Bradl wieder in den Top 10

+
Stefan Bradl

Barcelona - Stefan Bradl hat weiterhin einen Abonnementplatz unter den Top 10 der Motorrad-Weltmeisterschaft. Sandro Cortese träumt derweil vom Titel in der Moto3-Klasse.

Weltmeister Stefan Bradl fährt weiter auf Augenhöhe mit seinem neuen Freund Valentino Rossi, „Eisenherz“ Sandro Cortese lässt derweil Träume vom zweiten deutschen WM-Titel in zwei Jahren blühen: Die deutschen Spitzenfahrer sorgen in der Motorrad-WM weiter für Aufsehen. Bradl fuhr als Achter in Barcelona im fünften Saisonrennen der MotoGP zum fünften Mal in die Top 10 und verdiente sich wieder einen anerkennenden Klaps vom neunmaligen Weltmeister Rossi, dem er sich diesmal knapp geschlagen geben musste. „Vielleicht verabreden wir uns demnächst mal auf ein Gläschen Sekt im Motorhome“, meinte Bradl schmunzelnd.

Cortese büßte durch Platz zwei hinter seinem ärgsten Rivalen Maverick Vinales aus Spanien zwar fünf seiner zwölf Punkte Vorsprung in der WM-Wertung der Moto3 ein, war aber ein moralischer Sieger. Nach einem schweren Sturz im Training hatte sich der 22-Jährige mit großen Schmerzen in der Hand in einem ganz spannenden Rennen gegen zahlreiche Rivalen behauptet. Der neuntplatzierte Italiener Romano Fenati lag am Ende nicht einmal eine Sekunde hinter ihm.

Bradl war trotz der guten Platzierung nach Rang acht als bestem Startplatz seiner MotoGP-Karriere nicht ganz zufrieden. „Ich habe fast geheult unter dem Helm, weil ich mich gefragt habe, wo mein Grip ist“, meinte er: „Wir haben uns für die harten Reifen entschieden. Ich zweifele, ob das richtig war. Das ist etwas schade, aber wir haben das Beste draus gemacht.“

Vater Helmut Bradl, selbst einst Vize-Weltmeister der 250er-Klasse, war sichtlich stolz auf seinen Sohn. „Er hat überhaupt keine Probleme mehr, sich in diesem Feld zu behaupten“, sagte er: „Das sind zwar alles echte Größen. Aber er ist inzwischen eben auch eine Größe.“

Cortese war derweil stolz auf die eigene Härte. „Das ist wie ein Sieg für mich. Ich habe noch in der Startaufstellung eine Spritze bekommen, deshalb habe ich Platz zwei heute absolut nicht erwartet. Insgesamt war es ein unglaubliches Wochenende“, sagte er und deutete an, über die deutlich beste Maschine im Feld zu verfügen: „Das Motorrad war superschnell, ich konnte überholen, wen immer ich wollte.“

Sorgen machte dem Italo-Schwaben, dessen Vater und Schwester in der Box deutlich sichtbar mitlitten, vor allem seine dick geschwollene Hand. „Die werde ich in Deutschland gleich mal untersuchen lassen, um sicherzugehen, dass es nichts Schlimmes ist“, sagte der Berkheimer.

Der frühere Grand-Prix-Sieger Jonas Folger musste seine Ioda nach drei Runden schon wieder abstellen und war frustriert. „Das ist nicht lustig für mich. Ich ärgere mich wirklich“, sagte der 18-Jährige: „Schon beim Start hat die Kupplung nicht richtig funktioniert. Nach zwei schlechten Runden war dann auch noch der Schalthebel kaputt. Ich weiß wirklich nicht mehr, was ich sagen soll.“ Marcel Schrötter (Vilgertshofen/Mahindra) schied ebenfalls aus.

Der deutsche Moto2-Pilot Max Neukirchner blieb nach seinem achten Platz zuletzt in Le Mans im fünften Rennen des Jahres zum vierten Mal ohne Punkt. Der Nachfolger von Weltmeister Stefan Bradl im Kiefer-Team belegte nur Rang 17, was auch an einem Beinahe-Sturz in der ersten Runde lag. „Von der Geschwindigkeit her wäre es vielleicht möglich gewesen, Punkte mitzunehmen“, sagte der Sachse: „Deshalb bin ich glücklich, auch wenn ich noch bei weitem nicht dort bin, wo ich hin möchte.“

In der WM-Wertung der MotoGP baute Jorge Lorenzo (Yamaha) durch seinen Heimsieg in Katalonien die Führung weiter aus. Mit 115 Punkten hat er nun bereits 20 Zähler Vorsprung auf Titelverteidiger Casey Stoner. Der Australier, der in Le Mans völlig überraschend seinen Rücktritt zum Saisonende angekündigt hatte, belegte in Barcelona nur Platz vier.

In der Moto2 führt nun der Schweizer Tom Lüthi (Suter) nach Rang zwei in Spanien hinter Andrea Iannone (Italien/Speed Up). Der bisher führende Pol Espargaro (Kalex) stürzte bei seinem Heimrennen kurz vor Ende und saß anschließend bitterlich weinend in der Box.

sid

Kommentare