Neureuther und Dopfer vom Winde verweht

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Fritz Dopfer auf der Piste von Bansko.

Bansko - „Es ist halt eine Freiluftsportart“ sagten Felix Neureuther und Fritz Dopfer wortgleich. Dass Ski-Rennen hier und da von den äußeren Verhältnissen beeinflusst werden, kommt öfter mal vor - aber so?

Beim Weltcup-Riesenslalom in Bansko/Bulgarien hatten die beiden Deutschen ganz besonders viel Pech. Wind, Schneefall und Nebel machten Dopfer eine gute Fahrt im ersten Durchgang unmöglich, und im Finale haderte Neureuther damit, dass die Richtungstore ob der Böen „fast am Boden lagen“. Platz 14 für Neureuther und Rang 20 für Dopfer - mehr war im windumtosten Pirin-Gebirge nicht drin.

Einen Zufallssieger gab es jedoch nicht auf der Piste „Banderiza“, Marcel Hirscher aus Österreich feierte überlegen seinen bereits siebten Saisonsieg. 1,39 Sekunden lag er am Ende vor Massimiliano Blardone (Italien), Platz drei holte völlig überraschend Hirschers 20 Jahre alter Teamkollege Marcel Mathis (1, 46). Neureuther hatte beim immerhin zweitbesten Riesenslalom seiner Karriere (Top-Ergebnis: Platz 13) 2,42 Sekunden Rückstand, Dopfer lag 2,95 Sekunden hinter Hirscher, der nun die Disziplinwertung anführt.

„Ich bin sehr enttäuscht“, sagte Dopfer, der sich weniger über das Wetter als über seine eigene Vorstellung ärgerte. „Das war keine gute Leistung. Der Wind darf da keine Ausrede sein“, sagte er.

Abhaken, auf den Slalom am Sonntag konzentrieren? Keinsewegs, sagte Dopfer, „man muss Fehler analysieren, sonst entwickelt man sich nicht weiter. Und da gibt es sicher einige Baustellen, die ich beheben muss.“

Skitechnisch war bei seinen Läufen sicher mehr drin, doch wegen Windes und schlechter Bodensicht hatte er es im ersten Lauf auch schwer. Dennoch sah der Garmischer, der in Bansko als Athletensprecher fungierte, keinen Grund, sich bei Renndirektor Günter Hujara gegen den Start des Rennens auszusprechen.

Als Neureuther im ersten Durchgang auf die Strecke ging, hatte sich das Wetter beruhigt. Dennoch baute der Partenkirchner im oberen Abschnitt einen „Riesenbock“, wie er zugab. Dass er sich bei seinem ersten Riesenslalom seit Oktober aber als 18. gleich wieder fürs Finale qualifizierte, „gibt mir echt Auftrieb“, wie er meinte. Eine Knieverletzung hatte Neureuther gezwungen, auf die jüngsten vier „Riesen“ im Weltcup zu verzichten.

Das Knie hielt auch in Durchgang zwei, „aber als ich oben weggefahren bin, kamen mir erstmal die Torstangen entgegen. Das war nicht optimal, da bin ich fast stehengeblieben. Das war kein gutes Gefühl.“ Das hatte er aber am Ende beim Blick auf die Ergebnisliste: Neureuther holte erstmals seit März 2011 wieder Weltcup-Punkte im Riesenslalom.

SID

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