Olympisches Feuer entzündet

Olympia - 78 Tage vor Eröffnung der 30. Sommerspiele in London wurde am Donnerstag das Olympische Feuer im Heiligen Hain des antiken Olympia in Griechenland entzündet. Die Fackel besucht auch Loch Ness.

Im Beisein von IOC-Präsident Jacques Rogge wurde das Feuer traditionell mit einem Hohlspiegel entfacht. Mit der Flamme wird bei der Eröffnung der 30. Olympischen Sommerspiele durch Königin Elisabeth II. am 27. Juli das Feuer im Olympiastadion von London enzündet. „Das Entzünden an dieser antiken Stätte ist immer ein bedeutender Moment für die olympische Bewegung“, sagte Rogge nach der Zeremonie.

Wie in der Antike: Olympisches Feuer entzündet

Wie in der Antike: Olympisches Feuer entzündet

„Das olympische Feuer wird ein Licht in jede Nation und Region unseres Landes bringen. Wir wollten so viele Menschen wie möglich erreichen. Wir nehmen uns ein Beispiel an der königlichen Hochzeit“, erklärte Sebastian Coe. Der ebenfalls in Olympia anwesende Chef des Organisationskomitees LOCOG war ähnlich wie Rogge und das IOC nach den politisch bedingten Tumulten des Pekinger Fackellaufs 2008 gegen einen ähnlichen Gigantismus eingetreten. War das Feuer damals an 130 Tagen durch 21.880 Läufer über 137.000 Kilometer bis hinauf auf den 8850 Meter hohen Mount Everest unterwegs, so tragen diesmal 8000 Menschen die Flamme an 70 Tagen über 12.000 Kilometer.

Ausschreitungen mit Verletzten hatte es im April 2008 auch in London gegeben, wo Dutzende Menschen die Absperrungen entlang der Straßen durchbrachen und sich den Läufern in den Weg geworfen hatten. Über 1000 Bürgerrechtler hatten damals gegen die Tibet-Politik der Volksrepublik China protestiert.

Nach der Ausuferung des 1936 in Berlin erstmals bei Olympia durchgeführten Fackellaufs hatte das IOC 2009 die Bremse gezogen. Gilbert Felli, zuständiger Direktor für Olympische Spiele beim IOC: „Es ist besser, den Fackellauf auf das Gastgeberland zu beschränken. Das macht es für die Organisatoren und die Regierung einfacher, alles zu kontrollieren.“

Auf dem Weg von Griechenland landet die Flamme am 18. Mai erst einmal am südwestlichsten Zipfel der englischen Hauptinsel im Landesteil Cornwall. Die Fackel aus goldverziertem Aluminium, wegen ihres außergewöhnlichen Design bereits mit einem Kunstpreis ausgezeichnet, wird zu Lande, zu Wasser und in der Luft per Kanalboot, Pferd, Straßenbahn, Heißluftballon, Eisenbahn und in einem Motorrad-Beiwagen transportiert. Sie passiert 1018 Orte, die 95 Prozent der Bevölkerung mit geringem Aufwand erreichen können.

Stationen des Feuers, das von einem Konvoi mit elf Fahrzeugen begleitet werden soll, sind die Hauptstädte aller Landesteile: das walisische Cardiff, das nordirische Belfast und das schottische Glasgow. Besucht werden auch das sagenumwobene Loch Ness und die Megalithstruktur Stonehenge, die Kanalinseln, die Isle of Man, die Orkneyinseln, die Shetlandinseln und die Hebriden. Außerdem gibt es einen kurzen Abstecher in die irische Hauptstadt Dublin. Zum Programm des Fackellaufs gehören auch zahlreiche kulturelle Veranstaltungen. Britische Bürger konnten sich über Internet als Fackelläufer bewerben. 7300 Läufer waren bereits im März namentlich benannt.

Älteste Fackelläuferin soll die 100-Jährige Engländerin Dinah Gould sein, die 1912 geboren wurde. Vier Jahre zuvor hatte London seine ersten Olympischen Spiele erlebt, 1948 die zweiten und 2012 wird es zur ersten Stadt, die zum dritten Mal Olympia-Gastgeber ist.

sid

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