Gericht löst Kontaktsperre von Karabatic

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Ein Gericht hat die Kontaktsperre von Nikola Karabatic gelöst

Paris - Urteil mit ungewissen Folgen für Handball-Weltstar Nikola Karabatic: Der von einer Manipulationsaffäre schwer gebeutelte Spieler darf zumindest theoretisch von sofort an wieder auf Torejagd gehen.

Die französische Justiz hob am Donnerstag eine Verfügung auf, die Karabatic und vier weiteren in den Skandal verwickelten Profis des französischen Rekordmeisters Montpellier AHB seit Anfang Oktober jeden Kontakt zu Mitspielern und Verantwortlichen des Clubs untersagte.

Allerdings gibt die Entscheidung des Berufungsgerichts in Montpellier auch den Weg für eine fristlose Kündigung der Spieler frei, die MAHB laut Medien erwägt und nach französischem Recht nicht vor einem persönlichen Gespräch erfolgen darf.

Die Handballer um den zweifachen Weltmeister und Olympiasieger und dessen Bruder Luka stehen im Verdacht, vorige Saison das Liga-Spiel bei Cesson-Rennes (28:31) am 12. Mai manipuliert und so Verwandten und Bekannten Wettgewinne von insgesamt knapp 252 000 Euro ermöglicht zu haben. Gegen insgesamt sieben MAHB-Spieler - zwei sind inzwischen zu Paris SG gewechselt - und sechs weitere Personen sind Strafverfahren wegen Betrugs eingeleitet worden. Ihnen allen drohen bis zu fünf Jahre Haft und Geldstrafen von bis zu 75 000 Euro.

Der Anwalt der Karabatic-Brüder, Jean-Robert Phung, feierte das Urteil vom Donnerstag unterdessen als eine Art „Vorfreispruch“ seiner Mandanten. „Das ist ein heftiges Dementi gegen die Staatsanwaltschaft und den Untersuchungsrichter, die nicht den Unterschied zwischen Disziplinarvergehen und Straftat verstehen wollen. Das Berufungsgericht hat ihnen nun gesagt: "Weitergehen, hier gibt es nicht zu sehen".“ Der Skandal sei zum Zirkus ausgeartet und ein „Untergang“ für Medien und Justiz. Er wolle nicht nur den Freispruch, sondern auch Entschädigungen für seine Mandanten erreichen.

Der 28-jährige Nikola Karabatic beteuerte bisher stets seine Unschuld. Er räumte zwar ein, seine Freundin und Bruder Luka (24) hätten damals jeweils 1500 und 7000 Euro gegen den MAHB gesetzt. Das sei „allenfalls eine disziplinarische Sache“, er selbst habe zudem gar nicht gewettet. „Ich habe den Blödsinn satt!“, klagte er jüngst.

Die Affäre hatte für die betroffenen Spieler auch schon finanzielle Konsequenzen. Montpellier ließ die Verträge der Verwickelten auf richterliche Anordnung ruhen, das letzte Gehalt wurde nicht überwiesen. Ein weltweit operierender Drucker-Hersteller (Brother) kündigte zudem sowohl den Sponsorenvertrag mit Nikola Karabatic als auch mit dessen Verein.

Beim Champions-League-Gegner des HSV Hamburg und der SG Flensburg-Handewitt sind vom Skandal neben Nikola und Luka Karabatic auch Dragan Gajic, Issam Tej und Primoz Prost sowie auch die Freundinnen der Karabatic-Brüder betroffen. Strafverfahren wurden zudem gegen die inzwischen von Paris angeheuerten Samuel Honrubia und Mladen Bojinovic eingeleitet. Die Karabatic-Brüder müssen am 7. November vor dem Untersuchungsrichter aussagen.

dpa

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