"Werde keine Party machen"

Nowitzki beim All-Star-Game: Alt aber gut

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Dirk Nowitzki ist schon zum zwölften Mal beim All-Star-Game der NBA.

New Orleans - Das Dutzend ist voll. Zum zwölften Mal ist Dirk Nowitzki am Wochenende beim Allstar-Spiel der NBA dabei. Dort sieht der Alt-Star dennoch nicht alt aus.

Und das, obwohl das große Schaulaufen der Superstars, diese Mischung aus Show und Action, Spektakel und Entertainment, eigentlich gar nicht so Recht nach dem Geschmack des eher ruhigen Würzburgers ist. „Das Allstar Game war nie so mein Spiel. Von daher bin ich da immer eher schüchtern und zurückhaltend gewesen, habe nur geworfen, wenn ich mal freistand“, sagte der Kapitän der Dallas Mavericks.

Wenn sich die Elite der nordamerikanischen Basketball-Profiliga an diesem Wochenende in New Orleans trifft, ist Nowitzki mit seinen 35 Jahren der Altstar unter den Allstars. Da der von den Fans in die Start-Formation gewählte Kobe Bryant von den Los Angeles Lakers aufgrund seiner Knieverletzung nicht spielen kann, ist Nowitzki der Einzige aller 24 Profis, der noch aus den Siebzigern stammt. Fünf seiner Mit- und Gegenspieler indes sind erst in den Neunzigern geboren. Anthony Davis vom Gastgeber New Orleans Pelicans ist sogar 15 Jahre jünger als Nowitzki.

Dass er es trotz seines fortgeschrittenen Alters erneut zum Allstar geschafft hat, zeigt, wie stark Nowitzki auch in seiner 16. NBA-Saison noch spielt. Charles Barkley hatte zwar unlängst betont, dass der Zahn der Zeit an Nowitzki nage, die Medien hingegen sehen den Deutschen eher als „Das zeitlose Wunder“ (SB Nation).

Nowitzkis Trefferquote aus dem Feld beträgt 49,2 Prozent - nur in der Meistersaison 2010/11 sowie in der Spielzeit 2006/07, als er zum wertvollsten Spieler der Vorrunde gewählt worden war, hatte er höhere Werte. Im Schnitt erzielt der 2,13 Meter-Riese 21,7 Punkte pro Partie und gilt als Hauptgrund dafür, dass die Mavs nach dem Verpassen der Playoffs in der Vorsaison wieder gute Chancen auf die K.o.-Runde haben.

„Ich fühle mich fit, meinem Knie geht's super“, betonte Nowitzki. Als er sich zu Beginn der vergangenen Spielzeit einer OP im Knie unterziehen musste und erst zum Jahresende 2012 zurückkam, hatte Nowitzki keine Chance mehr, sich für das Allstar-Spiel zu empfehlen. Erstmals nach elf Jahren war er nicht dabei. Das habe sich „irgendwie komisch angefühlt“, sagte Nowitzki, der die freien Tage für einen Kurztrip nach Mexiko nutzte.

Nachdem er in den Jahren zuvor für den Dreier-Wettbewerb eingeladen wurde, hatte Nowitzki 2002 seine Allstar-Premiere als Spieler. Die Partie wurde in Philadelphia ausgetragen, bei der Vorstellung der Teams dröhnte die Titelmusik von „Rocky“ aus den Lautsprecherboxen und am Spielfeldrand stand erstmals ein langer, weißer Schlaks mit kurzen Haaren, Kinnbart und etwas verlegenem Blick. „Es war ein Riesenerlebnis, erstmals mit Shaquille O'Neal, Kevin Garnett und Kobe Bryant in einer Umkleide zu sein. Das werde ich nie vergessen“, erinnerte sich Nowitzki.

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Ein Jahr später war er dabei, als Michael Jordan in Atlanta seine Allstar-Abschiedsvorstellung gab - und 2010 gehörte die große Bühne dann Nowitzki quasi ganz allein. Die Rekordkulisse von 108 713 Zuschauern schrie laut auf, als der Stadionsprecher in der Football-Arena von Dallas „DÖÖÖÖÖRK Nowitzki“ ankündigte. „Das war unglaublich in der Arena. Da haben selbst Kobe Bryant und Tim Duncan gemeint, es sei Wahnsinn, dass sie das erleben dürfen.“

Rund um das Allstar-Spiel, dass weiß Nowitzki aus erster Hand, wird auch immer viel gefeiert. „Da gibt's übers Wochenende wahrscheinlich tausend Partys links und rechts, das gehört einfach dazu. Und wenn du jung bist, nimmst du das auch alles mit“, betonte er. Doch als Alterspräsident will Nowitzki das Nachtleben lieber anderen überlassen. „Mittlerweile bin ich zu alt, zum Party machen.“

dpa

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