Höfl-Riesch: Erleichtert, und etwas enttäuscht

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Maria Höfl-Riesch kam in St. Anton auf den fünften Platz

St. Anton  - Maria Höfl-Riesch schüttelte ein wenig ungläubig den Kopf. Als sie im Ziel des Super-G in St. Anton abschwang und die „5“ aufleuchten sah, konnte sie das erst mal gar nicht glauben.

„Unter der Fahrt habe ich schon mit dem Schlimmsten gerechnet“, sagte sie. Rang 19 am Tag zuvor in der Abfahrt bei den Weltcup-Rennen am Arlberg hatte sie verunsichert, „deshalb war ich schon erleichtert, als ich die Platzierung sah.“ Doch ein bisschen war sie auch enttäuscht: Nur eine Zehntelsekunde fehlte zum Podest, „ärgerlich“, sagte Höfl-Riesch.

Oben auf dem Siegertreppchen stand wieder mal Tina Maze. Die Slowenin gewann schon zum sechsten Mal in diesem Winter, erstmals aber in ihrer Karriere einen Super-G. Die Slowenin ist damit erst die sechste Läuferin der Weltcup-Geschichte mit Siegen in den fünf alpinen Disziplinen. „Es ist unglaublich! Mir fehlen die Worte. Es ist schön, in diesem Klub zu sein“, sagte die 29-Jährige, die 0,04 Sekunden vor Anna Fenninger aus Österreich und 0,99 Sekunden vor Fabienne Suter aus der Schweiz lag. Es folgten Lindsey Vonn aus den USA (1,00 Sekunden zurück) und Höfl-Riesch.

Neben Höfl-Riesch rehabilitierten sich auch die Teamkolleginnen für das schwache Abschneiden in der Abfahrt auf der anspruchsvollen Piste „Karl Schranz“. Viktoria Rebensburg fuhr auf Rang acht (1,30 Sekunden zurück), dazu sicherte sich Veronique Hronek (Unterwössen) als Zwölfte (1,81) das Ticket für die WM in Schladming (4. bis 17. Februar). Beide hatten freilich Pech mit dem Wetter: Erst, als sie im Ziel waren, kam die Sonne heraus. Die Läuferinnen ab Startnummer 17 waren bei besserer Sicht im Vorteil. „Das ist schon ärgerlich“, sagte Hronek. Rebensburg äußerte sich ähnlich.

Auf den Rängen 1 bis 7 lagen ausschließlich Läuferinnen mit Startnummern zwischen 16 (Vonn) und 22 (Höfl-Riesch), Höfl-Riesch allerdings konnte die guten Bedingungen bei ihrer Fahrt nicht wie erhofft nutzen. Zu viele Fehler schlichen sich ein, wie bereits am Vortag in der Abfahrt, die ihr „einen Knacks“ versetzt hatte, wie sie zugab. Dennoch überwog die Erleichterung. „Es ist gut zu sehen, dass ich auch mit einer so fehlerhaften Fahrt vorne dabei bin. Ich bin, glaube ich, auf einem guten Weg“, sagte die Doppel-Olympiasiegerin. Sie weiß aber auch: „Es geht noch mehr.“

Bei Tina Maze dagegen ist kaum noch Steigerungspotenzial zu erkennen. Schon in der Abfahrt am Samstag, die bei recht kuriosen Bedingungen Alice McKennis (USA) vor Daniela Merighetti (Italien) und Fenninger gewonnen hatte, war die benachteiligte Slowenin auf Rang vier gefahren. Nun hat sie im Gesamtweltcup 1289 Punkte, 545 mehr als die Zweite, Höfl-Riesch. „Sie hat den Gesamtweltcup schon gewonnen“, sagte Titelverteidigerin Vonn, die nach vierwöchiger Wettkampfpause mit den Rängen sechs und vier zurückkehrte.

Maze, sagte Vonn, „ist die beste Ski-Rennläuferin des Jahres“. Sie selbst betonte mehrfach, wie „happy“ sie sei, wieder im Weltcup dabeizusein. Allerdings betonte Vonn auch: „Ich wäre gerne auf dem Podium gewesen.“ Diesen Wunsch hat sie gemein mit Höfl-Riesch: „Es fehlen die Top-Platzierungen“, stellte die Partenkirchnerin wieder mal fest. Für sie könnte sich das allerdings schon beim Slalom am Dienstag in Flachau/Österreich ändern: Der Hang dort liegt ihr.

sid

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