Beim Traditionsrennen

Fessel top, Debakel für DSV-Herren

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Nicole Fessel.

Oslo - Die langen Kanten im Rahmen des Weltcups am legendären Holmenkollen sind für die Skilangläufer etwas Besonderes. Das mussten einmal mehr die deutschen Athleten erfahren, die mehr Probleme hatten, als ihnen lieb sein konnte.

Am legendären Holmenkollen sind die deutschen Skilangläufer an ihre Grenzen gegangen und wurden wenigstens teilweise dafür belohnt. Nicole Fessel schaffte beim zweiten 30-Kilometer-Lauf innerhalb von zwei Wochen zum zweiten Mal ein Top-10-Ergebnis und wurde beim Sieg der Norwegerin Therese Johaug Zehnte. Über 50-Kilometer der Männer gab es für dieDSV-Starter dagegen ein Debakel. Tobias Angerer kam über acht Minuten nach Sieger Alexander Legkow als 40. ins Ziel.

Rund 70.000 Zuschauer feuerten die Männer an, bei den Frauen waren es rund 50.000 Langlauf-Fans, die die Strecken bei der 104. Auflage des Traditionsrennens säumten. „Da gibt es nur eins: Durchlaufen, egal was passiert“, meinte Angerer, der zum 17. Mal antrat und dabei an einem Tiefpunkt seiner langen Karriere anlangte.

„Ich hatte unglaubliche Schmerzen im Rücken. Das geht mir bei langen Skating-Einheiten seit meinem schweren Sturz im Sommer öfter so. Aber das soll keine Ausrede sein“, sagte Angerer. „Ich hatte oft ans Aufgeben gedacht, doch das macht man bei diesem Rennen einfach nicht. Das ist eine Frage der Ehre. Und des Respekts vor den Zuschauern, die mich unglaublich angefeuert haben“, erzählte der Vachendorfer.

Auch Tim Tscharnke aus Biberau erwischte einen rabenschwarzen Tag. Nachdem er sich in der ersten Rennhälfte oft im Vorderfeld gezeigt hatte, fiel er immer weiter zurück. Am Ende stand Platz 54 zu Buche. Sein Rückstand auf Legkow, der damit vor den letzten vier Saisonrennen das Gelbe Trikot des Weltcup-Spitzenreiters übernahm, betrug über zwölf Minuten.

Da machten es die Frauen, vornehmlich Nicole Fessel, wesentlich besser. Wenngleich auch die Oberstdorferin nicht ohne Probleme über die Strecke kam. „Heute habe ich die Strapazen schon sehr früh gemerkt. Nach zehn Kilometern begann die Muskulatur schon zu zucken. Und zum Ende hin hatte ich sogar Bauchkrämpfe. Das habe ich noch nie erlebt“, erzählte die Allgäuerin, die bei der WM in Val di Fiemme vor zwei Wochen Fünfte über diese Distanz geworden war, allerdings in der klassischen Technik.

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Sie vergab nach eigener Aussage eine noch bessere Platzierung durch einen zu späten Skiwechsel. „Ich hatte gemerkt, dass es in der dritten Runde sehr zäh wurde, wollte aber an der Gruppe dranbleiben. Mit den neuen Ski ging es dann viel besser“, meinte Fessel, die sich vom 16. Rang in einem einsamen Rennen noch auf Platz zehn nach vorn lief.

dpa

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