Nach Riesen-Tamtam: Nowitzki taucht ab

Würzburg - Die Rückkehr von Basketball-Superstar Dirk Nowitzki in seine Heimatstadt Würzburg war ein einziger Triumphzug. Jetzt taucht der 2,13-Meter-Riese ab. Das Urlaubsziel verrät er nur im Scherz.

Manchmal fühlt sich Dirk Nowitzki wie ein Rockstar. „Wenn die Leute mich irgendwo sehen, dann schreien sie, als wäre ich einer von den Beatles in den siebziger Jahren“, sagte der Basketball-Superstar. Die Euphorie um „Dirkules“ hat nach dem Gewinn des Titels mit den Dallas Mavericks in der nordamerikanischen Profiliga NBA eine neue Dimension erreicht. Große Probleme bereitet das dem 33-Jährigen bislang jedoch nicht: „Wir haben so lange hart gearbeitet, jetzt können wir diesen Hype auch genießen.“

Riesen-Empfang für Nowitzki: Würzburg feiert den NBA-Superstar

Riesen-Empfang für Nowitzki: Würzburg feiert den NBA-Superstar

Bisheriger Höhepunkt im Rummel um den Würzburger war sicher der Empfang am Dienstag in seiner fränkischen Heimatstadt. Tausende Fans feierten ihren Helden auf dem Platz vor der Residenz und jubelten Nowitzki zu, als er ihnen vom Balkon des Weltkulturerbes zuwinkte. „Das ist die Krönung meiner Karriere“, sagte der 33-Jährige ergriffen ins Mikrofon: „Es war schwer, die Erlebnisse der letzten Wochen zu begreifen. Das hier hilft aber auf jeden Fall dabei.“

Nach unzähligen Interviews und Autogrammen, Fotos und Handschlägen soll jetzt wieder etwas mehr Ruhe in das Leben des 127-fachen Nationalspielers einziehen. In den nächsten Tagen wird es still um Nowitzki, denn er will endlich in den Urlaub. Wohin es gehen soll? „An die Mecklenburgische Seenplatte“, antwortete Nowitzki schlagfertig auf die Frage eines Journalisten: „Wer mich mal oben ohne sehen will, sollte dahin kommen.“

Ernst gemeint war das wohl kaum, denn der 2,13-m-Riese dürfte jetzt vor allem eines suchen, und das ist Ruhe. Die wird er wohl an einem einsamen Karibikstrand unter Palmen finden. „Ein paar Wochen muss ich ein bisschen ruhiger schalten“, sagte Nowitzki: „Die Play-offs waren heftig, ich habe ein paar Kilo verloren. Die Regeneration ist jetzt wichtig.“

Nach dem verdienten Urlaub will er noch einmal nach Würzburg zu seiner Familie zurückkehren, bevor es entweder mit dem Training für die nächste NBA-Saison losgeht, oder er sich mit der deutschen Nationalmannschaft vielleicht doch auf die EM in Litauen (31. August bis 18. September) vorbereitet. Eine Entscheidung ist immer noch nicht gefallen. Viel hänge davon ab, wie sich der Ausnahmebasketballer nach den freien Tagen fühle.

Einen Motivationsverlust fürchtet der MVP der Finalserie gegen die Miami Heat (4:2) jedoch trotz des Erreichens seines größten Lebenstraumes nicht. „Man will immer der Beste bleiben. Wenn man ein bisschen Abstand gewinnt, ist man auch wieder richtig heiß“, sagte Nowitzki.

Doch die letzten Wochen seien extrem hart gewesen. In zwei Monaten habe er sich nur auf seine Aufgabe konzentriert, sein Haus nur zu Training und Spielen verlassen und alle anderen Dinge ausgeblendet. Seine schwedische Freundin Jessica war dabei eine wichtige Stütze. Sie habe ihm Kraft gegeben und „immer zu ihm gestanden“, als es nötig war.

In Deutschland ist die 30-Jährige öffentlich bislang noch nicht in Erscheinung getreten. In Amerika feierte sie an der Seite des „German Wunderkinds“ nach dem vierten Sieg in der Finalserie gegen die Heat in einem Klub in Miami den NBA-Titel.

Seine gewachsene Popularität will Nowitzki jetzt nutzen, um seine Sportart in der Heimat weiter voran zu bringen. „Deutschland ist weiterhin ein Fußball-Land. Danach kommen einige andere Sportarten, zu denen ich auch Basketball zähle“, sagte „Big D“: „Wir müssen diesen Hype jetzt nutzen, um weiter junge Talente herauszubringen und sie zu fördern.“ Dann können sich in der Zukunft vielleicht irgendwann auch andere deutsche Basketballer nach Titelgewinnen in Amerika wie Rockstars fühlen.

sid

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