Lurz holt WM-Silber und feiert den Zehnten

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Thomas Lurz hat WM-Silber geholt

Jinshan - Als Thomas Lurz bei der Schwimm-WM in China nach zehn Kilometern als Zweiter angeschlagen hatte, galt der erste Gedanke seinem Teamkollegen, der Zehnter geworden ist.

„Ich habe mitgezählt, da wusste ich gleich: Waschi hat es geschafft“, erzählte der Rekord-Weltmeister nach seinem Silber-Rennen am Gold-Strand von Jinshan. Für einen Moment war die 14. WM-Medaille des 31-Jährigen nicht so wichtig - Andreas Waschburger hatte als Zehnter gerade noch das Ticket für Olympia aus den aufgeheizten Fluten gefischt.

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„Thomas hat es mir gesagt, dann haben wir beide losgeschrien“, berichtete der WM-Neuling, der im Ziel mehr noch als Seriensieger Lurz im Mittelpunkt stand. Als ihn einer nach dem anderen umarmte, schossen dem 24-Jährigen die Tränen in die Augen. „Ein Riesentraum ist in Erfüllung gegangen, das ist genial“, sagte der Saarbrücker, der bis in die vierte und letzte Runde auf Platz zwei gelegen hatte, „dann ging die Kraft weg“.

Nach 1:54:39,8 Stunden reichte es dennoch für das große Ziel London, und sein Trainer Hannes Vitense war nicht mehr zu halten. „Ey Alter, du bist dabei“, schrie er seinen Schützling an und boxte ihm immer wieder auf die Brust: „Das ist Wahnsinn, das ist so geil!“

Waschburger hatte sich bei seinem ersten WM-Rennen an dem künstlich angelegten Strand mit dem goldfarbenen Sand genau an die vorgegebene Taktik gehalten. „Er sollte vorneweg schwimmen und dreimal trinken“, erklärte Vitense, „die Energie, die er da getankt hat, war entscheidend.“ Bei knapp 30 Grad Wassertemperatur kommt es auf die Flüssigkeitsaufnahme zur rechten Zeit an. „Das ist wie die Reifenwechsel in der Formel 1“, sagte der Coach und lobte Waschburger: „Ich kenne keinen, der es mehr verdient hätte. Er ist eine harte Sau im Training. Jetzt ist er zu einem Weltklasseathleten gereift.“

Auf diesem Weg half dem Kommissaranwärter, der in dieser Saison in Cancun seinen ersten Weltcup gewann, auch Rekord-Weltmeister Lurz. „Wir haben öfter zusammen trainiert. Er fragt mich um Rat, ich helfe, wo ich kann“, sagte der neunmalige WM-Champion, der durch den Jubel um „Waschi“ ein wenig ins Abseits geriet. Es schien so, als sei die eigene Medaille nicht so wichtig wie die Olympia-Qualifikation des Kollegen. „Das täuscht“, sagte Lurz, der den erneuten Erfolg eher still genoss.

„Vizeweltmeister ist nicht so schlecht“, meinte der Würzburger, der sich nur um 2,5 Sekunden dem Griechen Spyros Gianniotis (1:54: 24,7) geschlagen geben musste, „aber es ist natürlich großartig, dass wir zu zweit in London sind.“ Vor dem Männer-Duo hatte am Dienstag bereits die zweimalige Weltmeisterin Angela Maurer als Achte über 10 km ihre Reise zu den Olympischen Spielen gebucht. Kein Wunder, dass Bundestrainer Stefan Lurz nach den beiden olympischen Disziplinen rundum zufrieden war: „Alles, was wir wollten, haben wir geschafft. Jetzt können nur noch Medaillen kommen.“

Im Team-Wettbewerb am Donnerstag sind Thomas Lurz, Jan Wolfgarten und Isabelle Härle ebenso Anwärter auf Edelmetall wie Lurz am Freitag über fünf und Maurer am Samstag über 25 Kilometer. „Da spekulieren wir auf Medaillen“, sagte Stefan Lurz.

sid

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