Haftbefehl gegen Spanier

Visser-Familie nach Mord unter Schock

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Ingrid Visser und ihr Lebensgefährte Lodewijk Severein wurden grausam getötet.

Murcia - Die Familie des ermordeten Volleyball-Stars Ingrid Visser steht nach der Veröffentlichung grausamer Details unter Schock. Gegen einen Spanier wurde Haftbefehl erlassen.

Die Familien der ermordeten niederländischen Volleyballspielerin Ingrid Visser und ihres Lebensgefährten Lodewijk Severein haben geschockt auf die Veröffentlichung der grausamen Einzelheiten des Verbrechens reagiert. Spanische Medien hatten über Details berichtet, bevor die Familien von den spanischen Behörden informiert worden waren. „Das hat die Situation fast unerträglich gemacht“, heißt es in einer Presseerklärung. Die Familien bitten die Medien, „ihre Arbeit mit Respekt vor den Angehörigen und wenn eben möglich mit Zurückhaltung zu machen“, um ein unnötiges Leiden der Angehörigen zu vermeiden.

Die spanische Justiz hat inzwischen Haftbefehl gegen einen Verdächtigen erlassen. Dabei handelte es sich um den früheren Geschäftsführer des Volleyballclubs CAV Murcia, für den die Niederländerin bis vor zwei Jahren gespielt hatte. Der 36-jährige Spanier Juan Cuenca wurde in die Untersuchungshaft eingewiesen.

Die zuständige Untersuchungsrichterin in Valencia erklärte nach Medienberichten vom Mittwoch die Ermittlungen für vertraulich und machte keine Angaben darüber, was dem Spanier genau zur Last gelegt wird. Aus Polizeikreisen war zuvor bekanntgeworden, dass der Mann im Verdacht stehe, möglicherweise die beiden Rumänen angeheuert zu haben, die das Paar umgebracht haben sollen. Die beiden mitverdächtigten Rumänen wurden am Mittwoch dem Untersuchungsrichter vorgeführt.

Severein soll nach Vermutung der Polizei zusammen mit Cuenta Lorente geschäftliche Projekte finanziert haben, dabei habe der Niederländer seinem spanischen Geschäftspartner eine sehr hohe Geldsumme geliehen, die er jetzt zurückhaben wollte. Die Leichen des Paares waren am Dienstag in der Nähe von Murcia zerstückelt in einem Zitronenhain aufgefunden worden. Laut Informationen der spanischen Regionalzeitung „La Verdad“ soll Severein schwer gefoltert worden sein.

SID/dpa

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