Karabatic vor düsterer Zukunft

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Nikola Karabatic steht vor einer ungewissen Zukunft.

Montpellier - Für den französischen Handball-Star Nikola Karabatic und seinen Klub Montpellier HB hat die Manipulationsaffäre nun auch erste finanzielle Konsequenzen.

 Ein weltweit operierender Drucker-Hersteller (Brother) kündigte mit sofortiger Wirkung sowohl den Sponsorenvertrag mit dem des Betrugs beschuldigten früheren Welthandballer als auch die Partnerschaft mit dem französischen Serienmeister. Ihr Engagement sei nicht mehr mit den „ethischen Werten wie Ehrlichkeit und Integrität“ vereinbar, hieß es in einer Erklärung.

Es ist der erste Werbepartner von Karabatic, der sich nach der Einleitung des Strafverfahrens zurückzieht. Insgesamt soll er rund zehn Sponsoren haben. Für den Verein bedeutet der Rückzug eine Etatlücke (gesamt 7,4 Millionen Euro) von 300.000 Euro. Die Situation wird ohne diesen Sponsor deutlich komplizierter, sagte Montpelliers Präsident Remy Levy.

Die Zukunft von Karabatic sieht unterdessen noch düsterer aus. Die Staatsanwaltschaft will den Weg für eine fristlose Kündigung des Ex-Kielers bei seinem Verein freimachen und hat eine entsprechende Lockerung der Auflagen beantragt. Montpellier kann seinem Olympiasieger nach französischem Recht nur in einem persönlichen Gespräch kündigen.

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Karabatic selbst hatte am Dienstag gegen die richterliche Verfügung, nach der er keinen Kontakt zu Mitgliedern und Verantwortlichen des Teams haben darf und vom Trainings- und Spielbetrieb ausgeschlossen ist, Einspruch eingelegt. Das Berufungsgericht wird darüber am 25. Oktober entscheiden.

Karabatic und sechs weitere Handballer - darunter sein Bruder Luka - sollen am 12. Mai beim abstiegsgefährdeten Klub Cesson Rennes mit Wetten auf einen Halbzeitrückstand viel Geld kassiert haben. In diesem Zusammenhang besteht der Verdacht, dass die betroffenen Akteure das Spiel manipuliert haben. Statt eines durchschnittlichen Einsatzes von 5000 Euro waren an jenem Tag über 80.000 Euro auf das Spiel gesetzt und damit Gewinne von knapp 300. 000 Euro gemacht worden. Karabatic und Co. hatten die Wetten zwar zugegeben, bestreiten eine Manipulation aber vehement.

Sollte es am Ende des Ermittlungsverfahrens zur Anklage kommen, drohen Karabatic wegen „sportlichen Betrugs und Korruption“ bis zu fünf Jahre Gefängnis und 75.000 Euro Geldstrafe. Andernfalls könnten die Beschuldigten mit einer Geldstrafe von 15.000 Euro davonkommen.

sid

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