Mayer gelingt Sensation gegen Nadal

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Florian Mayer ist 1,90 Meter groß

Shanghai - Deutschlands Nummer eins Florian Mayer hat beim Masters-Turnier in Shanghai gegen den topgesetzten Weltranglistenzweiten Rafael Nadal für eine große Überraschung gesorgt.

Florian Mayer fühlte sich nach seinem bislang größten Sieg wie im siebten Himmel: Deutschlands Nummer hat beim Masters-Turnier in Shanghai für eine große Überraschung gesorgt und Topstar Rafael Nadal vom Platz gefegt. „Das ist ein tolles Gefühl, obwohl ich es noch gar nicht so richtig glauben kann. Mit Sicherheit ist das mein größter Erfolg“, sagte Mayer nach dem 7:6 (7:5), 6:3 im Achtelfinale gegen den topgesetzten Weltranglistenzweiten aus Spanien.

Der 28 Jahre alte Mayer trifft in der Runde der letzten Acht auf Tomas Berdych (Tschechien/Nr. 7) oder Feliciano Lopez (Spanien). Die große Stärke des Davis-Cup-Spielers gegen Nadal war der Aufschlag - nur sieben Punkte gab er bei eigenem Service ab. „Vielelicht war ich mental und pysisch auch ein bisschen fitter als Rafael. Das waren möglicherweise die entscheidenden zwei, drei Prozent“, erklärte Mayer, der auch bei Davis-Cup-Teamchef Patrik Kühnen große Freude auslöste.

„Das ist ein phantastisches Ergebnis und für Florian ein ganz wichtiger Sieg“, sagte Kühnen dem Sport-Informations-Dienst (SID). Der Ex-Profi hofft auf weitere Husarenstücke von Mayer: „Vielleicht schafft es Flo, bei den Australian Open im Januar unter den 16 gesetzten Spielern zu sein“, sagte Kühnen.

In der 1:48 Stunden langen Partie gegen French-Open-Sieger Nadal ließ Mayer bei eigenem Aufschlag keine einzige Breakchance zu. Dagegen nutzte er zwei seiner vier Chancen, um „Rafa“ das Service abzunehmen- zum 4:3 und 6:3 im zweiten Satz. Auf der ATP-Tour waren beide Spieler zuvor noch nie aufeinandergetroffen. Nach zehn Jahren Wartezeit hatte der Weltranglisten-23. Mayer Mitte September in Bukarest seinen ersten Titelgewinn auf der ATP-Tour gefeiert.

Anfang Juni war dem 1,90 Meter großen Schlaks zum ersten Mal der Sprung unter die Top 20 der Rangliste gelungen - er belegte für zwei Wochen Platz 18. Eine Rückkehr dorthin ist in der Schlussphase der Saison auch das Ziel von „Flo“. „Da habe ich realistische Chancen“, sagte Mayer, der vor seinem Coup in Rumänien und einigen guten Ergebnissen vor allen Dingen bei den vier Grand-Slam-Turnieren hinter den Erwartungen zurückgeblieben war.

Einzig bei den US Open in New York hatte Mayer, der 2008 wegen mentaler Erschöpfung eine sechsmonatige Auszeit genommen hatte, Anfang September die dritte Runde erreicht. Bei den vorherigen drei Grand Slams des Jahres in Melbourne, Paris und Wimbledon war der Mannschafts-Weltmeister von 2011 jeweils in Runde zwei gescheitert.

Die Kritik an der Qualität des deutschen Männertennis kann Mayer nicht ganz nachvollziehen. „Wir hatten in diesem Jahr schon ein paar gute Resultate, unglücklicherweise nicht bei großen Turnieren. Das ist unser derzeitiges Problem. Wir müssen auch im Davis Cup und bei den Grand Slams mehr Erfolg haben“, forderte der Wimbledon-Viertelfinalist von 2004, der im gleichen Jahr zum „Neuling des Jahres“ gewählt worden war.

sid

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