Henkel auf Platz drei

Gössner siegt in Oberhof - Herren enttäuschen

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Miriam Gössner sprintete in Oberhof auf den ersten Platz

Oberhof - Biathletin Miriam Gössner hat den Sprint beim Weltcup in Oberhof gewonnen und ihren zweiten Saisonsieg gefeiert. Die deutschen Herren im Biathlon enttäuschten dagegen.

Miriam Gössner sprintete im Nebel von Oberhof zu ihrem zweiten Weltcup-Sieg, Andrea Henkel schaffte es nach einer Grippe als Dritte ebenfalls auf das Podest. Und als Neunte vervollständigte Nadine Horchler einen tollen Samstag für das deutsche Damen-Team beim Biathlon-Volksfest in Thüringen. „Das war ein deutliches Zeichen. Ich bin sehr glücklich und stolz auf die Mädchen“, sagte Damen-Bundestrainer Gerald Hönig.

Nicht gut lief es für die bislang so bärenstarken Männer. Beim ersten Weltcup-Sieg des Russen Dmitri Malyschko vor Landsmann Jewgeni Garanitschew über die zehn Kilometer war Arnd Peiffer als Zwölfter noch der Beste. „Ich bin noch nicht bei 100 Prozent, aber ich habe gezeigt, dass ich wieder vorne mitlaufen kann. Das ist eine gute Ausgangsposition für die Verfolgung“, sagte der Harzer.

Beim ersten Heim-Weltcup nach dem Karriereende von Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner zeigten dagegen die Skijägerinnen im Sprintwettkampf nicht unbedingt erwartete Extra-Klasse. „Ich habe oft genug betont, dass man die Leistung der Mädels nicht so schlecht reden darf. Es wurde immer daran festgemacht, dass die Lena aufgehört hat und diese Mannschaft nicht gut genug ist. Da hat man ihr Unrecht getan, vor allen Dingen der Miri und der Andrea“, sagte Hönig.

„Oh, wie ist das schön“, sangen die 23 500 Zuschauer im Nebel - und feierten die famosen Skijägerinnen. „Die Leute sind unglaublich, ein riesengroßes Dankeschön an dieses Publikum“, sagte Gössner. Die 22-Jährige wird mit der Startnummer 1 am Sonntag (13.10 Uhr/ZDF und Eurosport) ins Verfolgungsrennen starten. „Das wird ein absolutes Gänsehautgefühl, da loszulaufen“, sagte sie.

Andrea Henkel war über sich selbst verblüfft. „Ich sollte nicht soviel von mir erwarten, dann wird es vielleicht besser“, sagte sie. Bis kurz vor dem Start hatte sie überlegt, ob sie die 7,5 Kilometer in Angriff nehmen sollte. „Ich hoffe, jetzt gibt es keinen Rückschlag. Aber das Glück überwiegt, da werde ich jetzt nicht mehr krank“, sagte sie nach ihrem zweiten Podestplatz der Saison.

Als Miriam Gössner aus der dicken Nebelwand auf die lange Zielgerade kam, setzte die lautstarke Unterstützung der Fans bei ihr noch mal Extrakräfte frei. „Im Ziel habe ich gesehen, dass die 1 aufgeleuchtet hat, da habe ich mich nur noch gefreut“, sagte sie.

Bei ihrem zweiten Saisonsieg hatte Gössner, die nach ihren beiden Schießfehlern zwei Strafrunden laufen musste, am Ende zwei Sekunden Vorsprung vor der fehlerfrei gebliebenen Norwegerin Tora Berger. Auch Andrea Henkel, die wegen einer Grippe noch die Staffel am Donnerstag ausgelassen hatte, räumte alle zehn Scheiben ab und war 24,1 Sekunden langsamer als Gössner. Diese markierte mal wieder die Laufbestzeit. „Ich bin nicht voll angegangen, um mir die Kräfte einzuteilen“, meinte Gössner.

Andrea Henkel setzte mit ihrem ersten Auftritt vor heimischer Kulisse eine Serie fort. Seit 2005 stand sie in jedem Weltcupjahr in ihrer Heimat Oberhof auf dem Treppchen. Die am Schießstand ebenfalls fehlerfrei gebliebene Nadine Horchler freute sich über ihre beste Weltcup-Platzierung. „Das ist super“, meinte die 26-Jährige.

Ohne ihren krank pausierenden Vorzeigeläufer Andreas Birnbacher ging im Schmuddelwetter nicht viel für die deutschen Skijäger. Für den Aufreger des Tages sorgte Florian Graf, der beim Stehendschießen in Richtung des Gewehrlaufes pustete und sich damit in Lebensgefahr brachte. „Ich hatte einen Wassertropfen im Ringkorn und habe nichts mehr gesehen. Das war situationsbedingt, eine automatische Reaktion, da ich schnellstmöglich weitermachen wollte. Aber Sicherheit geht vor, das mache ich nicht wieder“, sagte er. Graf, ursprünglich auf Rang 30 gelaufen, wurde zur Rennleitung bestellt und disqualifiziert.

dpa/sid

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