NY-Marathon: 45.000 sagen "Jetzt erst recht"

+
Zum Marathon in New York werden 45.000 Läufer erwartet.

New York - 45.000 Läufer wollen am Sonntag wie im Jahr 2001 kurz nach dem Anschlag auf das World Trade Center mit einer „Jetzt-Erst-Recht-Einstellung“ den 43. New York-Marathon in Angriff nehmen.

Mehr als 40 New Yorker starben durch den Hurrikan „Sandy“, Hunderttausende sind nach Milliardenschäden an der Infrastruktur noch ohne Strom. Doch 45.000 Läufer wollen am Sonntag wie im Jahr 2001 kurz nach dem Anschlag auf das World Trade Center mit einer „Jetzt-Erst-Recht-Einstellung“ den 43. New York-Marathon in Angriff nehmen.

Das Rennen in der Metropole an der Ostküste wird dabei zum Spenden-Marathon. Mindestens eine Million Dollar wollen die Organisatoren für die Opfer des Unwetters sammeln. Noch mehr fließt als Prämien an die Stars der 42,195 Kilometer.

Dabei haben drei Kenianerinnen eine Riesengage vor Augen: Edna Kiplagat und Sharon Cherop könnten mindestens 630.000 Dollar einstreichen, wenn sie ihrer Teamkameradin Mary Keitany (65 Punkte) noch den mit 500.000 Dollar dotierten Gesamtsieg in der Wertung der World Marathon Majors (WMM) entreißen. Weltmeisterin Kiplagat (50) und Cherop (45) müssten dann jedoch als Erste durchs Ziel laufen. Dies würde ihnen zusätzlich 130.000 Dollar Preisgeld einbringen und bei einer Topzeit können noch einmal 50.000 hinzu kommen.

Vereiteln wollen dies Äthiopiens Olympiasiegerin Tiki Gelana und Russlands Olympiadritte Tatjana Archipowa. Am Start ist auch die deutsche Spitzenläuferin Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg).

Bei den Männern stand dagegen Geoffrey Mutai (ebenfalls Kenia) Ende September beim Erfolg in Berlin schon als Sieger der Saisonwertung fest. Er hatte 2011 als Erster in Boston und New York jeweils 25 Punkte für die aktuelle WMM-Wertung kassiert. Favoriten unter gut 45.000 Läufern sind dessen Landsleute Wilson Kipsang, Dritter in London, und Moses Mosop, Vorjahressieger in Chicago sowie der 2010 in New York als Sieger gefeierte Äthiopier Gebre Gebremariam. Die Amerikaner hoffen wie 2009 auf einen Sieg von Meb Keflezighi, dem aus Eritrea stammenden Olympiavierten.

Ähnlich wie 2001 ist das Rennen durch die fünf New Yorker Stadtteile umstritten. Bürgermeister Michael Bloomberg macht deutlich, dass viele Menschen und Unternehmen vom Marathon profitieren, der nach bisherigen Erfahrungen für rund 300 Millionen Dollar Umsatz sorgt. Gegner argumentieren, New York hätte nun alles andere nötig als einen Marathon. Das Geld für die Organisation des Events sei besser in den Wiederaufbau zerstörter Anlagen investiert.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare