Folger auf dem Podest

"Schwärzestes Wochenende" für Bradl

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Stefan Bradl muss erneut einen Ausfall verkraften

Jerez de la Frontera - Freud und Leid gab es für die deutschen Motorrad-Piloten bei der Europa-Premiere. Besonders frustriert war Stefan Bradl. Jonas Folger schafft es indes aufs Podest.

Stefan Bradl sprach nach seinem zweiten Ausfall vom „schwärzesten Wochenende“, Jonas Folger profitierte von einem schlimmen Unfall und „Gentleboy“ Florian Alt wurde nach Motor-Defekt von einem 16-jährigen Mädchen abgeräumt: Die deutschen Motorrad-Piloten erlebten bei der Europa-Premiere in Jerez ein emotionales Wochenende. Punkte gab es nur für den als Dritten erstmals 2013 auf dem Moto3-Podest stehenden Folger und für Marcel Schrötter, der in der Moto2 als Zehnter gar erstmals in die Top 10 kam.

Derweil stürzte Deutschlands einziger MotoGP-Pilot Bradl auf Rang sieben liegend bereits nach knapp sieben Minuten in der vierten Runde. Moto3-Weltmeister Sandro Cortese blieb als 19. auch im dritten Moto2-Rennen nach dem Aufstieg ohne Punkte. Gleiches galt neben den ausgefallenen Alt und Toni Finsterbusch auch für deren Moto3-Kollegen Philipp Öttl (Ainring/20.) und Wildcard-Starter Kevin Hanus (Nürnberg/25.).

„Mir fehlen die Worte. Das ist das schwärzeste Wochenende für mich, seit ich MotoGP fahre“, sagte Bradl, der bereits am Freitag gestürzt war, frustriert und machte sogar ein Grundsatz-Problem aus: „Ich bin den harten Vorderreifen gefahren, aber selbst der ist noch zu weich für mich. Ich leide darunter mehr als die andern Fahrer. Weil ich den Vorderreifen mit meiner Fahrweise sehr stark belaste.“

Die 111.000 spanischen Fans feierten dagegen drei weitere Siege ihrer Lokalmatadoren: Die bisherigen neun Einzelrennen wurden alle von Spaniern gewonnen - und das von neun verschiedenen. Maverick Vinales (KTM) in der Moto3 und Esteve Rabat (Kalex) in der Moto2 übernahmen durch ihre Siege am Sonntag derweil die WM-Führung. In der MotoGp siegte Dani Pedrosa (Honda), die Führung übernahm sein Markenkollege Marc Marquez.

Makaber, aber wahr derweil: Der schlimme Unfall des Franzosen Alan Techer - der zu Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht wurde, aber bei Bewusstsein war - brachte Folger derweil das erlösende erste Saison-Podest. Nach den Plätzen fünf und vier in den ersten beiden Rennen rettete der Rennabbruch nach 15 Umläufen den Kalex-Piloten aus Schwindegg. „Platz drei ist großartig, aber ich hatte im Rennen schwer zu kämpfen“, sagte der von Platz sieben gestartete Folger: „Ich habe mich nicht wirklich wohl gefühlt auf dem Motorrad. Solange die Reifen gehalten haben, konnte ich mithalten. Aber ohne den Abbruch wäre ich wohl nicht Dritter geworden. Wir haben noch viel Arbeit vor uns.“

Dies gilt auch für Cortese. Der 23 Jahre alte Moto3-Champion aus Berkheim legte auf seiner Kalex von Platz 28 zwar eine Schluss-Offensive hin, die Punkteränge lagen aber 15 Sekunden entfernt. Derweil überzeugt Schrötter (Vilgertshofen/Kalex) weiterhin und fuhr sogar zum besten Moto2-Ergebnis seiner Karriere. Besser war er 2011 nur als Neunter in der 125er-Klasse beim Rennen in Assen gewesen. „Jedes Rennen eine Steigerung, das ist schon gut“, sagte Schrötter, war aber dennoch nicht vollends zufrieden: „Ich kann noch schneller. Leider habe ich lange im Verkehr festgesteckt.“

Der 16-Jährige Florian Alt wurde derweil von der gleichaltrigen Spanierin Ana Carrasco von der Strecke geschossen. Dennoch hatte der Rookie aus dem Bergischen ein schlechtes Gewissen, schließlich hatte seine Maschine gestreikt. „Ich muss mich bei Ana entschuldigen, sie kann ja auch nichts dafür“, sagte der Teenager, ganz im Stile eines Gentleman.

sid

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