Lamy Chappuis siegt

Frenzel Zweiter bei Weltcup-Finale

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Eric Frenzel

Oslo - Die beiden derzeit besten Nordischen Kombinierer haben das Weltcup-Finale in Oslo unter sich ausgemacht. Jason Lamy Chappuis hat gegen Eric Frenzel das bessere Ende.

Vor den Augen des norwegischen Monarchen Harald V. hat der neue Kombinations-König Eric Frenzel die Krönung einer nahezu perfekten Saison um Haaresbreite verpasst: Der frischgebackene Gesamt-Weltcupsieger musste sich beim letzten Saisonrennen am legendären Holmenkollen in Oslo als Zweiter nur seinem französischen Dauerrivalen Jason Lamy-Chappuis geschlagen geben und sprintete um 0,4 Sekunden oder einen Meter am zweiten Sieg binnen 21 Stunden vorbei. „Es war noch einmal ein sehr schönes Ergebnis, ein sehr schöner Abschluss“, sagte der 24-Jährige.

Auch wenn es mit dem siebten Saisonsieg am Samstag nichts wurde, geht Frenzel trotz eines durchwachsenen Saisonstarts fast mit der Maximalausbeute in die Sommerpause: Kristallkugel, sieben Saisonsiege, WM-Gold - gerade nach dem Jahreswechsel war der zweimalige Weltmeister eine Klasse für sich. „Ich kann noch nicht ganz begreifen, wie diese Saison gelaufen ist, das braucht noch etwas Zeit“, sagte Frenzel, der am Holmenkollen, der Wiege des nordischen Skisports, einen wahren Gratulations- und Ehrungs-Marathon zu absolvieren hatte.

In der Weltcup-Endabrechung lag Frenzel letztlich mit 1034 Punkten deutlich vor Lamy-Chappuis (818), der das Gelbe Trikot des Gesamtführenden erst Ende Januar an den Deutschen abgetreten hatte, sich aber bei der WM im italienischen Val di Fiemme mit drei Titeln mehr als trösten durfte. Auch Tino Edelmann (Zella-Mehlis) als Sechster (523) und Johannes Rydzek (Oberstdorf) als Neunter (407) beendeten eine starke Saison unter den besten Zehn.

Den letzten Wettkampftag einer Traum-Saison durfte Frenzel noch einmal in Überlänge genießen: Nur das Finale am Holmenkollen findet mit zwei Sprüngen und 15 km Langlauf noch in der Urform des Gundersen statt - benannt nach dem norwegischen Erfinder Gunder Gundersen. Mittlerweile sind ein Sprung-Durchgang und 10 km der Standard.

Nach blitzsauberen Sprüngen auf 129 und 127,5 m lag Frenzel zur Halbzeit auf Platz drei, ging mit 34 Sekunden Rückstand auf den führenden Japaner Taihei Kato in die Loipe, der Vorsprung auf den achtplatzierten Lamy-Chappuis betrug 42 Sekunden. Frenzel lief schnell zu Kato und dessen Landsmann Yosito Watabe auf, Lamy-Chappuis fand zur Hälfte des Rennens Anschluss zur Spitzengruppe und vertraute auf seine Sprintstärke - zurecht.

Johannes Rydzek arbeitete sich nach einem couragierten Lauf immerhin noch von Platz zwölf auf sieben (+47,1 Sekunden Rückstand) vor und machte dabei fast zwei Minuten gut. Die weiteren deutschen Starter zollten dem „Marathon“ am Ende einer langen vorolympischen Saison Tribut, der Gewinn des „Nations Cup“ als beste Mannschaft der Saison stand allerdings bereits fest.

Der sechsfache Vizeweltmeister Tino Edelmann wurde 17. (+2:31,7 Minuten), der WM-Dritte Björn Kircheisen (Johanngeorgenstadt) kam nach verpatzten Sprüngen nur auf Platz 22 (+2:58,2). Wolfgang Bösl (Berchtesgaden), Fabian Rießle (Breitnau), Manuel Faißt (Baiersbronn) und Janis Morweiser (Oberstdorf) kamen abgeschlagen auf die Plätze 26 bis 29 unter 30 Startern.

sid

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