Nadal führt Spanien zum fünften Sieg im Davis Cup

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Spaniens Rafael Nadal jubelt nach seinem Sieg gegen den Argentinier Juan Martin Del Potro im Davis-Cup-Finale in Sevilla.

Sevilla - Spanien ist im Tennis zurück auf dem Mannschaftsthron - dank Rafael Nadal gelang der fünfte Davis-Cup-Sieg.

Überglücklich und erleichtert ließ sich Rafael Nadal rücklings auf den roten Sandboden plumpsen, dann fielen seine Mitspieler über den Matchwinner her. Dank des wiedererstarkten und leidenschaftlich aufspielenden Weltranglistenzweiten hat Spanien zum fünften Mal den Davis Cup gewonnen. Vor 24.000 enthemmten Zuschauern im Hexenkessel Olympiastadion von Sevilla sorgte Nadal am Sonntag mit seinem 1:6, 6:4, 6:1, 7:6 (7:0)-Sieg nach mehr als vier Stunden Spielzeit im Spitzeneinzel gegen den neun Plätze hinter ihm notierten Argentinier Juan Martin del Potro für den notwendigen dritten Punkt.

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“Heute ist einer der emotionalsten Tage meiner Karriere. Nach so einem schwierigen Jahr war das ein spektakuläres Saisonfinale. Ein Endspiel auf diese Art zu gewinnen, ist etwas ganz Besonderes“, gab Nadal zu. Der 25-Jährige war 2011 als Nummer eins von Novak Djokovic abgelöst worden und hatte insgesamt nur drei Turniersiege errungen, so wenige wie seit sieben Jahren nicht mehr. 2004 hatte er auch den ersten von nun drei persönlichen Davis-Cup-Triumphen gefeiert, auch damals in Sevilla (gegen die USA).

Der zehnmalige Grand-Slam-Sieger war im Vergleich zu seinem blutleeren Auftritt beim ATP-Finale in London nicht wiederzuerkennen und hatte schon am Freitag mit seinem glatten Dreisatzerfolg über Juan Monaco für die Führung gesorgt. David Ferrer steuerte dank seines Fünfsatzsieges nach fast fünf Stunden Spielzeit gegen del Potro den zweiten Punkt bei. Am Samstag verhinderte dann das argentinische Doppel David Nalbandian/Eduardo Schwank durch ein überraschend klares 6:4, 6:2, 6:3 über Fernando Verdasco und Feliciano Lopez die frühzeitige Entscheidung.

Del Potro der Ritter von der traurigen Gestalt

Spanien hatte schon 2000, 2004, 2008 und 2009 den Titel gewonnen, zweimal mithilfe von Nadal. Argentinien, schon vor drei Jahren im Endspiel gegen die ohne Nadal angetretenen Iberer unterlegen, verlor zum vierten Mal ein Endspiel und wartet damit weiter auf den ersten Sieg im Nationenpokal. Juan Martin del Potro war trotz starker Leistung mit zwei verlorenen Marathonmatches der Ritter von der traurigen Gestalt. Er hatte Tränen in den Augen, als er zusammen mit seinen Kameraden den Trostpreis in Empfang nahm. Zu Beginn des nächsten Anlaufs treffen die wieder einmal Zukurzgekommenen im Frühjahr in Bamberg auf das deutsche Team.

Horrorstart des Sandplatzkönigs

Die Zuschauer hatten zu Beginn des ersten Sonntagspiels ihren Augen nicht getraut. Vor den Augen des spanischen Königs Juan Carlos diktierte nicht der Sandplatzherrscher das Geschehen, sondern der eher auf harten Belägen sich wohlfühlende Argentinier. Zwar gab der nach einer einjährigen Zwangspause aufgrund einer Handverletzung wieder in die Weltspitze zurückgekehrte del Potro gleich sein erstes Aufschlagspiel ab, doch dann hetzte der US-Open-Sieger von 2009 mit seiner knallhart geschlagenen Vorhand den Lokalmatadoren von einer Ecke in die andere. Der sechsmalige French-Open-Sieger aus Mallorca stand stetig unter Druck. Nach einer Stunde sicherte sich der Herausforderer, der 18 glatte Punkte machte, den ersten Satz mit 6:1.

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Nadal hatte im ersten Durchgang kein einziges Aufschlagspiel gewonnen, er machte nur 24 Prozent der Punkte mit seinem ersten Service. Es dauerte sage und schreibe 85 Minuten, ehe Nadal dann endlich auch mal seinen Aufschlag nach Hause brachte, zum 2:1 im zweiten Satz. Es war so etwas wie ein Befreiungsschlag für den Mann, der nur sein erstes von insgesamt 19 Davis-Cup-Einzeln verloren hatte. Nadal, der am Freitag Juan Monaco mit 6:1, 6:1, 6:2 abgefertigt hatte, wurde sicherer und riss mit dem verwandelten Satzball zum 6:4 nach zwei Stunden seine Landsleute von den Sitzen.

Der Weltranglistenzweite war fortan Herr im eigenen Haus. Der Linkshänder, der bei den French Open 2009 auf Sand sein einziges von 67 Spielen über drei Gewinnsätze verlor, ließ sich zwar noch einmal breaken, zahlte aber dennoch im dritten Satz mit der gleichen Münze vom ersten Durchgang heim: 1:6.

Mit Leidenschaft und Siegeswillen

Siegestrunken schwenkten die spanischen Fans schon die Landesfahne, doch der Zwei-Meter-Mann aus Argentinien gab nicht klein bei. Erst in der Verlängerung gestattete Nadal dem starken Kontrahenten keinen Punkt mehr. Nach 4:07 Stunden verwandelte der Mann aus Manacor seinen ersten Matchball.

Von Reinhard Sogl

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