NHL: Rückschlag in Tarifverhandlungen

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NHLPA-Geschäftsführer Donald Fehr

Toronto - Ein Ende des Lockouts in der NHL ist nach abgelehnten Angeboten der Spielergewerkschaft in weite Ferne gerückt. Diese Nachricht lässt die DEL auf noch viele Zauberauftritte ihrer „geliehenen“ NHL-Stars hoffen.

Katzenjammer in der NHL, Jubel in der DEL: Weil die Klubbesitzer am Donnerstag in Toronto gleich drei Angebote der Spielergewerkschaft NHLPA abgelehnt haben, herrscht im Tarifstreit der nordamerikanischen Profiliga weiter Eiszeit. Lachender Dritter ist unter anderem die Deutsche Eishockey Liga (DEL), die auf ein längeres Gastspiel der NHL-Stars hoffen darf.

„Es ist schön, dass die Topspieler aus Nordamerika wohl noch etwas länger bei uns bleiben können. Das kann für das deutsche Eishockey nur positiv sein“, sagte Daniel Hopp, Geschäftsführer von Vizemeister Adler Mannheim, dem SID. Bei den Kurpfälzern stehen der frühere Stanley-Cup-Sieger Dennis Seidenberg (Boston Bruins) und Nationalspieler Marcel Goc (Florida Panthers) unter Vertrag.

Auch beim ERC Ingolstadt, der erst am Mittwoch Verteidiger Alexander Sulzer von den Buffalo Sabres verpflichtet hatte, atmete man erleichtert auf. „Das ist eine gute Nachricht für die deutschen Eishockey-Fans. Wir wollen natürlich, dass Alexander so lange wie möglich bei uns spielt“, sagte ERC-Geschäftsführer Karl-Heinz Schapfl.

Genauso sehen es die Verantwortlichen der Eisbären Berlin. Beim Titelverteidiger zauberten sich die kanadischen Weltklassespieler Claude Giroux und Daniel Briere mit Gala-Auftritten in die Herzen der Fans.

In Übersee ist die Stimmung dagegen niedergeschlagen. „Es sollte ein guter Tag werden, doch es wurde keiner“, sagte Gewerkschaftschef Donald Fehr nach der Zusammenkunft am Verhandlungstisch enttäuscht. NHL-Kommissar Gary Bettman meinte resignierend: „Es ging nicht voran.“

Erneut wurde keine Einigung darüber erzielt, wie die zu erwartenden Einkünfte von rund 3,3 Milliarden Dollar zwischen Liga und Spielern verteilt werden. Die NHL hatte am Dienstag eine 50: 50-Offerte abgegeben und gehofft, dass damit die neue Saison am 2. November beginnen kann und volle 82 Spieltage umfasst. Der alte Tarifvertrag hatte den Spielern noch 57 Prozent zugesichert.

„Keines der drei Angebote der Spieler kommt nur annhähernd an die 50:50 heran. Es ist offenbar, dass wir nicht die gleiche Sprache sprechen“, sagte Bettman. Sein Stellvertreter Bill Daly wurde noch deutlicher: „Das wäre kein 50:50-Vertrag, sondern einer über 56 oder 57 Prozent. Auch bei einer angestrebten Laufzeit von fünf Jahren kämen wir nie an die 50 Prozent heran.“

Ein neuer Gesprächstermin ist noch nicht in Sicht, doch die Zeit drängt. Um Anfang November mit der Saison beginnen zu können, müsste eine rasche Einigung erzielt werden. Schließlich haben sich zahlreiche Spieler nach dem Beginn der Aussperrung europäischen Klubs angeschlossen. Wahrscheinlich ist, dass zumindest einige Partien ausfallen werden. 2004/05 war schon einmal eine komplette NHL-Saison einem Lockout zum Opfer gefallen.

sid

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