Was macht denn dieser "Opa" auf der Skirennpiste?

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Didier Cuche holte alte Holzski heraus, um seinem letzten Rennen etwas Würze zu geben. Er hatte sichtliche Probleme mit dem nostalgischen Material.

Schladming - Was macht denn dieser alte Mann auf der Skirennpiste? Das werden sich die Fans in Schladming gedacht haben. Doch der "Opa" entpuppte sich als Schweizer-Abfahrtstar.

Ski-Rennläufer Didier Cuche hat seine erfolgreiche Karriere im „Opa“-Stil beendet. Der Schweizer fuhr seinen letzten Weltcup-Lauf beim Riesenslalom im österreichischen Schladming mit historischen Holz-Latten aus einem österreichischen Wintersportmuseum, Schiebermütze und Knickerbockern. Auf den Rücken hatte er sich einen dicken, alten Rucksack gepackt, aus dem er im Ziel einen modernen Renn-Helm und -Handschuhe zog, die er an das Publikum verschenkte. Während der Fahrt hielt der 37-Jährige mehrmals an, um sich bei Freunden und Weggefährten zu verabschieden.

„Ich denke, es war eine gute Fahrt“, scherzte Cuche über seinen Lauf beim „Riesen“-Finale, bei dem er deutliche Probleme mit dem Material hatte. „Ich wollte zunächst mit Winkel fahren, das ist nicht gegangen. Dann habe ich aber gemerkt, dass ich rutschen muss. Ich habe mich echt angestrengt“, sagte er. Von seinen Kollegen wurde Cuche mit einer „tollen Geste“ geehrt, wie er selbst es nannte: Im Ziel kopierte jeder Starter Cuches Markenzeichen, den „Ski-Salto“, bei dem ein hinten aus der Bindung gelöster Ski mit Schwung nach oben in die Hand des Rennfahrers geschleudert wird.

Cuche verabschiedet sich nach 369 Weltcup-Starts mit 21 Siegen, von denen er vier in diesem Winter einfuhr. Mit fünf Abfahrts-Erfolgen ist er Rekordsieger auf der legendären „Streif“ in Kitzbühel. 1998 gewann er Olympia-Silber im Super-G, bei Weltmeisterschaften gewann er vier Medaillen, darunter Gold im Super-G 2009. „Ski-Pensionist hört sich ein bisschen komisch an“, sagte Cuche über die Zeit, die jetzt kommt, „aber ich werde mich daran gewöhnen.“

sid

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