Manager kündigt Ullrich-Stellungnahme an

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Jan Ullrich will sich "zu gegebener Zeit" zu seiner Vergangenheit äußern.

Köln - Der frühere Radprofi und einzige deutsche Tour-Sieger Jan Ullrich will offenbar Stellung zu seiner Vergangenheit beziehen. Das kündigte Ullrichs PR-Manager Falk Nier in einem Hörfunk-Interview mit dem Bayerischen Rundfunk an.

„Fakt ist, dass Jan noch mal in gegebener Zeit zu seiner Vergangenheit Stellung nehmen wird. Jetzt können wir das nicht tun, weil möglicherweise noch ein Verfahren auf ihn zukommt. Aber klar ist, dass wir in Zukunft damit auch anders umgehen werden, und auch er selber persönlich versucht logischerweise noch mal all seine Fans in der Hinsicht aufzuklären“, sagte Falk.

Zunächst muss sich Ullrich jedoch vor dem internationalen Sportgerichtshof CAS mit seiner Vergangenheit befassen. Dort wird ein Einspruch des Radsport-Weltverbandes UCI verhandelt. Hintergrund ist Ullrichs Verwicklung in die Affäre um den mutmaßlichen Dopingarzt Eufemiano Fuentes, die einen Tag vor dem Start der Tour de France 2006 aufgedeckt worden war. Ullrich hatte im gleichen Jahr seine Schweizer Rennlizenz zurückgegeben und dann seine Karriere beendet.

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Das Schweizer NOK Swiss Olympic stellte im Frühjahr 2010 die Dopingermittlungen gegen Ullrich wegen „fehlender Disziplinargewalt“ ein. Der Radsportweltverband legte daraufhin ebenso wie die Schweizer Anti-Doping-Agentur Einspruch ein. Seitdem ist das Dopingverfahren vor dem CAS anhängig. Der in der Schweiz lebende Ullrich wird bei der Verhandlung in Lausanne nicht persönlich anwesend sein.

„Das schlimmste Urteil wäre eine lebenslange Sperre. Der beste Fall wäre, wenn der CAS entscheidet, die Schweiz ist nicht zuständig“, sagte Nier. Er gehört dem Team des dreimaligen Davis-Cup-Gewinners Carl-Uwe Steeb an, das Ullrich seit Kurzem betreut. Wann das Urteil gesprochen wird, ist nicht vorherzusagen. Der CAS könnte es wenige Tage nach der Anhörung verkünden, aber auch erst nach einigen Monaten. „Wir hoffen, dass es schnell geht“, sagte Nier.

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Im Falle einer Verurteilung könnte Ullrich nicht als verantwortlicher Betreuer ins Profigeschäft zurückkehren. Allerdings wolle sich der 37-Jährige ohnehin „eher im Nachwuchs“ engagieren, sagte Nier.

sid

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