"Boston ist stark"

MLB: Red Sox holen die World Series

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Die Red Sox beim feuchtfröhlichen Jubel

Boston - Die Boston Red Sox haben zum achten Mal die World Series der Major League Baseball (MLB) gewonnen. Es ist ihre dritte Meisterschaft in zehn Jahren.

Im Moment des Triumphes griff „Big Papi“ David Ortiz zum Stadionmikrofon. „Ihr habt in diesem Jahr viel durchgemacht, ihr habt diesen Titel verdient“, rief der wertvollste Spieler (MVP) in Richtung der Fans, nachdem seine Red Sox gerade die World Series gewonnen hatten. Das 6:1 gegen die St. Louis Cardinals sorgte nicht nur den achten Titelgewinn für den Traditionsklub aus der Major League Baseball (MLB). Es hilft der Stadt 199 Tage nach dem Bombenattentat auf den Boston-Marathon auch bei der Rückkehr zur Normalität.

Das rot-weiße Spielerknäuel der Red Sox hüpfte und tanzte nach dem Spiel über den Rasen des altehrwürdigen Bostoner Fenway Parks, der Jubel aus 38.447 Kehlen auf den Rängen hob fast das Stadion aus den Angeln. „Hier zu gewinnen war wichtig, denn diese Tragödie hat auch uns beschäftigt. Aber Boston ist stark“, sagte Shane Victorino. Mit 4:2 ging die best-of-seven-Serie an die Red Sox, die St. Louis den zwölften Titel vermasselten.

„Die Cardinals waren ein starker Gegner, aber ich habe gesehen, wie hart meine Jungs gearbeitet haben. Ihnen gebührt der ganze Respekt“, sagte Sox-Manager John Farrell. Der 51-Jährige hatte den Klub erst im Februar übernommen und eine Saison erlebt, die noch zwölf Monate zuvor niemand für möglich gehalten hatte.

Nach den Titeln von 2004 und 2007 hatte ganz Boston bereits von einer Ära gesprochen. Doch danach blieb der Erfolg aus und Ende 2011 musste auch Erfolgsmanager Terry Francona gehen. Unter dessen Nachfolger Bobby Valentine beendete das Team die Saison 2012 als Letzter der American League East. Nachdem im April dieses Jahres die Bomben auf der Zielgeraden des Boston-Marathons detoniert waren, interessierte sich kaum noch jemand in der Stadt für die Red Sox.

Auf Valentine folgte der knurrige Farrell, der bereits 2007 zum Trainerstab des Meisterteams gehört hatte und der die Sox punktuell verstärkte mit erfahrenen Haudegen und talentierten Nachwuchsspielen. Der langzeitverletzte Pitcher John Lester fand rechtzeitig seine Form und führte das Team zu Siegen im ersten und fünften Spiel der Serie.

Doch niemand im Red-Sox-Kader verkörperte den Geist des Erfolgs mehr als Ortiz. Der 38-Jährige aus der Dominikanischen Republik ist der letzte Verbliebene aus den Meisterteams von 2004 und 2007. Der Mann, den sie aufgrund seiner Statur und seines freundlichen Wesens in Boston nur „Big Papi“ nennen, überstrahlte alle in dieser World Series mit zwei Homeruns in sechs Spielen. „Ich weiß nicht, ob ich irgendwann noch mal in der World Series stehe, deshalb gebe ich jetzt alles, was ich habe“, hatte Ortiz schon zuvor mit Blick auf sein Alter gesagt.

Doch die Niederlage der Cardinals lag nicht nur an Ortiz. Das Team von Manager Mike Metheny suchte vergeblich nach der Konstanz, die das Team während der Saison demonstriert und in den Play-offs zunächst bestätigt hatte. Nur ein Sieg gegen Boston in drei Heimspielen und individuelle Fehler machten die Hoffnung auf einen weiteren Titel nach 2011 zunichte. „Hier muss man auf den Punkt da sein, das haben wir nicht geschafft“, sagte der sichtlich geknickte Metheny.

sid

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