Neuner sprintet zum fünften Saisonsieg

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Magdalena Neuner (Archivfoto)

Antholz - Magdalena Neuner hat die richtige Antwort auf ihr Fehlschuss-Festival von Nove Mesto gefunden und ihren 5. Saisonsieg gefeiert.

Den Mund weit geöffnet, die Augen auf die Ziellinie gerichtet stürmte Magdalena Neuner wieder ein kleines Stück mehr der sportlichen Unsterblichkeit entgegen. Knapp fünf Jahre nach dem Gewinn ihrer ersten WM-Goldmedaille siegte die 24-Jährige erneut im Sprint von Antholz, feierte ihren 29. Weltcupsieg und baute ihren Vorsprung im Gesamtweltcup weiter aus. Auf ihrer Abschiedstournee strotzt die Doppel-Olympiasiegerin vor Selbstbewusstsein und kann sich rund fünf Wochen vor Beginn der Heim-WM in Ruhpolding eigentlich nur selbst schlagen.

„Ich wusste, dass ich heute läuferisch richtig gut drauf bin und einen Fehler kompensieren kann. Ich habe gesehen, dass Domratschewa zwei Fehler hatte, das hat mich auch ein bisschen beruhigt“, sagte Neuner, die nach 20:27,7 Minuten 17,5 Sekunden Vorsprung auf die fehlerfreie finnische Verfolgungs-Weltmeisterin Kaisa Mäkäräinen und die Weißrussin Darja Domratschewa (30,5 Sekunden zurück/2 Schießfehler) hatte

Bei Neuner wurden Erinnerungen wach an die Tage, als aus dem blonden Mädchen aus Wallgau praktisch über Nacht „Gold-Lena“ geworden war: „Ich muss ehrlich gesagt oft daran denken. Es gibt hier einige Passagen im Wald, an denen ich mich an den Kampf mit Anna-Carin Olofsson erinnere.“ Die Schwedin landete damals beim ersten von insgesamt zehn WM-Siegen der Wallgauerin auf dem zweiten Platz.

Mit ihren fünften Saisonsieg hatte Neuner zudem die richtige Antwort auf ihr Fehlschuss-Festival von Nove Mesto parat. Mit vier Treffern auf die falschen Scheiben, einem sogenannten „Crossfire“, hatte sich Neuner um den Sieg im Verfolgungsrennen gebracht und anschließend sogar ein paar Tränen verdrückt. Diesmal traf sie die ersten neun Scheiben, nur die letzte blieb stehen und bescherte ihr eine Strafrunde.

„Ich bin in einer sehr guten Form, in der ich theoretisch jedes Rennen gewinnen kann. Es war immer so, dass ich zum Ende der Saison besser geworden bin. Daran arbeite ich“, sagte Neuner. Die Konkurrenz wird das nicht gerne hören.

Das starke deutsche Mannschaftsergebnis in Südtirol rundeten Einzel-Vizeweltmeisterin Tina Bachmann (Schmiedeberg/1 Fehler) und die fehlerfrei Franziska Hildebrand (Clausthal-Zellerfeld) mit den Plätzen neun und zwölf ab. „Das war mein bestes Schießergebnis, seitdem ich hier in Antholz bin. Ich bin froh über die Sicherheit, die ich hier erlangt habe. Ich bin erst vorgestern angereist, weil ich am dritten Tag immer Probleme mit der Höhe bekomme“, sagte Bachmann.

Auch Miriam Gössner (Garmisch) bestätigte ihre aufsteigende Form, leistete sich nur zwei Fehler und kam auf Rang 15. „An sich ist das Schießergebnis mit eins und eins in Ordnung. Trotzdem ärgere ich mich, weil beide Fehler unnötig waren. Ich habe sie selbst verschuldet und hätte kurz innehalten müssen. Ich habe mir auch mentale Hilfe geholt von einem ganz netten Mann, der mir hilft, ruhiger zu werden“, sagte Gössner. Auch am Gewehr hatte sie zusammen mit Trainer Ricco Groß Veränderungen vorgenommen.

Nadine Horchler (Willingen), die für die erkrankte Sabrina Buchholz (Oberhof) ins Weltcupteam gerutscht war, belegte trotz zweier perfekten Schießeinlagen nur Platz 36.

Andrea Henkel (Großbreitenbach) hatte ihren Start wegen einer Entzündung am Fuß abgesagt. Ob Henkel am Sonntag beim Massenstart (12.00 Uhr/ARD und Eurosport) ins Rennen gehen kann, wird am Samstagabend entschieden. Der DSV verzichtet auf eine Nachnominierung.

Fortgesetzt wird der Weltcup am Freitag (14.30 Uhr/ARD und Eurosport) mit dem Sprint der Männer.

sid

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