Neuner gewinnt erstes Rennen nach Rücktritt

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Magdalena Neuner hat das erste Rennen nach ihrer Rücktrittsankündigung souverän gewonnen.

Hochfilzen - Für Magdalena Neuner hat die Abschiedstour im Biathlon-Zirkus mit dem 26. Weltcup-Sieg begonnen. Drei Tage nach ihrer Rücktrittsankündigung gewann die 24-Jährige den Sprint-Wettkampf in Hochfilzen.

Erst fuhr Magdalena Neuner zum Auftakt ihrer Abschiedstournee leicht und locker den zweiten Saisonsieg ein, dann schockierte die Biathlon-Königin ihre Konkurrenz noch zusätzlich. „Ich bin momentan nicht in Topform, da geht in den nächsten Wochen sicher noch mehr. Das ist zumindest mein Ziel“, sagte die Rekordweltmeisterin nach dem Triumph im Sprint von Hochfilzen in Österreich und schickte gleich wieder eine Kampfansage an ihre Gegnerinnen.

Trotz der vermeintlichen Formschwäche war die 24 Jahre alte Wallgauerin ohne Schießfehler geblieben und feierte nach guter Laufleistung ihren 26. Weltcupsieg. Von einem Spannungsabfall drei Tage nach ihrer Rücktrittsankündigung zum Saisonende im März 2012 war nichts zu sehen - im Gegenteil.

„Das fühlt sich super gut an“, sagte die Doppel-Olympiasiegerin: „Ich bin befreit an den Start gegangen und hatte keine Last mehr auf den Schultern zu tragen. Ich habe mich einfach auf mich selbst und meine Stärken konzentriert.“ Nachdem Neuner am Dienstag auf ihrer Homepage das frühzeitige Ende ihrer so erfolgreichen Karriere nach dem Weltcupfinale in Chanty Mansijsk (16. bis 18. März 2012) verkündet hatte und am Dienstag im österreichischen Leogang vor die Presse getreten war, habe sie sich in den Tagen danach wieder voll auf den Sport konzentrieren können.

„Es hat mir sehr gut getan, dass es endlich raus war und ich wieder offen und ehrlich sein konnte. Ich habe mich vor dem Rennen top motiviert und konzentriert gefühlt“, sagte Neuner, die bei perfekten Bedingungen glänzte.

„Sie verdient viel Respekt für diese Leistung“, sagte die finnische Verfolgungs-Weltmeisterin Kaisa Mäkäräinen (14,9 Sekunden zurück/1 Fehler), die vor der russischen Staffel-Olympiasiegerin Olga Saizewa (22,7/1) auf Platz zwei ins Ziel kam. Und auch Bundestrainer Gerald Hönig lobte seine Überfliegerin: „Heute hat Magdalena gezeigt, dass sie eine besondere Sportlerin ist. Wir wissen, dass die letzten Tage für sie nicht einfach waren.“

Nachdem Neuner bereits zum vierten Mal im vierten Rennen aufs Podest lief und so den besten Saisonstart ihrer Karriere eindrucksvoll untermauert hat, scheint fraglich, wer die zweimalige Gewinnerin des Gesamtweltcups in den nächsten Wochen bezwingen soll. „Ich schaue nur auf mich“, sagte die zweimalige Gewinnerin des Gesamtweltcups derweil.

Den nächsten Sieg will Neuner am liebsten schon am Samstag (14. 00 Uhr/ARD und Eurosport) im Verfolgungsrennen im Pillerseetal landen. „Ich werde mein Rennen machen, am Schießstand meine Arbeit verrichten, und dann sehen, wo ich lande“, sagte Neuner: „Ich gehe als Erste ins Rennen, das liegt mir. Aber es wird sicher erst in der letzten Runde entschieden.“

Freuen konnte sich Neuner gestern nicht nur über ihren Triumph, sondern auch über die Schwangerschaft von Teamkollegin Kathrin Hitzer. „Sowohl ich als auch sie können uns nach der Saison gemeinsam auf etwas freuen“, sagte Neuner. Während Neuner erwartungsvoll auf die Zeit nach ihrer Karriere blickt, sieht Hitzer im Sommer Mutterfreuden entgegen.

sid

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