Mortara schenkt Audi ersten Saisonsieg

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Edoardo Mortara freut sich über seinen ersten DTM-Sieg

Köln - Edoardo Mortara hat in der DTM seinen ersten Sieg eingefahren und Audi den ersten Erfolg des Jahres beschert. Der Kanadier Bruno Spengler musste seine Hoffnungen früh begraben.

Grenzenloser Jubel bei Audi und Edoardo Mortara: Der Italiener feierte in Spielberg seinen ersten DTM-Sieg, erlöste damit auch sein Team und machte aus dem bisherigen Zweikampf zwischen Mercedes und DTM-Rückkehrer BMW jetzt einen Dreikampf. Auf der Berg- und Talbahn in der Steiermark bescherte Mortara den Ingolstädtern nämlich nach einer fehlerfreien Leistung beim vierten Lauf der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft den ersten Sieg 2012. Nach 47 Runden setzte sich der 25-Jährige vor Titelverteidiger Martin Tomczyk (BMW) und WM-Spitzenreiter Gary Paffett im Mercedes durch.

„Das war ein fantastisches Wochenende: gestern die erste Pole-Position in der DTM, heute der erste Sieg - ich bin einfach super zufrieden. Meine Jungs haben in den letzten Wochen und Monaten unheimlich hart gearbeitet“, sagte der strahlende Sieger nach seiner Triumphfahrt. Bereits am Samstag hatte Mortara mit seiner mit seiner Bestzeit im Qualifying alle überrascht und den Aufwärtstrend von Audi mit seinem Erfolg eindrucksvoll bestätigt.

Über den neuen Dreikampf freut sich sogar der Zweitplatzierte Tomczyk. „Drei Marken auf dem Podest, das ist toll. Was wünscht man sich mehr in der DTM“, fragte der Vorjahres-Meister, der nach Jahren bei Audi inzwischen für BMW fährt. Auch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug war von dem bis zur letzten Kurve spannenden Kampf an der Spitze begeistert. „Ein extrem heißer Ritt, bei dem die ersten Fünf fast unter ein Handtuch passten“, sagte Haug: „Und Gary hat dabei seine Meisterschaftsführung ausgebaut.“

Der Brite (83 Punkte) hat bereits 36 Zähler Vorsprung auf Audi-Pilot Mattias Ekström, der Vierter wurde. Paffett profitierte bei seiner vierten Podiumsplatzierung in dieser Saison auch vom Ausfall von Bruno Spengler. Der Kanadier, vor dem Rennen in der Gesamtwertung noch ärgster Verfolger von Paffett, musste seinen BMW nach einer Kollision vorzeitig abstellen.

Ein hervorragende Leistung lieferte unterdessen der zweimalige DTM-Champion Timo Scheider ab. Nur von Rang 16 gestartet, kämpfte er sich sogar trotz einer Kollision sukzessive nach vorn und beendete das Rennen als Sechster. Der frühere Formel-1-Pilot Ralf Schumacher, von der zehnten und damit in dieser Saison besten Position ins Rennen gegangen, verpasste die Punkteränge als Elfter nur knapp.

Beim Start war Mortara zunächst schlecht weggekommen, erkämpfte sich die Führung mit einem riskanten Manöver in der ersten Kurve aber wieder zurück. Dahinter musste sich Paffett gegen Vorjahressieger Tomczyk und den Schweden Ekström hart verteidigen. Der von Position sechs gestartete Spengler konnte nach seiner Kollision das Tempo der Führenden nicht mehr mitgehen und wurde bis zu seinem Ausfall in der 33. Runde nach hinten durchgereicht.

An der Spitze setzte sich daraufhin schnell ein Quintett mit Mortara als Taktgeber vom Rest des Feldes ab. Vor dem ersten Pflicht-Reifenwechsel erhöhte er nochmals das Tempo, sodass er auch trotz eines späten Boxenstopps seine Führung vor Paffett und Tomczyk behauptete. Nach der Hälfte des Rennens übten die Routiniers mehr Druck auf den Rookie aus, ohne ihm allerdings mit einem geschickten Überholmanöver die Führung abnehmen zu können.

Auch nach einem verkorksten zweiten Reifenwechsel zeigte sich Mortara nervenstark und drängte den heranrasenden Paffett mit einer harten, aber regelkonformen Aktion für kurze Zeit neben die Strecke. Den Kampf um die Spitze nutzte Tomczyk, der eine Runde später an die Box kam und zumindest noch am WM-Spitzenreiter vorbeizog.

sid

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