Slalom in Wengen

Neureuther feiert zweiten Saisonsieg

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Felix Neureuther holte seinen zweiten Saisonsieg.

Wengen - Felix Neureuther hat den Slalom-Klassiker in Wengen gewonnen. Der Skirennfahrer aus Partenkirchen ließ am Sonntag in der Schweiz im zweiten Durchgang Marcel Hirscher hinter sich.

Felix Neureuther reagierte, wie der Sieger eines Rennens eben reagiert: Er riss die Arme in die Höhe, drückte die Brust heraus und stieß dann einen Schrei aus, der Tarzan zur Ehre gereicht hätte. Doch für den Partenkirchner war der Sieg beim Slalom in Wengen, einem der Klassiker im Weltcup, weitaus mehr als nur ein normaler Sieg. Zwei Wochen vor Beginn der WM fuhr er nach einer ohnehin schon bemerkenswerten Saison endlich Marcel Hirscher davon, dem Dominator aus Österreich.

„Das ist einfach der Wahnsinn“, sagte Neureuther keuchend nach dem vierten Weltcup-Sieg seiner Karriere. Zweiter hinter Hirscher war er nach dem ersten Lauf gewesen, 0,05 Sekunden trennten ihn vom schier unschlagbaren Österreicher, dann aber legte er im Finale mit einer angriffslustigen Fahrt vor: Hirscher patzte anschließend und hatte am Ende 0,21 Sekunden Rückstand. Ivica Kostelic aus Kroatien, Sieger in Wengen 2010, 2011 und 2012, wurde Dritter. Fritz Dopfer (Garmisch), nicht zu vergessen, glänzte mit Rang sechs.

„Dass der Felix in Wengen gewinnt, ist eine Sensation“, sagte DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier bei den Frauen-Rennen in Cortina d'Ampezzo, wo Viktoria Rebensburg den Super-G gewann, und ergänzte scherzhaft: „Das ist das erste Mal, dass er den Hirscher in freier Wildbahn erlegt.“ Tatsächlich hatte Neureuther schon am Neujahrstag den Parallel-Slalom in München in den Finalläufen gegen den Rivalen aus Österreich gewonnen, doch dies hatte eine andere Qualität: „Es ist wichtig, den Marcel mal geschlagen zu haben“, sagte er.

Wichtig war auch, dass Neureuther sich endlich wieder bewies, dass er ein Siegfahrer sein kann. Seine Saisonbilanz ist sehr gut, Siebter, zweimal Zweiter und zweimal Fünfter war er bislang in den Torläufen gewesen. Er fuhr immer mit um den Sieg, hatte ihn stets vor Augen, aber eben auch nicht mehr. „Der letzte Slalom-Sieg ist schon ein Weilchen her, von daher ist das eine extreme Genugtuung“, bekannte der 28 Jahre alte Partenkirchner. In der Tat ist er nun mehr als nur ein Anwärter auf eine Medaille bei der WM.

Sein letzter Sieg in einem Spezialslalom war Neureuther im März 2010 in seiner Heimat Garmisch-Partenkirchen gelungen - sein erster ein paar Wochen zuvor in Kitzbühel. Ganslernhang, Gudiberg, jetzt Männlichen - der Partenkirchner hat nun Siege bei drei der größten, der traditionsreichsten Torläufe im Weltcup vorzuweisen. Vor allem aber gelangen ihm in Wengen zwei gleich starke Läufe. Endlich sei er auch Finale mal „voll auf Angriff“ gefahren„, sagte er stolz. Er stellte aber auch fest: `Ich war total knapp vor dem Ausfall.“

Doch es war sein Tag, und gegen einen Hirscher, der von den sechs Spezialslaloms dieses Winters drei gewann und bei den anderen drei jeweils auf dem Podest stand, muss man auch erst mal gewinnen. Neureuther würde am Ende der Saison gerne auch noch als Bester im Slalom-Weltcup dastehen. Allerdings: In der Disziplinwertung liegt Hirscher, der Gesamtweltcupsieger, auch nach Wengen mit noch 112 Punkten Vorsprung vor dem Deutschen in Führung. Was aber bemerkenswert ist: In der Gesamtweltcup-Wertung ist Neureuther nach wie vor Vierter.

dpa

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