuther Drew Neitzel verpflichtet. Vor allem Odom hat es „Dirkules“ angetan. „Er ist ein verlässlicher Arbeiter, zudem stark in der Defensive. Solche Leute sind extrem wertvoll“, so Nowitzkis Urteil über den Flügelspieler. Odom wurde in der vergangenen Saison als bester Ergänzungsspieler der Liga ausgezeichnet.

Bei allen personellen Änderungen setzen die Texaner aber wie im Vorjahr auf die Karte Erfahrung. Nowitzki (33), Odom (32), Carter (34), Shawn Marion (33), Jason Terry (34) und Jason Kidd (38) bilden das Gerüst der Mannschaft - mit Routine zum Titel, so das Motto der Mavericks. „Wir sind eine Gruppe von Veteranen, die spielen und gewinnen kann. Wir haben an Erfahrung gewonnen. Das müssen wir auch ausspielen“, sagte Nowitzki. Neuzugang Odom jedenfalls ist zuversichtlich: „Es ist hart, sehr hart. Aber wenn ein Team es schaffen kann, dann dieses.“

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Bleibt abzuwarten, wie Nowitzki und Co. vor allem die Abgänge der wertvollen Meisterspieler Chandler und Butler (Nowitzki: „Es ist bitter, dass sie gegangen sind“) auffangen. Ex-NBA-Star und TV-Experte Charles Barkley traut Dallas in der neuen Saison jedenfalls nicht viel zu. Seine düstere Prognose: „Chandler zu verkaufen, war der Todesstoß. Die Mavericks werden eine Eintagsfliege bleiben.“

Nowitzki nimmt das zur Kenntnis, ist aber überzeugt, dass seine Veteranen-Truppe in der auf 66 Spiele verkürzten Saison eine gute Rolle spielen wird. „Was möglich ist, hängt davon ab, wie schnell wir zusammenfinden. Aber wir haben die Chance, jeden zu schlagen“, meint der 33-jährige.

Seit vergangenem Freitag trainiert Nowitzki wieder mit seinen Mavericks und fiebert nicht nur dem Saisonauftakt entgegen. „Ich freue mich ganz besonders auf die Banner-Präsentation“ so der gebürtige Würzburger. Mit zweimonatiger Verspätung wird am ersten Weihnachtsfeiertag endlich das Meisterbanner unter der Hallendecke aufgehängt.

Auch auf den Meisterring freut sich der NBA-Champion wie ein kleines Kind: „Ich habe 13 Jahre für diesen Traum gearbeitet. Das war schon ein echt großes Ding.“ Gegen ein weiteres „großes Ding“ hätte Nowitzki wohl auch 2012 nichts einzuwenden.

sid

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