Neuner mit Lapsus - Peiffer attackiert IBU

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Magdalena Neuner.

München - Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner hat beim Biathlon-Weltcup auf die falschen Scheiben geschossen und deshalb ihren 29. Weltcup-Sieg verschenkt. Arnd Peiffer hat die IBU attackiert und einen Erfolg gefeiert.

Magdalena Neuner vergoss nach ihren Schüssen auf die falschen Scheiben bittere Tränen, Arnd Peiffer übte erst heftige Kritik am Weltverband und stürmte dann mit Wut im Bauch auf Platz zwei: Die Weltcup-Premiere im tschechischen Nove Mesto endete für die deutschen Biathleten zwar ohne Tagessieg, sorgte aber trotzdem für reichlich Gesprächsstoff. Peiffer setzte durch Platz zwei in der Verfolgung beim Testlauf für die WM 2013 das sportliche Glanzlicht.

Ihren fatalen Blackout am Schießstand wird Rekordweltmeisterin Neuner wohl nicht mehr vergessen. „Ich musste erstmal kurz heulen, ich geb's ehrlich zu“, sagte Neuner: „Das ist mir noch nie passiert und richtig ärgerlich.“

Die Doppel-Olympiasiegerin zielte während des Verfolgungsrennens beim ersten Stehendschießen auf die Scheiben der Nachbarbahn und verschenkte durch dieses Missgeschick in Führung liegend ihren 29. Weltcupsieg. Mit insgesamt acht Schießfehlern reichte es nach einer Energieleistung in der Loipe beim Sieg von Tora Berger aus Norwegen trotzdem zum siebten Rang.

In Führung liegend lief Neuner entspannt an den Schießstand und nahm die falschen Scheiben ins Visier. Zwar fanden alle Schüsse ihr Ziel, wurden aber regelkonform als Fehler angerechnet. Erst vor dem letzten Schuss bemerkte Neuner den bitteren Fauxpas und traf schließlich die richtige Scheibe. Vier Strafrunden waren die Folge.

„Im Laufe der Strafrunden habe immer mehr Wut im Bauch gehabt und wollte nur noch so schnell rennen, wie es geht. Das ist mir auch gelungen“, sagte die zehnmalige Weltmeisterin.

Nachdem sich die 24-Jährige aus Wallgau auch im letzten Schießen drei Fehler geleistet hatte, waren alle Chancen auf eine vordere Platzierung dahin. „Ich habe nur noch drauf gepfeffert und gedacht: 'Ah, diese blöden Scheiben'. Das ist klar, dass da nichts mehr geht“, sagte Neuner.

Dennoch sorgte sie in Nove Mesto bei den Frauen für die besten deutschen Leistungen. Im Sprint und dem Einzelrennen belegte sie jeweils Rang drei und konnte dadurch die Führung im Gesamtweltcup festigen. Erst zum dritten Mal in dieser Saison reichte es bei insgesamt zwölf Rennen im Verfolger nicht für einen Platz auf dem Podium.

Aufs Podest schaffte es dafür Arnd Peiffer nachdem er zuvor die IBU attackiert hatte. Der Sprintweltmeister griff den Weltverband für fehlendes Fingerspitzengefühl bei widrigen Witterungsbedingungen heftig an. „Die IBU bricht sowieso nie ein Rennen ab, da kann es so unfair sein, wie es will“, sagte Peiffer: „Hauptsache, das Rennen findet statt. Alles andere ist denen wurscht. Irgendwer freut sich schon, denn irgendwer gewinnt sowieso.

Bei den Sprints der Frauen und Männer hatte es trotz heftigen Schneefalls und starker Windböen im Herzen Tschechiens keinen Abbruch gegeben. „Die IBU ist da irgendwie immer so ein bisschen ohnmächtig. Da fehlt ihnen einfach der Schneid, um eine Entscheidung zu treffen“, sagte Peiffer. Der 24-Jährige selbst lag auf seiner Paradestrecke am Samstag in Führung, vergab durch drei Fehler bei starkem Wind im stehenden Anschlag den möglichen Sieg und landete nur auf Rang 14. Teamkollege Andreas Birnbacher (Schleching) erging es ähnlich, nach drei Fehlern wurde er Zehnter.

Einen Tag später profitierte Peiffer allerdings von einer IBU-Entscheidung und wurde beim Sieg des Russen Anton Schipulin in der Verfolgung Zweiter. Eigentlich kam der 24-Jährige nach 12,5 km als Fünfter ins Ziel, durch eine Zeitgutschrift von 20 Sekunden rutschte er aber noch auf das Podest.

Vorausgegangen war ein technisches Malheur an der Scheibenlage. Peiffer wurde beim ersten Stehendschießen ein Fehler angekreidet, den er nicht gemacht hatte. Nach den IBU-Regularien wurde dies durch die Gutschrift korrigiert. „Es hat heute gut funktioniert, aber gerade am Schießstand musste ich ganz schön kämpfen“, sagte Peiffer: „Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis.“

sid

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