Bei Neuner passt alles, nur die Frisur nicht

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Magdalena Neuner beim Weltcup in Östersund

Östersund - Biathlon-Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner feiert einen perfekten Saisonstart. Nur die Frisur passt nicht. Die Spekulationen um ihre Zukunft halten sich hartnäckig.

Magdalena Neuner verbrachte den letzten Abend im weihnachtlich weißen Städtchen Östersund in geselliger Runde. Nach den tollen Leistungen beim Weltcup-Auftakt in Schweden mit dem besten Saisonstart ihrer Karriere gönnte sich die Rekordweltmeisterin eine verdiente kleine Auszeit. Die nächsten Tage könnten für die 24-Jährige umso stressiger werden. Neben den Vorbereitungen auf den Weltcup im österreichischen Hochfilzen stehen am Dienstag ein lange geplanter Friseurbesuch und am Mittwoch eine Pressekonfrenz auf dem Programm.

So schön und so erfolgreich: Magdalena Neuner

So schön und so erfolgreich: Magdalena Neuner

„Ich schaue nicht mehr so frisch aus. Ich war schon lange nicht mehr beim Friseur, jetzt geh ich halt wieder vor der Wahl zum Sportler des Jahres, damit das alles schön ausschaut“, flachste die Blondine gutgelaunt am Sonntag nach ihrem dritten Platz im Verfolgungsrennen. Zusammen mit dem Erfolg am Samstag im Sprint, dem 25. Weltcupsieg ihrer Karriere, sowie Rang drei im Einzel am Donnerstag legte die Wallgauerin einen fast perfekten Saisonstart hin und übernahm die Führung im Gesamtweltcup.

Was Neuner derzeit ein wenig die Stimmung trübt, sind die Spekulationen um ihren möglichen Rücktritt zum Saisonende. „Die Fragen nerven schon“, gab sie zu. Allerdings hatte sie mit Aussagen in verschiedenen Interviews („Ich denke, dass es bei mir relativ schnell vorbei sein wird“) selbst maßgeblich zu den Spekulationen beigetragen.

Am Mittwoch wird es in Hochfilzen eine Pressekonferenz des Deutschen Skiverbandes (DSV) geben, natürlich auch mit Magdalena Neuner. Thema? „Wir machen eine Pressekonferenz, das haben wir doch schon öfter gemacht“, sagte Neuner dem Sport-Informations-Dienst (SID). Mehr ist der Doppel-Olympiasiegerin derzeit nicht zu entlocken, kein Wort darüber, ob sie möglicherweise ihren Rücktritt nach der Heim-WM in Ruhpolding ankündigen will.

Umso ausführlicher sprach die 24-Jährige über ihre gelungene individuelle Vorbereitung mit dem Verzicht auf das Trainingslager im finnischen Muonio und über ihre Frühform: „Das Fazit des Wochenendes ist absolut positiv. Ich weiß, dass da noch Luft nach oben ist, was das Läuferische angeht“, sagte Neuner, die in den letzten beiden Jahren jeweils krank in Östersund gefehlt hatte: „Ich bin gestern schon mit einem Grinsen dagesessen und habe gedacht: Ja, ich habs definitiv richtig gemacht. Das weiß man ja nicht davor. Ich habe zwar gehofft, dass es richtig ist, und auch ein gutes Gefühl dabei gehabt, doch das war jetzt die Bestätigung. Das ist toll.“

In den Tagen von Östersund präsentierte sich Magdalena Neuner nicht nur sportlich in Topform, sondern auch entspannt und gutgelaunt. Sie genoss die Tatsache, dass sie ungestört shoppen gehen konnte („Mich spricht hier keiner an, die kennen mich nicht“) und freute sich mit ihrer Zimmergenossin Franziska Hildebrand („Die Franzi ist der Wahnsinn“) über deren starkes Weltcup-Debüt mit Platz sechs im Einzel.

Neuner fühlt sich zudem pudelwohl innerhalb der deutschen Mannschaft. „Ich weiß nicht, ob es überhaupt schon mal so schön war wie jetzt. Es ist total harmonisch. Wir sind zusammen kichernd auf dem Zimmer gesessen, das habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Das war richtig schön“, sagte Neuner dem SID.

Es könnte also nicht besser laufen für Magdalena Neuner. Bleibt nur zu hoffen, dass die Frisur sitzt, wenn sie am Mittwoch über ihre Zukunft spricht und am 18. Dezember bei der Wahl zum Sportler des Jahres als große Favoritin nach Baden-Baden reist.

sid

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