Neuner nur zweite Siegerin

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Magdalena Neuner (Foto vom Samstag)

Kontiolahti - Magdalena Neuner hat sich einen Tag nach ihrem 32. Weltcupsieg mit Platz zwei im Verfolgungsrennen begnügen müssen. Ole Einar Björndalen triumphiert wieder.

Kurz vor der Biathlon-WM siegt der große Norweger Ole Einar Björndalen wieder. “Es ist gut, wieder zu gewinnen und zu wissen, was in meinem Alter noch möglich ist“, sagte der 38-Jährige nach seinem 95. Weltcup-Sieg in Kontiolahti. Auch Magdalena Neuner glückte in Finnland mit ihrem Sprint-Sieg und einem zweiten Platz in der Verfolgung die Generalprobe für die Heim-WM im März. Die Rekord-Weltmeisterin will in Ruhpolding sechs Medaillen in sechs Rennen holen. “Bei diesem Ziel bleibt es“, sagte Neuner, “Ich habe in dieser Saison so viele Podestplätze geschafft. Ich glaube, dass ich die sechs WM-Medaillen gewinnen kann.“

In ihrer Abschiedssaison stand der Biathlon-Superstar aus dem bayerischen Wallgau gleich 15 Mal in 19 Rennen auf dem Podest. Achtmal war sie in diesem Winter als Siegerin ganz oben. Ihren insgesamt 32. Weltcup-Erfolg hatte sich die 25-Jährige am Samstag im Sprint-Wettkampf geholt. Am Sonntag in der Verfolgung wurde sie Zweite hinter der Finnin Kaisa Mäkäräinen. Sechsmal war Magdalena Neuner in diesem, ihrem letzten Winter als Skijägerin, Dritte geworden.

Die Rekord-Weltmeisterin hat in der Weltcup-Gesamtwertung ihre Führung vor den letzten sieben Rennen ausgebaut. Mit 930 Punkten liegt die Doppel-Olympiasiegerin vor Darija Domratschewa (Weißrussland/891), Verfolgungssiegerin Mäkäräinen (Finnland/793) und Olga Saitzewa (Russland/758).

Mäkäräinen holte sich den umjubelten Heimsieg am Sonntag am Schießstand, als Neuner beim letzten Schießen zweimal in die Strafrunde musste, ihre Rivalin aber fehlerfrei blieb. Dafür schaffte es die Deutsche, sich in der Loipe gegen die gefährlich nah gekommene Domratschewa zu behaupten. “Ich freue mich, dass ich mich da durchsetzen konnte“, sagte sie.

Aufsteigende Form zeigte auch Tina Bachmann als Sechste. Andrea Henkel kämpfte sich eine Woche nach ihrem Sieg in Oslo im nächsten Verfolgungsrennen von Platz 16 auf Rang acht vor. Auf Platz 20 zurück fiel dagegen die Sprint-Sechste Miriam Gössner nach acht Strafrunden.

Im eisigen Finnland nutzte der sechsmalige Olympiasieger Björndalen die Gunst der Stunde. Bei dem Rennen in Abwesenheit vieler Weltklasse-Athleten - aus Deutschland fehlten etwa Andreas Birnbacher und Arnd Peiffer - gewann der 16-malige Weltmeister erstmals seit dem Dezember 2010 wieder einen Weltcup. Beim letzten Schießen spielte der Altmeister seine ganze Routine aus. Björndalen blieb fehlerfrei und lief dem zuvor führenden Sprint-Gewinner Martin Fourcade aus Frankreich davon. “Im Sommer“, sagte Björndalen, “war die Form schlecht, aber die Motivation hoch. Ich liebe meinen Sport und werde niemals aufgeben.“

Pech hatte Daniel Böhm, der nach seiner starken Vorstellung am Samstag im Sprint (Rang neun) als 16. in der Verfolgung die WM-Norm knapp verpasste. Bei der WM-Vorbereitung dabei sein wird der dreimalige Olympiasieger Michael Greis, der aufgrund gesundheitlicher Rückschläge die Kriterien nicht erfüllt hat. Der 35-Jährige aus dem Allgäu muss den Formnachweis nun im Trainingslager erbringen.

Der dreifache Saisonsieger Birnbacher und der bisher zweimal erfolgreiche Sprint-Weltmeister Peiffer hatten den letzten Weltcup ebenso wie Simon Schempp ausgelassen. Das Trio war zuletzt gesundheitlich angeschlagen. Kurzfristig reiste zudem der erkrankte Florian Graf aus Finnland gen Heimat ab.

Auch der dreimalige Olympiasieger Greis war nicht vor Ort. Er trainiert mit Fritz Fischer in Ruhpolding. Ob er beim Saisonhöhepunkt dennoch dabei sein wird, ist weiter offen. “Wenn er noch richtig in Schwung kommen sollte und dann im Training richtig dabei ist, hat er auf jeden Fall noch eine Chance“, erklärte Herren-Bundestrainer Mark Kirchner.

dpa

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