Bund springt ein

Anti-Doping-Agentur erhält Millionen-Zuschuss

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Der Etat der NADA ist gerettet.

Berlin - Das Problem der Finanzierung der Nationalen Anti-Doping-Agentur im Jahr 2013 scheint vom Tisch. Die Regierungsparteien haben beschlossen, das Milionenloch wieder zu stopfen.

Die Finanzierung der Nationalen Anti-Doping-Agentur für 2013 ist gesichert. Im Sport-Etat des Bundesinnenministeriums sind nun doch eine Million Euro für die NADA vorgesehen. Vor den abschließenden Haushaltsberatungen des Sportausschusses im Deutschen Bundestag hatten die Regierungsparteien am Mittwoch einen entsprechenden Antrag eingebracht, der mit den Stimmen von CDU/CSU und FDP auch verabschiedet wurde.

Wie die eine Million Euro gegenfinanziert wird, ließen der Bund offen. „Das ist jetzt Sache der Haushälter, die da schon Wege ins Auge gefasst haben“, sagte Klaus Riegert, der sportpolitische Sprecher der CDU-CSU-Fraktion. Auf jeden Fall muss das Geld aus dem Sport-Etat des Bundesinnenministeriums finanziert werden. Das heißt, es wird an anderen Stellen wieder Geld weggenommen. „Das ist auch als Signal an den Sport zu verstehen, sich künftig stärker an der Finanzierung der NADA zu beteiligen“, erklärte Riegert.

Insgesamt liegen die Ausgaben des Innenministeriums für die Sportförderung 2013 bei 129,2 Millionen Euro. Das ist eine leichte Absenkung im Vergleich zum Olympia-Jahr 2012, als noch 131,7 Millionen für den Sport ausgegeben wurden.

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Der Vorschlag der SPD-Fraktion auf Zahlung von zusätzlichen 1,5 Millionen Euro für die NADA, die durch Streichung von Mitteln für das Bundesinstitut für Sportwissenschaft in Köln finanziert werden sollte, wurde mehrheitlich abgelehnt. „Das war ein Last-Minute-Antrag der Regierungskoalition, um eine Blamage in Sachen NADA-Finanzierung zu vermeiden“, wertete der sportpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Martin Gerster, die Rettungsaktion des Bundes für die NADA.

Eine nachhaltige Finanzierungs-Sicherung für die NADA sei dies jedoch keineswegs. „Ich fürchte, wir werden bei den nächsten Haushaltsberatungen dasselbe Problem bekommen. Daher haben wir die Diskussion in Gang gebracht, über das Stiftungsmodell der NADA grundsätzlich nachzudenken“, erklärte Gerster. Klaus Riegert räumte ein, dass die Beteiligung der Länder an der NADA „nach wie vor zäh“ sei. Bisher hätten sich nur Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern bereit erklärt, kleinere Summen für den Anti-Doping-Kampf zur Verfügung zu stellen. Die Resonanz aus der Wirtschaft zur Finanzierung der NADA liegt seit Jahren weit unter den Erwartungen.

dpa

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