Gesamtweltcup-Sieg: Neuner krönt ihre Abschlusssaison

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Nach der kleinen Sprint-Kugel, holt sich die Rekord-Weltmeisteirn Magdalena Neuner auch den Gesamtweltcup.

Chanty-Mansijsk - Was für ein würdiger Abschluss für eine große Karriere. Biathlon-Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner hat sich den Gesamtweltcup geholt. In ihrem vorletzten Rennen reichte ihr Platz vier.

Ihr letzter sportlicher Traum ging in Erfüllung, den großen Auftritt musste Magdalena Neuner diesmal aber einer anderen überlassen. Während ihre Dauerrivalin Darja Domratschewa als strahlende Siegerin mit der weißrussischen Fahne in der Hand ins Ziel trudelte, verpasste Neuner in ihrem vorletzten Rennen als Biathletin in der Verfolgung von Chanty-Mansijsk als Vierte das Podest. Doch das konnte die Rekord-Weltmeisterin am Samstag locker verschmerzen: Denn sie gewann vorzeitig den Gesamtweltcup - zum dritten Mal nach 2008 und 2010.

„Ich bin eine strahlende Vierte. Der Gesamtweltcup war mein großes Ziel und darüber bin ich unheimlich glücklich. Der Gesamtweltcup zeigt wirklich die beste Athletin des Winters und das ist eine riesige Auszeichnung. Da bin ich sehr stolz drauf“, meinte die zweimalige Olympiasiegerin mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht. Starke Siebte wurde die achtmalige Weltmeisterin Andrea Henkel.

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Einen Tag nach ihrem achten Erfolg im zehnten Sprintrennen der Saison, ihrem 34. Weltcup-Sieg, musste Neuner neben Domratschewa auch noch der Finnin Kaisa Mäkäräinen und Wita Semerenko aus der Ukraine den Vortritt lassen. Domratschewa holte die Kleine Kristallkugel für den Verfolgungswettkampf, die auch Neuner noch hätte gewinnen können. „Es sei der Dascha gegönnt. Ich nehme die Große Kugel, sie die Kleine. Ich denke, dass ist gerecht so“, sagte die Wallgauerin.

Weit weg von Ruhpolding, von den turbulenten WM-Tagen, kam Neuner wieder zur Ruhe und mobilisierte die letzten Reserven. Sie ging als Führende ins Jagdrennen. Doch insgesamt fünf Schießfehler waren am Ende eindeutig zu viel. Vor allem beim finalen Schießen, zu dem Neuner, Domratschewa und Semerenko gleichzeitig gekommen waren, zeigte die zweimalige Olympiasiegerin Nerven. Sie ließ gleich zwei Scheiben stehen. „Ich habe schon gemerkt, dass ich ein bisschen die Düse da vorne gekriegt habe und unkonzentriert war“, analysierte sie.

So schön und so erfolgreich: Magdalena Neuner

So schön und so erfolgreich: Magdalena Neuner

Umso größer war die Freude bei Darja Domratschewa. „Es war wichtig für mich, Lena zu schlagen. Es war ja eine der letzten Möglichkeiten, und deshalb bin ich sehr glücklich“, sagte die Weißrussin und zollte gleichzeitig ihrer Rivalin Respekt: „Lena ist eine großartige Gewinnerin.“ Am Sonntag kommt es dann im Massenstart zum letzten Duell der in diesem Winter dominierenden Skijägerinnen. Neuner geht entspannt ins Finale ihrer einmaligen Karriere. Wie es werden wird? „Ich habe keine Ahnung. Es ist mein erstes letztes Rennen und ich werde es genießen. Ich werde alles geben, es wäre schon schön, als Erste über die Ziellinie zu laufen“, sagte die 25-Jährige.

Einen Tag vor seinem 25. Geburtstag musste sich Arnd Peiffer erneut nur dem Besten der Besten geschlagen geben - Martin Fourcade. Beide lieferten sich einen packenden Kampf, in dem der Franzose das bessere Ende für sich hatte. Damit sicherte sich der Fourcade den Gesamtweltcup und die Disziplinwertung in der Verfolgung. Trotz der erneuten Niederlage war Peiffer zufrieden. „Es läuft im Moment ganz gut und ich genieße das“, meinte der Harzer. Im abschließenden Massenstart am Sonntag will er erneut sein Glück versuchen: „Martin ist nicht unschlagbar. Vielleicht klappt es ja morgen.“

Zweitbester deutscher Skijäger war Andreas Birnbacher auf Rang 14. Der Schlechinger kann am Sonntag die Weltcup-Wertung im Massenstart gewinnen. Er hat 41 Punkte Vorsprung auf Martin Fourcade. Nicht so gut lief es für Michael Greis, der 43. wurde. Der dreimalige Olympiasieger will aber seine Karriere fortsetzen. „Diese Saison war sehr hart und ich habe zwischenzeitlich schon mal ans Aufhören gedacht. Aber ich habe noch Potenzial und werde es nochmal angehen. Ich hoffe, wir sehen uns nächsten Winter wieder“, sagte der 35-Jährige.

dpa

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