Russland an der Spitze

Nur 19 Medaillen für deutsches Olympia-Team

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Die russischen Athleten holten 13 Goldmedaillen

Sotschi - Die deutschen Olympioniken verfehlen in Sotschi das Ziel von 30 Medaillen deutlich. Am Ende stehen sie in der Länderwertung auf Rang sechs. Russland setzt sich nach 20 Jahren wieder an die Spitze.

Das deutsche Olympia-Team hat die Winterspiele in Sotschi auf Platz sechs der Länderwertung und damit so schlecht wie noch nie seit der Wiedervereinigung abgeschlossen. An dem mageren Resultat von nur 19 Medaillen konnten auch zweimal Silber für Snowboarderin Anke Karstens und die Biathlon-Staffel sowie Bronze für Raceboarderin Amelie Kober am letzten Wochenende nichts mehr ändern. Für Slalom-Ass Felix Neureuther und die Viererbob-Piloten platzten die Hoffnungen auf Edelmetall. Der Deutsche Olympische Sportbund hatte 30 Medaillen wie in Vancouver 2010 als Ziel ausgegeben.

Die russischen Athleten holten 13 Goldmedaillen

Erstmals seit 20 Jahren ist Russland wieder die Nummer eins im Medaillenspiegel. Die Gastgeber sammelten auch dank der Erfolge von Alexander Subkow im Viererbob und der Langläufer um 50-Kilometer-Sieger Alexander Legkow am Schlusstag insgesamt 13 Mal Gold, elfmal Silber und neunmal Bronze. Zweiter der Länderwertung wurde Norwegen (11/5/10). Mit acht Gold-, sechs Silber- und fünf Bronzemedaillen lag das deutsche Team noch hinter den Niederlanden. „Die Ziele haben wir definitiv nicht erreicht“, musste Chef de Mission Michael Vesper am Sonntag einräumen.

Die Bobpiloten blieben erstmals seit 50 Jahren ohne Medaille bei Olympia. Nach der Pleite im Zweier belegte Maximilian Arndt als bester des deutschen Trios in der Viererbob-Entscheidung nur den sechsten Platz. Thomas Florschütz beendete das Rennen auf Rang sieben, Francesco Friedrich wurde Zehnter.

Eine Enttäuschung hatte am Samstag auch Neureuther erlebt, der nach einem Sturz im zweiten Durchgang ausschied. Fritz Dopfer verbesserte sich von Rang 14 zwar noch auf Platz vier, verpasste Bronze aber um fünf Hundertstelsekunden. Gold holte sich der Österreicher Mario Matt vor seinem Landsmann Marcel Hirscher.

Nach vielen sportlichen Enttäuschungen und dem Wirbel um ihre positiv getestete Teamkollegin Sachenbacher-Stehle sorgten die Biathleten mit Platz zwei in der Staffel für einen versöhnlichen Abschluss. Erst auf der Zielgeraden musste sich Simon Schempp dem russischen Schlussläufer Anton Schipulin beugen.

Auch die Snowboarder hatten im letzten Rennen von Sotschi endlich Grund zum Jubel. Karstens wurde erst im Finale des Parallel-Slaloms von der Österreicherin Julia Dujmovits gestoppt. Mit Bronze gewann Kober ihre zweite Medaille nach Silber im Parallel-Riesenslalom 2006.

Medaillenspiegel der Olympischen Spiele 2014 in Sotschi

Olympia-Geschichte schrieb Langläuferin Marit Björgen, die im 30-Kilometer-Freistilrennen ihr sechstes Gold gewann und mit insgesamt sechs Gold-, drei Silber- und einer Bronzemedaille zur erfolgreichsten Winter-Olympionikin aufstieg. Über 50 Kilometer der Männer nahm Vancouver-Silbermedaillengewinner Axel Teichmann mit Platz 39 Abschied vom Langlaufsport.

IOC-Präsident Thomas Bach hob am Schlusstag der Spiele die „wirklich überwältigend“ positiven Reaktionen der Sportler hervor. „Ich habe keine einzige Beschwerde von auch nur einem Athleten gehört“, sagte der Chef des Internationalen Olympischen Komitees bei seiner Abschlusspressekonferenz in Sotschi.

Der österreichische Skilangläufer Johannes Dürr wurde als fünfter Sportler in Sotschi des Dopings überführt. Der 26-Jährige wurde positiv auf das Blutdopingmittel EPO getestet. Dürr war bei einer Trainingskontrolle am 16. Februar ertappt worden. Der Langläufer wurde umgehend aus der Olympia-Mannschaft ausgeschlossen worden.

Im Dopingfall von Evi Sachenbacher-Stehle stellte der Deutsche Olympische Sportbund am Sonntag Strafanzeige gegen unbekannt. Außerdem werde der DOSB der Münchner Schwerpunktstaatsanwaltschaft alle ihm vorliegenden Informationen zur Verfügung stellen, hieß es in einer Mitteilung. Die 33 Jahre alte Biathletin war bei den Spielen des Dopings mit einem Stimulanzmittel überführt worden. Es soll nach ihren Angaben in einem mit der verbotenen Substanz verunreinigten Nahrungsergänzungsmittel enthalten gewesen sein. Die Münchner Staatsanwaltschaft hat in diesem Fall die Ermittlungen aufgenommen.

dpa

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