Neureuther enttäuscht, Dopfer überzeugt

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Enttäuschtte beim ersten Lauf in Sölden: Felix Neureuther

Sölden - Klassischer Fehlstart für die größte deutsche Hoffnung beim Ski-Alpin: Felix Neureuther war nach dem ersten Lauf in Sölden mehr als unzufrieden - im Gegensatz zu Fritz Dopfer.

Lange stand Felix Neureuther am Fuße des Rettenbachgletschers hoch über Sölden und blickte auf die Anzeigetafel. „Nicht gut“, sagte er mit betretener Miene. Der beste deutsche Ski-Rennläufer war im ersten Lauf des ersten Rennens der Saison schlecht gefahren, zu passiv, wie er hinterher sagte, er musste lange zittern um den Einzug in den Finaldurchgang - am Ende reichte es nicht: Rang 32, 0,15 Sekunden zu langsam, und Neureuther hatte erkennbar daran zu knabbern. „Aber“, sagte er beim vorzeitigen Abschied, „man darf jetzt nicht den Kopf ins Gletschereis stecken.“

Ohnehin keinen Grund für ein derartiges Versteckspiel hatte Fritz Dopfer, vielmehr durfte der 24 Jahre alte Zollwachtmeister aus Garmisch mit erhobenem Haupt zurück ins Tal fahren. Mit Rang 13 gelang Dopfer ein höchst beachtlicher Einstand in die neue Saison, sein bestes Weltcup-Resultat, Rang 12 vergangenen März im slowenischen Kranjska Gora, verfehlte er nur knapp. „Die Vorbereitung hat Früchte getragen, jetzt kann ich gestärkt in die Saison gehen“, sagte er. Weiter geht die Saison allerdings erst in drei Wochen mit einem Slalom in Levi in Finnland.

Dem beherzt fahrenden Dopfer (2:23,42 Minuten) fehlten beim Sieg von Weltmeister und Weltcup-Gewinner Ted Ligety aus den USA sogar nur 0,05 Sekunden zum erstmaligen Sprung unter die Top Ten. Während sich der Deutsche im Finale immerhin von Rang 21 nach vorne schob, verteidigte Ligety seine Führung aus dem ersten Lauf erfolgreich und siegte in 2:22,00 Minuten vor dem unerwartet starken Franzosen Alexis Pinturault (2:22,29) und dem Österreicher Philipp Schörghofer (2:22,51). „Das war wirklich eine ordentliche Vorstellung vom Fritz, der Felix ist einfach unter den Erwartungen geblieben“, sagte Sportdirektor Wolfgang Maier.

Maier war „vom Felix schon ein bisschen enttäuscht“, er hätte gerne zwei deutsche Läufer im zweiten Durchgang gesehen, „aber wenn du nicht attackierst, wirst du nach hinten weggereicht.“ Neureuther wusste selbst, dass er „nicht die richtige Einstellung und Abstimmung“ gefunden hatte, er habe sich „zu wenig zugetraut“, bekannte er, sagte aber auch: „Ich wusste, dass noch nicht alles passt.“ In der Tat ist ihm noch schuldmindernd anzurechnen, dass er nach einer Schulteroperation im Mai drei Monate pausieren musste, hinzu kam der Wechsel des Materials. „Die Zeit geht mir noch ein bisschen ab“, sagte Neureuther.

Den weiteren Saisonverlauf hakte Neureuther deshalb erst mal ab. In drei Wochen wird im finnischen Levi ein Slalom gefahren, zwei Wochen später folgt ein Riesenslalom in Beaver Creek in den USA, und dann im Dezember, sagte der Partenkirchner, „beginnt die Saison für mich erst richtig“. Das bedeutet: Er konzentriert sich auf den 10./11. Dezember, wenn im französischen Val d'Isere ein Riesenslalom und ein Slalom gefahren werden. Bis dahin, sagte Neureuther mit ernster Miene, „habe ich viel Arbeit vor mir“.

SID

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