Debakel ohne Kobe Bryant

Lakers: NBA-Saison endet mit Albtraum

+
Tim Duncan (r.) gegen Dwight Howard

Los Angeles - Ohne ihren verletzten Superstar Kobe Bryant sind die Los Angeles Lakers in der ersten Playoff-Runde gescheitert. Es ist das Ende eine Albtraum-Saison für den 16-maligen NBA-Champion.

Kobe Bryant schüttelte nach dem schlimmsten Debakel seit 46 Jahren ratlos den Kopf. Entsetzt und mit leerem Blick musste der verletzte Basketball-Superstar der Los Angeles Lakers erleben, wie die 82:103-Pleite gegen die San Antonio Spurs die Albtraum-Saison des 16-maligen Champions der nordamerikanischen Profiliga NBA beendete. Nach vier Niederlagen mit durchschnittlich fast 19 Punkten Rückstand scheiterten die vor der Saison als Titelkandidat gehandelten Lakers völlig chancenlos erstmals seit 2007 in der ersten Play-off-Runde.

„Das ist wie ein schlechter Traum, aus dem ich nicht aufwachen konnte“, sagte Dwight Howard, der nach seinem zweiten technischen Foul im dritten Viertel vom Feld musste. Statt mit dem angepeilten 17. Titel endete die Saison mit dem ersten „sweep“ - einer glatten 0:4-Niederlage - seit dem Viertelfinal-Aus 2011 gegen den späteren Champion Dallas Mavericks um Dirk Nowitzki. Ohne Sieg in der ersten Runde waren die Lakers zuletzt 1967 geblieben.

Nach einem verkorksten Saisonstart, der Trainer Mike Brown den Job kostete, retteten sich die Lakers zwar noch in die Play-offs, dort war das Starensemble aus Kalifornien San Antonio aber nicht gewachsen. „Wir werden hart arbeiten, um zurück auf den rechten Pfad zu gelangen“, sagte Coach Mike D'Antoni, der seit November im Amt ist.

Nowitzki - und sonst? Die größten Stars des US-Sports

Nowitzki - und sonst? Die größten Stars des US-Sports

Trotz Superstar Bryant sowie den Starzugängen Howard und Steve Nash fanden die Lakers in der abgelaufenen Saison nicht auf den rechten Weg. Fehlte zu Beginn die Form, plagten das Team im Saisonfinale Verletzungssorgen. Neben Bryant, der nach einem Achillessehnenriss noch Monate pausieren muss, fehlten zuletzt auch weitere Stützen wie der zweimalige MVP Steve Nash oder Metta World Peace.

„Ich weiß, die Umstände waren komplett gegen uns, aber dennoch tut es weh. Es tut weh, so zu verlieren“, sagte Pau Gasol ESPN, der mit L.A. nach dem Sommer gerne den nächsten Angriff auf den ersten Titel seit 2010 starten will. Mit welchem Personal Los Angeles aber auf Wiedergutmachungstour geht, ist unklar. Der Vertrag von Center Howard, um den sich seit Monaten Transfergerüchte ranken, ist ausgelaufen und auch die Zukunft von D'Antoni ist unsicher. Daran dürfte auch das Bekenntnis von General Manager Mitch Kupchak zu dem 61-Jährigen angesichts der Niederlagenserie gegen die Spurs nichts ändern.

Teile der Fans haben mit „We want Phil“-Rufen während der vergangenen Spiele jedenfalls schon einmal ihr Votum für Phil Jackson abgegeben. Der 67-Jährige führte die Lakers in seinen zwei Amtszeiten zu fünf Titeln (2000-2002, 2009, 2010), nachdem er bereits mit den Chicago Bulls (1991-1993, 1996-1998) sechs Championship-Ringe gehamstert hatte.

Von solchen Erfolgen können die Fans der Lakers derzeit nur träumen, zumal auch die Spieler selbst keine selbstbewusste Haltung vorlebten. Bereits vor der letzten Niederlage verteilten Lakers-Stars im Staples Center weiße Handtücher an die Zuschauer.

sid

Kommentare