Aufsichtsratschef in der Lernphase

Lauda: Die Fabrik ist meine Schule

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Niki Lauda ist der neue Aufsichtsratschef des Formel-1-Teams Mercedes

Abu Dhabi - Er soll Mercedes wieder zu Stärke und vor allem zu einem siegfähigen Silberpfeil verhelfen. Doch erst einmal muss sich Niki Lauda einen Überblick verschaffen. Ein Steckenpferd hat er schon.

Niki Lauda sieht sich als neuer Aufsichtsratschef des Formel-1-Teams Mercedes in einer Lernphase. „Im Moment gehe ich in die Fabrik wie in eine Schule“, sagte der Österreicher in einem Interview der „Bild“-Zeitung vom Dienstag. Seit er seinen Posten bei dem Werksrennstall des deutschen Autobauers angetreten hat, sei er schon dreimal in der Fabrik gewesen. Diese befindet sich allerdings im englischen Brackley. „Wenn ich die Dinge verstanden habe, will ich Ross und die Engländer motivieren, dass die Kommunikation mit Stuttgart besser wird“, meinte Lauda.

Nach Meinung des ehemaligen Piloten, der dreimal den WM-Titel gewinnen konnte, werden die Ressourcen zwischen Stuttgart und England zu wenig genutzt. „Ich glaube, dass es Potenzial gibt, dass in Stuttgart oder Sindelfingen vorhanden ist“, sagte Lauda mit Blick auf die Resultate des Teams seit dem Comeback der Silberpfeile zur Saison 2010.

„Dieses komplexe Auto ist eigentlich das Hauptproblem“

Nur ein Sieg gelang seitdem - Nico Rosberg gewann in diesem Jahr in China. Teamkollege Michael Schumacher schaffte es bei seiner dreijährigen Rückkehr bislang nur einmal aufs Podest - beim Großen Preis von Europa in dieser Saison. Ross Brawn habe als Teamchef aber nie zur Diskussion gestanden, meinte Lauda. „Dieses komplexe Auto ist eigentlich das Hauptproblem“, sagte der aktuelle TV-Experte. „Ich bin derzeit der Hubschrauber von Mercedes und schau' mir das Ganze an. Das wird noch länger dauern.“

Auf ein Lehrjahr hat sich auch Schumacher-Nachfolger Lewis Hamilton schon gefasst gemacht. „Vielleicht haben wir schon nächstes Jahr ein gutes Auto und können mithalten, das wäre fantastisch. Ehrlich gesagt, rechne ich jedoch eher damit, dass es eine Saison wird, in der wir viel lernen müssen“, hatte der Engländer, der von McLaren zu Mercedes wechselt, bereits gesagt.

Wie die Zusammenarbeit zwischen der Formel-1-Schmiede in England und Mercedes in Deutschland aussehen soll, erklärte Lauda: „Von England ausgehend, müssen auf Bestellung gewisse Arbeiten kombiniert werden.“ Er soll derjenige sein, der das alles koordiniert.

dpa

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