"London ist bereit - Sicherheit hat Priorität"

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Jacques Rogge

London - Jacques Rogge hat wenige Stunden vor dem Auftakt am Freitag in London seine Überzeugung ausgedrückt, London werde große Spiele erleben.

Jacques Rogge hat schon vor dem Olympia-Auftakt in London Vorschuss-Lorbeeren an den Gastgeber verteilt. „Ich bin sehr optimistisch und vertrauensvoll“, sagte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) hinsichtlich der Arbeit des Organisationskomitees LOCOG und dessen Chef Sebastian Coe. Rogge machte vor den letzten Spielen seiner im September 2013 endenden Amtszeit klar, das Thema Sicherheit habe in London für ihn oberste Priorität.“

„Eine Bilanz können wir erst nach der Schlussfeier ziehen. Aber die gute Vorbereitung hat London schon viel gebracht für seinen Ruf. Der wunderbare Olympiapark ist ein großartiges Vermächtnis. Das war eine der Zielsetzungen des Organisations-Komitees LOCOG und der Olympischen Bewegung“, sagte Rogge, der sich auch über die weitgehend gesicherte Zukunft der Sportstätten freut: „Acht sind gebaut worden, sechs haben bereits ihre künftigen Betreiber. Bei zwei anderen ist das noch nicht ganz gesichert. Aber die Weißen Elefanten werden überleben.“

Der 70 Jahre alte Belgier würdigte dabei noch einmal ausdrücklich die Leistung des LOCOG und dessen Chef. „Sebastian Coe hat ausgezeichnete Arbeit geleistet. Er weiß viel, er kennt sich aus, er hat das Herz auf dem richtigen Fleck und kann Teams bilden“, sagte Rogge.

Der ehemalige Olympiasegler (1968-76) wehrt sich hinsichtlich der neuralgischen Punkte der Spiele gegen das Wort „Sorgen“: „Ich mag es nicht, ich habe Prioritäten.“ Davon gibt es in London drei nach Auffassung des IOC-Chefs, und zwar in einer bestimmten Reihenfolge.

„Erstens die Sicherheit: Wir leben in einer gefährlichen Welt, nicht erst seit München 1972. Zweitens das Wohlergehen der Sportler und die Qualität der Wettkampfstätten. Drittens das Transport-System: London ist schon sehr verkehrsüberfüllt. Und jetzt kommen noch 750.000 Leute hinzu. Aber ich bin sicher, dass die Qualität des Konzeptes ausreicht“, sagt Rogge.

An die Adresse des nächsten Olympia-Gastgebers Rio de Janeiro 2016 sagte Rogge, die Brasilianer könnten „von London vieles lernen. Das Wichtigste: Erbe und Nachhaltigkeit. Das hat in London beim Organisationskomitee LOCOG von Anfang an im Mittelpunkt gestanden.“

Der IOC-Präsident versicherte noch einmal, die Olympischen Spiele würden auch in Zukunft nicht gigantischer: „2008 in Peking hatten wir 28 Sportarten, jetzt 26 und 2016 in Rio sind es wieder 28. Die Zahl der Athleten bleibt mit 10.500 auch in vier Jahren gleich, ähnlich wie die der 300 Wettkämpfe. Und es gibt 116 Maßnahmen, die Kosten der Spiele zurückzuschrauben.“

Rogge sieht auch erfolgreiche Wege im Kampf gegen Doping: „Dass 110 Sportler in den letzten zwei Monaten positiv getestet wurden, ist Beweis für ihn, dass das System funktioniert.“ Rogge lobte vor allem die neun auf das Blutprofil zurückzuführenden Erfolge im Leichtathletik-Weltverband IAAF: „Das Blutprofil ist auch ein wirksames Mittel zur Abschreckung.“ Das System des Blutpasses müsse auf andere Länder und Sportarten erweitert werden.

In London werden inklusive der Paralympics (29. August bis 9. September) sowie der Trainingskontrollen seit Öffnung der beiden Athletendörfer insgesamt 6250 Proben genommen. Das sind deutlich mehr als die gut 5000 Kontrollen 2008 in Peking. Damals gab es 20 positive Fälle, 2004 in Athen 26.

sid

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